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LevelTen Energy: Solar-PPA-Preise stabilisieren sich, Hybridverträge gewinnen an Bedeutung

Die Preise für langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) für Solarstrom in Kontinentaleuropa haben sich im dritten Quartal 2026 leicht erholt. Der Marktdurchschnittsindex von LevelTen Energy stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent auf 0,86 und liegt damit bei 86 Prozent des Niveaus aus dem dritten Quartal 2024. Auch die Wind-PPA-Preise legten zu und erreichten einen Indexwert von 0,99, ein Plus von 0,6 Prozent. Gleichzeitig gewinnen hybride Stromabnahmeverträge, die mehrere Erzeugungstechnologien oder Speicher kombinieren, weiter an Bedeutung. Zudem berücksichtigt der Index erstmals neben geplanten Neubauprojekten auch bereits betriebene Anlagen.

Quelle: LevelTenEnergy

Solarpreise unter Kostendruck

Der leichte Anstieg der Solar-PPA-Preise folgt auf einen deutlichen Rückgang in den vorangegangenen zwölf Monaten. Als Gründe für die begrenzte Erholung nennt LevelTen Energy unter anderem höhere Preise für Photovoltaikmodule und gestiegene Zinssätze, die die Entwicklungskosten neuer Solarprojekte erhöhen. In Märkten mit hoher Solarstromproduktion, etwa Spanien, stoßen weitere Preissenkungen zudem zunehmend an wirtschaftliche Grenzen.

Die regionalen Entwicklungen unterscheiden sich deutlich. In Finnland stiegen die Solarpreise im dritten Quartal, während sie in Schweden zurückgingen. Dänemark blieb weitgehend stabil; Spanien und Italien verzeichneten leichte Rückgänge. In gasabhängigen Strommärkten wie Deutschland, Polen und Dänemark wirkten sich laut Bericht höhere Gaspreise infolge des Konflikts im Nahen Osten auf die Terminpreiskurven aus. In Finnland trugen außerdem weniger Stunden mit negativen Strompreisen und höhere realisierte Erfassungsraten zur Entwicklung bei.

Wind-PPA legen leicht zu

Der kontinentale Windindex stieg im dritten Quartal um 0,6 Prozent auf 0,99. Damit liegt das Preisniveau bei 99 Prozent des Vergleichswerts aus dem dritten Quartal 2024. Anders als bei Solarstrom hatten sich die Wind-PPA-Preise nach Rückgängen in der ersten Jahreshälfte 2025 bis Ende 2025 und in der ersten Hälfte des Jahres 2026 schrittweise erholt.

Ein Grund für die Nachfrage ist das Erzeugungsprofil von Windkraftanlagen. Da sie auch abends und nachts Strom produzieren, können sie Solarstrom in gemischten Portfolios ergänzen. Angesichts zunehmender Kannibalisierungseffekte bei Solarstrom, bei denen ein hohes gleichzeitiges Angebot die erzielbaren Marktpreise drückt, gewinnen die höheren Erfassungsraten von Windenergie an Bedeutung. Auch die Nachfrage nach strukturierten und grundlastnahen Stromprodukten begünstigt laut LevelTen das Interesse an Wind-PPA.

Auf Ebene der einzelnen Länder fiel die Entwicklung unterschiedlich aus: Italien verzeichnete einen deutlichen Anstieg, während die Preise in Finnland zurückgingen. Dort steht die Windenergie aufgrund eines hohen Angebots weiterhin unter erheblichem Preisdruck. Spanien, Frankreich und Schweden wurden in diesem Quartal wieder in den Windindex aufgenommen.

Hybride PPA und Speicher gewinnen an Bedeutung

Hybride Stromabnahmeverträge verbinden mehrere Erzeugungstechnologien oder ergänzen diese um Speicher. Sie sollen Abnehmern ein ausgewogeneres Erzeugungsprofil bieten und das Risiko sinkender Marktpreise in Zeiten hoher Solarproduktion begrenzen. Im dritten Quartal wurden in neun Märkten hybride P25-Werte erfasst; fünf Märkte überschritten die erforderlichen Anonymitätsschwellen für eine Veröffentlichung der Preise.

Der marktgewichtete kontinentale Hybridindex lag bei 0,94. Das entspricht einem Rückgang von rund drei Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2026. Seit seinem Höchststand im vierten Quartal 2025 ist der Wert um etwa 15 Prozent gefallen. Gegenüber dem Beginn der Erfassung hybrider PPA im zweiten Quartal 2025 beträgt der Rückgang rund sechs Prozent.

Die Entwicklung verlief regional unterschiedlich: In Deutschland und Finnland gingen die Hybridpreise zurück, während sie in Spanien stiegen. Die Kosten für die Integration von Speichern in PPA sinken laut Bericht, der Aufschlag gegenüber reinen Solarprojekten unterscheidet sich jedoch weiterhin stark von Markt zu Markt.

Spanien und Portugal vereinen zusammen fast die Hälfte der erfassten Hybridangebote. In Portugal waren sämtliche Angebote in diesem Quartal an Multitechnologieprojekte gebunden. Mehr als 40 Prozent der Hybridangebote entfielen auf die nordischen und baltischen Märkte. In Deutschland, wo kein reines Solarangebot die Kriterien für den Index erfüllte, sind hybride Verträge inzwischen der wichtigste erfasste Weg, Solarstrom an Unternehmenskunden zu vermarkten.

Betriebsbereite Anlagen erstmals im Index

Eine weitere Neuerung betrifft die Datengrundlage: LevelTen Energy berücksichtigt erstmals auch Angebote für bereits in Betrieb befindliche Anlagen. Diese machen inzwischen fast 40 Prozent aller eigenständigen Angebote auf der Plattform aus. Bei Windkraftangeboten liegt ihr Anteil sogar bei knapp 60 Prozent.

In Spanien stellen betriebsbereite Anlagen mittlerweile den Großteil der Solarangebote, während neue Solarprojekte zunehmend Schwierigkeiten haben, eine tragfähige Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Insgesamt nähern sich die Preisniveaus betriebsbereiter und noch nicht in Betrieb befindlicher Projekte an. Käufer legen zunehmend Wert auf eine schnelle Umsetzung oder eine unmittelbar verfügbare Stromlieferung.

Ein genereller Preisvorteil betriebsbereiter Anlagen lässt sich laut LevelTen nicht feststellen. Im dritten Quartal lagen ihre Angebote in Schweden über denen noch nicht in Betrieb befindlicher Projekte, in Finnland und Spanien dagegen darunter. Werden Vertragsbeginn, Laufzeit und der Umgang mit negativen Strompreisen berücksichtigt, bewegen sich die Unterschiede nach Einschätzung des Unternehmens innerhalb der erwartbaren Bandbreite.

Die Ergebnisse des Index zeigen damit, dass sich die europäischen PPA-Märkte zunehmend differenzieren. Während sich die reinen Solarpreise im Durchschnitt stabilisieren, stehen Wind-PPA und hybride Vertragsmodelle unter unterschiedlichen regionalen Bedingungen. Die Verfügbarkeit betriebsbereiter Anlagen wird zugleich zu einem wichtigeren Faktor für Unternehmen, die langfristig erneuerbaren Strom beziehen wollen.

Quelle: https://www.leveltenenergy.com/

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