{"id":9720,"date":"2019-01-11T11:47:58","date_gmt":"2019-01-11T10:47:58","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=9720"},"modified":"2019-01-08T10:50:23","modified_gmt":"2019-01-08T09:50:23","slug":"2019-diese-heizungen-muessen-raus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=9720","title":{"rendered":"2019: Diese Heizungen m\u00fcssen raus"},"content":{"rendered":"<p>Ein Heizkessel muss nach 30 Jahren Betrieb in der Regel ersetzt werden. So sieht es die Energieeinsparverordnung EnEV vor. Viele Hauseigent\u00fcmer mit einer vor dem Jahr 1989 eingebauten Heizungsanlage m\u00fcssen den Heizkessel daher dieses Jahr erneuern lassen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Die Zahlen sind betr\u00e4chtlich: F\u00fcr mehr als eine Million alte \u00d6l- und Gasheizungen deutschlandweit gilt im Jahr 2019 die Austauschpflicht. Hauseigent\u00fcmer k\u00f6nnen auf dem Typenschild, im Schornsteinfegerprotokoll oder in den Bauunterlagen pr\u00fcfen, ob ihre Heizung eine \u00dc30-Heizung ist und somit die gesetzliche Frist \u00fcberschreitet. Frank Hettler von Zukunft Altbau r\u00e4t, bei einem Tausch m\u00f6glichst Heizkessel zu kaufen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Welche \u00f6kologische Heizung sich eignet, erkl\u00e4ren Geb\u00e4udeenergieberater aus der Region. Ein Tausch lohnt sich \u00fcbrigens oft auch schon nach 20 Jahren. Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei \u00fcber das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder per E-Mail an beratungstelefon [at] zukunftaltbau.de.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9718\" aria-describedby=\"caption-attachment-9718\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/?attachment_id=9718\" rel=\"attachment wp-att-9718\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-9718\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ZA.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ZA.jpg 750w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ZA-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9718\" class=\"wp-caption-text\">Eine Geb\u00e4udeenergieberatung zeigt auf, welche Optionen bei einem Heizungstausch sinnvoll sind (Foto: Zukunft Altbau)<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die bundesweit rund 21 Millionen Heizkessel in Deutschland sind zu alt und ineffizient: Im Durchschnitt haben sie knapp 17 Jahre auf dem Buckel. Die Zahlen stammen aus einer Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft von Mitte 2015. Seitdem hat sich nichts Wesentliches ge\u00e4ndert. Rund 17 Prozent der Kessel, etwa 3,5 Millionen, sind momentan \u00e4lter als 25 Jahre. Der Anteil der \u00fcber 30 Jahre alten Heizkessel ist nicht ausgewiesen, Sch\u00e4tzungen von Fachleuten zufolge sind es aber deutlich mehr als eine Million.<\/p>\n<p>Nicht f\u00fcr alle alten Heizungsanlagen ist nach 30 Jahren Betrieb Schluss: Niedertemperatur- und Brennwertkessel d\u00fcrfen weiter betrieben werden. Konstanttemperaturkessel mit einer Nennleistung von vier bis 400 Kilowatt fallen dagegen unter die Austauschpflicht. Wer l\u00e4nger in seinem Haus wohnt, den betrifft die Pflicht nicht, egal, welche Heizung er nutzt: Wohngeb\u00e4ude mit weniger als drei Wohnungen, von denen der Eigent\u00fcmer eine Wohnung zum Stichtag 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, fallen unter die Ausnahme. Bei einem Eigent\u00fcmerwechsel nach dem 1. Februar 2002 betr\u00e4gt die Frist zur Erf\u00fcllung f\u00fcr den neuen Eigent\u00fcmer zwei Jahre. Die Einhaltung dieser Frist \u00fcberpr\u00fcfen Schornsteinfeger.<\/p>\n<p>Hauseigent\u00fcmer haben mehrere M\u00f6glichkeiten, das Baujahr des W\u00e4rmeerzeugers zu ermitteln. Zuerst sollten sie auf dem Typenschild nachschauen, r\u00e4t Hermann Dannecker vom Deutschen Energieberaternetzwerk (DEN). \u201eDas Schild ist direkt auf dem Heizungskessel montiert oder aufgedruckt und verr\u00e4t den Hersteller, die Leistung und das Baujahr\u201c, so Dannecker. Das Typenschild ist aber nicht immer leicht zu finden, da der Kessel oft ged\u00e4mmt ist, um W\u00e4rmeverluste zu vermeiden. Unter der Abdeckung befinden sich die entsprechenden Informationen beispielsweise auf einem Metallschild.<\/p>\n<p>Weitere Optionen zur Altersbestimmung sind Protokolle des Schornsteinfegers, die Rechnung der Anlage oder Datenbl\u00e4tter, erkl\u00e4rt Dannecker. Ist \u00fcberhaupt keine Information mehr vorhanden, helfen Fachleute weiter. Bei der Schornsteinfegerkontrolle oder der Heizungswartung k\u00f6nnen Eigent\u00fcmer kl\u00e4ren lassen, ob ihre Heizung in den Ruhestand geschickt werden sollte. Ein Tausch lohnt sich meistens nicht erst nach 30 Jahren. Fachleute empfehlen, bereits nach 20 Jahren eine Pr\u00fcfung des Zustandes vorzunehmen. Zukunft Altbau empfiehlt zudem, jedes Jahr zu Beginn der Heizperiode zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Einstellungen der Heizung noch zur aktuellen Nutzung passen.<\/p>\n<p>Wer die alte Heizung ersetzt, sollte am besten auf erneuerbare Energien umsteigen, r\u00e4t Frank Hettler von Zukunft Altbau. Eine \u00d6koheizung sch\u00fctzt das Klima, da sie im Vergleich zu einer \u00d6l- oder Erdgasheizung die Kohlendioxid-Emissionen drastisch senkt. Eine neue Heizung mit fossilen Energien dagegen w\u00fcrde zwischen 15 und 25 Jahren Dienst tun, also bis rund 2040 deutlich mehr vom sch\u00e4dlichen Klimagas aussto\u00dfen \u2013 keine guten Aussichten f\u00fcr die kommenden Generationen. \u00d6koheizungen erh\u00f6hen dar\u00fcber hinaus die Unabh\u00e4ngigkeit von den endlichen fossilen Energien und ihren Preisschwankungen. Die Kosten \u00fcber die Lebensdauer sind h\u00e4ufig vergleichbar mit denen von \u00d6l- und Erdgasheizungen, auch von einer m\u00f6glichen CO2-Steuer sind regenerative Heizungen nicht betroffen. Erneuerbare Energien sind auch deswegen n\u00fctzlich, da das Geld nicht in \u00d6l- und Erdgas exportierende Staaten abflie\u00dft, sondern mehrheitlich im Land verbleibt.<\/p>\n<p>H\u00e4user mit Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien sind aber nicht nur klimafreundlicher: Sie erhalten auch eine bessere Note im Energieausweis. Dar\u00fcber hinaus erf\u00fcllen sie das Erneuerbare-W\u00e4rme-Gesetz des Landes Baden-W\u00fcrttemberg: Im S\u00fcdwesten d\u00fcrfen bei einem Heizungsaustausch in Wohngeb\u00e4uden nur noch Heizanlagen eingebaut werden, die durch mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien unterst\u00fctzt werden. Wer das nicht tut, muss alternative Erf\u00fcllungsoptionen wie D\u00e4mmma\u00dfnahmen realisieren.<\/p>\n<p>Eine erneuerbare Heizungsoption sind W\u00e4rmepumpen: Sie holen sich W\u00e4rme aus der direkten Umgebung und \u201epumpen\u201c diese kostenfreie Umweltw\u00e4rme f\u00fcr Heizung und Warmwasser mit Strom auf ein h\u00f6heres Temperaturniveau \u2013 die Technologie funktioniert wie ein umgekehrter K\u00fchlschrank. W\u00e4rmepumpen lohnen sich auch wirtschaftlich, wenn die H\u00e4user gut ged\u00e4mmt sind und eine Niedertemperaturheizung eingebaut ist. St\u00fcckholz- oder Pelletkessel sind weitere Optionen. Die Zentralheizungen passen in jeden Heizungskeller, sind einfach zu bedienen und funktionieren weitgehend automatisch. Ein Pelletlager ben\u00f6tigt in etwa so viel Raum wie ein \u00d6ltank. Anschaffungs- und Betriebskosten sind in der Summe \u00e4hnlich hoch wie bei Heizungen mit fossilen Energietr\u00e4gern.<\/p>\n<p>Auch thermische Solaranlagen k\u00f6nnen sich lohnen. Anlagen zur Warmwasserbereitung erzeugen im Jahresdurchschnitt rund zwei Drittel der ben\u00f6tigten W\u00e4rme. Die Heizung kann dann im Sommer ganz abgeschaltet werden. Wer die Anlage auch zur Unterst\u00fctzung der Heizung verwendet, spart weitere Brennstoffkosten. Eine heizungsunterst\u00fctzende Solarw\u00e4rmeanlage ist besonders dann sinnvoll, wenn das Heizsystem sowieso einen Pufferspeicher ben\u00f6tigt \u2013 etwa bei Holzheizungen.<\/p>\n<p>Empfehlenswert ist auch der Anschluss an ein W\u00e4rmenetz. Liegt in der Stra\u00dfe ein W\u00e4rmenetz oder wird ein W\u00e4rmenetz geplant, ist der Anschluss meist eine sehr sinnvolle Option. Die W\u00e4rme stammt insbesondere bei neuen W\u00e4rmenetzen aus effizienten Blockheizkraftwerken und erneuerbaren W\u00e4rmequellen. Zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit wird der W\u00e4rmepreis des W\u00e4rmeversorgers mit den Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten der eigenen Heizungsanlage verglichen. Diese sogenannte Vollkostenrechnung ist wichtig, da ein reiner Vergleich der Energiekosten zu falschen Ergebnissen f\u00fchrt. Ein finanziell gef\u00f6rderter Sanierungsfahrplan oder eine vor-Ort-Beratung durch einen qualifizierten Geb\u00e4udeenergieberater aus der Region zeigt, welche Heiztechnologie sich f\u00fcr welches Haus eignet, was zu tun ist und welche F\u00f6rderprogramme Unterst\u00fctzung bieten.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.zukunftaltbau.de\">www.zukunftaltbau.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Heizkessel muss nach 30 Jahren Betrieb in der Regel ersetzt werden. So sieht es die Energieeinsparverordnung EnEV vor. 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