Meteomatics: Wetterdrohne Strato erreicht Flughöhen von bis zu zwölf Kilometern
Meteomatics hat mit Strato eine neue Generation seiner Wetterdrohnen vorgestellt. Das Fluggerät erreicht Höhen von bis zu zwölf Kilometern und erweitert damit den Bereich, in dem autonome Drohnen meteorologische Daten erfassen können. Gemessen werden unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Wind. Die zusätzlichen Atmosphärendaten sollen Wettermodelle verbessern und präzisere Vorhersagen ermöglichen. Meteomatics präsentierte Strato Anfang Oktober 2026 auf der Meteorological Technology World Expo in Amsterdam.

Häufigere Messungen in größeren Höhen
Vertikale Messungen der Atmosphäre sind wichtig, um Wetterentwicklungen besser zu verstehen und vorherzusagen. Klassische Radiosonden werden mit Wetterballons in die Atmosphäre transportiert und liefern Messdaten entlang ihres Aufstiegs. Nach Angaben von Meteomatics werden solche Ballons in vielen Regionen nur ein- bis zweimal täglich gestartet. Autonome Wetterdrohnen können dagegen häufiger eingesetzt werden und nach dem Aufladen erneut starten.
Die größere Flughöhe von Strato soll zusätzliche Beobachtungen aus Luftschichten ermöglichen, die bislang nur eingeschränkt oder mit höherem Aufwand erfasst werden konnten. „Mit Strato erweitern wir die Grenzen dessen, was Wetterdrohnen heute leisten können“, sagt Dr. Martin Fengler, Gründer und CEO von Meteomatics. Hochwertige Beobachtungsdaten könnten dazu beitragen, lokale Wetterereignisse in Wettermodellen genauer abzubilden.
Teil einer umfassenden Wetterdatenplattform
Auf der Fachmesse zeigte Meteomatics neben Strato weitere Komponenten seiner meteorologischen Technologieplattform. Diese umfasst die Datenerfassung durch Meteodrones, numerische Wettermodelle sowie Werkzeuge zur Bereitstellung, Visualisierung und KI-gestützten Analyse von Wetterdaten.
Zu den angebotenen Modellen zählen EURO1k und US1k, die laut Unternehmen Wetterdaten mit einer räumlichen Auflösung von einem Kilometer bereitstellen. Sie sollen insbesondere kleinräumige Wetterphänomene genauer erfassen, die bei gröber aufgelösten Modellen unter Umständen nicht ausreichend abgebildet werden.
Über die Meteomatics Weather API können Unternehmen und Organisationen auf Wetterparameter zugreifen. Die Plattform MetX ergänzt das Angebot um Funktionen zur Visualisierung, Analyse und operativen Nutzung meteorologischer Daten. KI-Funktionen sollen den Zugang zu komplexen Informationen vereinfachen und datenbasierte Entscheidungen unterstützen.
Einsatz in Forschung, Behörden und Wirtschaft
Strato richtet sich an staatliche Wetterdienste, Forschungseinrichtungen und Behörden sowie an Unternehmen, die auf präzise Wetterprognosen angewiesen sind. Mögliche Anwendungsfelder sind der Flugverkehr, die Landwirtschaft und die Energieerzeugung. Genauere Vorhersagen sollen dabei helfen, wetterbedingte Risiken zu reduzieren und Abläufe besser zu planen.
Die offizielle Vorstellung der Drohne fand am 6. Oktober 2026 am Messestand B30 von Meteomatics in der Messe Amsterdam RAI statt. Während der Meteorological Technology World Expo standen außerdem Live-Demonstrationen und Gespräche mit Fachleuten des Unternehmens auf dem Programm.
