ElektromobilitätNews für Installateure und Fachhandwerker

Hager: Neue Lösungen für Schalter, Ladeinfrastruktur und Energieverteilung

Hager erweitert und überarbeitet sein Produktportfolio in den Bereichen Gebäudeautomation, Elektromobilität, Energieverteilung und nachhaltiges Bauen. Zu den Neuheiten im Herbst 2026 gehören zusätzliche Designvarianten für das Schaltersystem, Weiterentwicklungen der Wallbox-Familie witty und eine bidirektionale Ladestation für die Nutzung von Fahrzeugbatterien als Energiespeicher. Auch bei Bodeninstallationssystemen und der Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme gibt es neue Lösungen. Ergänzend stellt das Unternehmen gebündelte Herstellernachweise für Gebäudezertifizierungen bereit. Die Neuerungen richten sich unter anderem an das Elektrohandwerk, PlanerInnen und Betreiber von Gebäuden.

Die neue Hager witty Familie – Quelle: Hager

Neue Schaltervarianten und Weiterentwicklungen der Ladeinfrastruktur

Das im Frühjahr 2026 eingeführte Schaltersystem von Hager basiert auf einer einheitlichen Plattform mit einem Maß von 55 x 55 Millimetern. Die Designlinien A.1 und C.1 sowie die größeren Varianten A.8 und C.8 decken unterschiedliche Gestaltungsanforderungen ab. Mit dem neuen Signature-Sortiment kommen 16 weitere Farben für alle vier Designlinien hinzu. Für A.8 und C.8 stehen zusätzlich 15 Materialien zur Auswahl. Neu sind außerdem ein vernetzbarer, Matter-fähiger Drehdimmer sowie der KNX Secure Taster Basic und der KNX Secure Raumcontroller.

Für die Konfiguration und Bestellung bietet Hager digitale Werkzeuge wie Style Hub, Hager Ready, den Bestellassistenten und den Fast-Selektor. Sie sollen die Planung vom ersten Entwurf bis zur Bestellung erleichtern. Hagerplan ist ebenfalls mit dem Bestellassistenten verbunden und unterstützt die Erstellung von Ausschreibungstexten.

Auch die Wallbox-Familie witty wird auf künftige Anforderungen an die Ladeinfrastruktur vorbereitet. Ab Januar 2027 soll witty one eine Ladeleistung von bis zu 22 kW statt bislang 11 kW bieten, die sich über einen Drehregler anpassen lässt. Die Zusatzkarte XVA255 ermöglicht die Vorbereitung auf Anwendungen nach ISO 15118, darunter Plug & Charge und Smart Charging. Zudem wird die Kommunikation mit Energiemanagement- und Smart-Meter-Systemen über EEBUS unterstützt.

Bei witty plus und witty pro wird die Zusatzkarte XVA255 nach Herstellerangaben ab Oktober 2026 serienmäßig integriert. Die Wallboxen sind damit auf Plug & Charge und Smart Charging vorbereitet. Bereits installierte Geräte können nachgerüstet werden; die EEBUS-Anbindung soll ab Januar 2027 per Softwareupdate folgen. Nach Umsetzung der Anpassungen sollen witty plus und witty pro außerdem in die Liste der förderfähigen Ladestationen für das Programm „Laden im Mehrparteienhaus“ aufgenommen werden.

Für witty park 2 sind ebenfalls Softwareerweiterungen vorgesehen. Im Januar 2027 soll ein Update die Unterstützung von ISO 15118-1 bis -5 und OCPP 2.0.1 für Plug & Charge ermöglichen. Die Hardwarevorbereitung mit XVA255 ist laut Hager bereits seit Ende 2025 integriert. Im April 2027 soll die EEBUS-Kommunikation zur netzdienlichen Steuerung folgen.

Bidirektionales Laden und flexible Bodeninstallationen

Mit der bidirektionalen Ladestation witty flex erweitert Hager das Energiemanagement flow R3 um die Möglichkeit, Energie aus der Fahrzeugbatterie für die Versorgung eines Gebäudes oder zum Laden eines stationären Speichers zu nutzen. Beim Vehicle-to-Home-Konzept (V2H) kann das Elektroauto ausgewählte Verbraucher oder das gesamte Gebäude mit Energie versorgen. In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage lässt sich überschüssiger Solarstrom im Fahrzeug speichern und später im Haus nutzen.

Auch die Kombination mit einem stationären Batteriespeicher ist vorgesehen. Dabei deckt der Heimspeicher den Grundbedarf, während das Fahrzeug zusätzliche Energiemengen bereitstellt. Über die Software AI360 sollen außerdem dynamische Stromtarife und die Teilnahme am Strommarkt nutzbar werden.

Ein besonderes Merkmal ist der sogenannte Shift Mode. Dabei lädt das Elektroauto zunächst mit einer höheren konstanten Leistung einen lokalen Pufferspeicher. Dieser versorgt anschließend das Gebäude mit bedarfsgerecht bereitgestellter Energie. Laut einem Hager-Feldtest erreichte das System damit eine Autarkie von bis zu 62 Prozent. Die witty flex soll ab dem ersten Quartal 2027 verfügbar sein.

Für die Versorgung von Zweckbauten bietet Hager vier Arten von Bodeninstallationssystemen. Versorgungseinheiten und Bodenkanäle der Reihen tehalit BKG/BKB sind für überwiegend trocken gereinigte Büroflächen vorgesehen. Für Bereiche mit regelmäßiger Nassreinigung oder hoher mechanischer Beanspruchung stehen nivellierbare Kassetten und Bodensteckdosen zur Verfügung.

Das Sortiment umfasst Einbausteckdosen in ein-, zwei- und dreifacher Ausführung sowie in jeweils sechs Farben. Die dreifachen Varianten sind mit einem Neigungswinkel von 33 Grad erhältlich, die ein- und zweifachen Ausführungen zusätzlich mit 66 Grad. Die Installation ist wahlweise durch Direktverdrahtung oder über Stecktechnik mit Plug-and-Play-Anschluss möglich.

Nachhaltigkeitsnachweise und neue Technik für den Zählerplatz

Für Bauprojekte mit angestrebter Zertifizierung nach DGNB, QNG oder BNB stellt Hager gebündelte Herstellererklärungen zur Verfügung. Die Dokumente enthalten Angaben zu relevanten Produktgruppen und sollen die Planung, Ausschreibung, Projektdokumentation und Prüfung im Zertifizierungsprozess erleichtern. Sie stehen kostenfrei zum Download bereit. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Erklärungen vom Sentinel Holding Institut geprüft; die Produkte sind in der SHI-Datenbank für schadstoffgeprüfte und nachhaltige Baumaterialien gelistet.

Eine weitere Neuheit ist der Sammelschienen-Leitungsschutzschalter SALS für die Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme. Er ergänzt die bestehenden Komponenten SIBO und SABO und besteht zu 25 Prozent aus halogenfreiem Recyclingmaterial. Der SALS ersetzt die bisherige Kombination aus einem einzelnen Leitungsschutzschalter und einem Adapter.

Mit einer Breite von 1,5 Platzeinheiten benötigt der SALS weniger Platz im Zählerplatz. Die werkzeuglose Montage erfolgt direkt auf dem Sammelschienensystem. Eine fingersichere Konstruktion, ein verpolungssicherer Aufbau und ein von außen sichtbarer Betriebszustand sollen die Installation und den Betrieb sicherer machen.

Der SALS wird im netzseitigen Anschlussraum eingesetzt und stellt über zwei separate Spannungsabgriffe die Versorgung des Raums für Zusatzanwendungen sowie des Abschlusspunkts Zählerplatz sicher. Das Gerät ist in die aktuelle Version der Planungssoftware Hager ZPlan integriert. Für die Bestellung bleiben die bisherigen Artikelnummern bestehen.

Link zu Hager: Hager: Ihr Elektro-Partner für Wohnbau und Zweckbau

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.