E.ON: Wärmepumpen könnten drei Milliarden Euro Heizkosten sparen
Ein Umstieg von Gasheizungen auf Wärmepumpen könnte die Heizkosten von Haushalten senken und den Erdgasbedarf in Deutschland deutlich reduzieren. Nach einer Potenzialberechnung von E.ON könnten EigentümerInnen von rund 5,9 Millionen selbst genutzten Einfamilienhäusern mit Gasheizung in der Heizperiode 2026/2027 zusammen etwa drei Milliarden Euro einsparen. Zugleich könnte rechnerisch mehr als die Hälfte der derzeit in deutschen Gasspeichern vorhandenen Erdgasmenge für diese Haushalte ungenutzt bleiben. Auch die CO₂-Emissionen könnten durch den Wechsel sinken, wobei die Höhe der Einsparung vom verwendeten Stromtarif abhängt. Die Ergebnisse beruhen auf Modellannahmen zu Energiebedarf, Preisen und Witterung und stellen kein garantiertes Einsparpotenzial für jedes einzelne Haus dar.
Heizkosten und Gasbedarf im Vergleich
E.ON hat berechnet, wie sich ein vollständiger Umstieg der betrachteten Einfamilienhäuser auf Wärmepumpen in unterschiedlichen Winterszenarien auswirken könnte. Bei durchschnittlichen Temperaturen in der Heizperiode von Anfang Oktober 2026 bis Ende April 2027 läge die mögliche Gesamtersparnis demnach bei rund drei Milliarden Euro. Die dadurch rechnerisch nicht benötigte Gasmenge beziffert das Unternehmen auf etwa 81 Terawattstunden (TWh), entsprechend rund 54 Prozent der zum Berechnungszeitpunkt gespeicherten Menge.
Bei einem milden Winter könnten die Heizkosten laut E.ON um knapp 2,8 Milliarden Euro sinken. Die nicht benötigte Gasmenge läge in diesem Szenario bei rund 75 TWh beziehungsweise etwa 50 Prozent des aktuellen Speicherbestands. Bei einem kalten Winter stiege die mögliche Kostenersparnis auf fast 3,3 Milliarden Euro. Die rechnerische Einsparung beim Erdgas betrüge dann rund 85,5 TWh, was etwa 56 Prozent der gespeicherten Menge entspräche.
Die Zahlen beziehen sich auf das Potenzial bei einem Umstieg aller betrachteten Haushalte. Sie sagen nicht aus, dass diese Einsparungen bei einem tatsächlichen, schrittweisen Heizungstausch in der kommenden Heizperiode unmittelbar erreicht werden könnten.
CO₂-Einsparungen hängen vom Stromtarif ab
Neben den Heizkosten betrachtet E.ON auch die möglichen Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen. Bei durchschnittlichen winterlichen Temperaturen könnten die Haushalte nach der Berechnung zusammen rund 18 Millionen Tonnen CO₂ einsparen, wenn sie ihre Wärmepumpen mit einem Ökostromtarif betrieben. Bei Verwendung des deutschen Strommixes läge die rechnerische Einsparung bei rund 8,5 Millionen Tonnen.
Für einen kalten Winter nennt E.ON knapp 19 Millionen Tonnen CO₂ bei Ökostrom und annähernd neun Millionen Tonnen beim deutschen Strommix. In einem milden Winter wären es demnach etwa 16,7 Millionen beziehungsweise 7,8 Millionen Tonnen.
Für die Berechnung mit Ökostrom setzt E.ON bilanziell keine direkten CO₂-Emissionen bei der Stromerzeugung an. Beim deutschen Strommix wird dagegen berücksichtigt, dass auch fossile Energieträger zur Stromproduktion beitragen. Die tatsächliche Klimabilanz hängt unter anderem vom Strombezug und der Entwicklung des Strommixes ab.
Annahmen zu Energiebedarf und Preisen
Die Berechnung umfasst rund 5,9 Millionen selbst genutzte Einfamilienhäuser, die mit Erdgas beheizt werden. E.ON leitet diese Zahl aus rund 11,38 Millionen von EigentümerInnen bewohnten Einfamilienhäusern ab, von denen nach den zugrunde gelegten Daten 51,7 Prozent mit Gas heizen. Als Quellen nennt das Unternehmen das Statistische Bundesamt (Destatis) und den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).
Für jedes Haus wird ein jährlicher Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser von durchschnittlich 18.000 Kilowattstunden (kWh) angesetzt. Davon entfallen der Modellrechnung zufolge 85 Prozent beziehungsweise 15.300 kWh auf die Heizperiode vom 1. Oktober bis zum 30. April.
Bei den Betriebskosten rechnet E.ON mit einem durchschnittlichen Erdgaspreis von rund zwölf Cent pro Kilowattstunde. Grundlage sind nach Unternehmensangaben BDEW-Daten zu Bestands- und Neukundenpreisen, einschließlich anteiliger Grundpreise. Für Wärmepumpenstrom setzt das Unternehmen einen Arbeitspreis von rund 25 Cent pro Kilowattstunde und einen jährlichen Grundpreis von etwa 145 Euro an. Diese Werte beruhen auf den durchschnittlichen Neukundenpreisen der drei größten Energieanbieter Deutschlands und des jeweiligen Grundversorgers für Häuser in Essen und München, jeweils ohne Boni und mit Stand Ende September 2026.
Bei der Berechnung des Gas-Sparpotenzials berücksichtigt E.ON außerdem, dass für die Erzeugung des Wärmepumpenstroms im deutschen Strommix teilweise Erdgas eingesetzt wird. Die dafür benötigte Gasmenge wird von der rechnerisch eingesparten Menge abgezogen. Die Angaben zum Speicherbestand stammen von der Initiative Energien Speichern (INES) und beziehen sich auf den 19. Oktober 2026.
