{"id":9626,"date":"2018-12-08T11:34:21","date_gmt":"2018-12-08T10:34:21","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=9626"},"modified":"2018-12-05T11:37:02","modified_gmt":"2018-12-05T10:37:02","slug":"anspruchsvolle-nachverdichtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=9626","title":{"rendered":"Anspruchsvolle Nachverdichtung"},"content":{"rendered":"<p>Autor\/Redakteur: Peter Gahr\/gg<\/p>\n<p>Im Wohnungsbau sind nat\u00fcrliche Baustoffe, Nachhaltigkeit sowie Ressourcenschonung heute beherrschende Themen. Zudem werden ein hoher Energiestandard, guter Schallschutz sowie Druckfestigkeit der Mauerwerksbaustoffe gefordert. All diesen Anspr\u00fcchen mit einem Baustoff gerecht zu werden, ist m\u00f6glich, wie ein neues Mehrfamilienhaus in M\u00fcnchen-Sendling zeigt. Bauherr und Planer setzten dabei auf Mauerziegel aus der Region, denn der M\u00fcnchner Norden ist mit reichhaltigen Lehmb\u00f6den gesegnet. So war es naheliegend, auch im S\u00fcden der Metropole massiv zu bauen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9627\" aria-describedby=\"caption-attachment-9627\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/?attachment_id=9627\" rel=\"attachment wp-att-9627\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-9627\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/18-14-Frontalansicht_k-002.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/18-14-Frontalansicht_k-002.jpg 750w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/18-14-Frontalansicht_k-002-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9627\" class=\"wp-caption-text\">Massives Mehrfamilienhaus mit zwei ungleichen H\u00e4lften: Das Geb\u00e4ude aus massivem Mauerwerk im M\u00fcnchner Bezirk Sendling gen\u00fcgt hohen energetischen Anspr\u00fcchen. So wird die linke H\u00e4lfte dem KfW-Effizienzstandard 55 gerecht, die rechte dem Neubaustandard. (Quelle: Unipor, M\u00fcnchen)<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sendling ist ein weit \u00fcber die Stadtgrenzen bekannter Bezirk M\u00fcnchens. Vielleicht wegen der historischen \u201eSendlinger Mordweihnacht\u201c. Heute findet man dort vornehmlich gute Architektur, wie zum Beispiel das ber\u00fchmte Postamt der bayerischen Fachplaner Robert Vorhoelzer und Robert Schnetzer. Dies gilt jedoch nicht f\u00fcr die am Rande des Bezirks liegende Kistlerhofstra\u00dfe. Wie mit einem Schwert teilt sie das Stadtviertel in zwei H\u00e4lften. Im S\u00fcden liegt eine Einfamilienhaussiedlung aus den 60er-Jahren, n\u00f6rdlich reihen sich in wilder Abfolge unterschiedliche Bauformen aneinander: kleine Wohnh\u00e4user, dazwischen geschoben monstr\u00f6se B\u00fcro- und Verwaltungsbauten, in der zweiten Reihe hat sich das Gewerbe eingenistet \u2013 ein durchaus schwieriges Umfeld also f\u00fcr das neue Wohnhausprojekt.<\/p>\n<p>Doch rund um die Hausnummer 110 ist das Bild ein wenig anders: Hier kann man durchaus st\u00e4dtisches Wohlbefinden entwickeln. Der Neubau des Mehrfamilienhauses sitzt also an der richtigen Stelle in der Kistlerhofstra\u00dfe. Er befindet sich etwa in der Mitte des knapp zwei Kilometer langen Stra\u00dfenzuges, direkt gegen\u00fcber einer gro\u00dfen Einfamilienhaussiedlung. Versteckt gelegen in der zweiten Reihe, gef\u00e4llt das Geb\u00e4ude besonders mit seiner streng geometrischen und unaufdringlichen Gestaltung. Ein wenig f\u00fchlt man sich nach Italien versetzt: Das auf dem zur\u00fcckgeschobenen Terrassengeschoss liegende flache, mediterran anmutende Walmdach erinnert auf den ersten Blick ein wenig an eine s\u00fcdl\u00e4ndische Stadtvilla. Der Zugang dazu f\u00fchrt linkerhand an einem alten traufst\u00e4ndigen, zweist\u00f6ckigen Wohnhaus mit ausgebautem Dachgeschoss vorbei. Rechts steht ein vor kurzem fertiggestellter Wohnbau, dessen zur\u00fcckhaltende Ausgewogenheit guttut.<\/p>\n<p>Bei der Geb\u00e4udeplanung wurden das architektonische Umfeld sowie die direkte Nachbarschaft mit in den Blick genommen. Wichtiger jedoch waren die baulichen Anspr\u00fcche, die es zu erf\u00fcllen galt. Ein WDV-System stand von vorneherein f\u00fcr Planer und Generalunternehmer nicht zur Diskussion. Dies wiedersprach ihren baubiologischen Vorstellungen sowie ihrer Zielsetzung, ein nachhaltiges Geb\u00e4ude zu schaffen. So entschieden sich der Bautr\u00e4ger Bihler Bau GmbH (Bad W\u00f6rishofen) und das Architekturb\u00fcro Manfred Vogel f\u00fcr ein monolithisches Mehrfamilienhaus aus Mauerziegeln. Hochwertiger Wohnungsbau ist f\u00fcr die Firma Bihler \u201et\u00e4glich Brot\u201c. Mit Ausnahme der Entwurfs- sowie Werkplanung \u00fcbernahm sie die gesamte Projektierung inklusive geb\u00e4udetechnischer Ausr\u00fcstung und statischer sowie w\u00e4rmetechnischer Berechnung. Die Entwurfs- und Werkplanung leistete das M\u00fcnchner Architekturb\u00fcro.<\/p>\n<p>Durch eine Kommunwand strikt voneinander getrennt umfasst der Neubau nun vier in sich geschlossene Wohneinheiten auf der einen und sechs auf der anderen Seite. Beide H\u00e4lften verf\u00fcgen \u00fcber ein Treppenhaus mit Lift. Der Aufbau gab f\u00fcr die Au\u00dfen- und Innenw\u00e4nde bautechnisch das \u201eKomplettprogramm\u201c vor: Neben W\u00e4rmeschutz ist hoher Schallschutz gefordert \u2013 zwischen den Wohneinheiten selbst sowie zum Treppenhaus hin. Die linke Haush\u00e4lfte wurde nach KfW-Energieeffizienzstandard 55 ausgef\u00fchrt, die rechte im Neubaustandard \u2013 wobei ihre energetischen Werte nahezu des Ersteren entsprechen. Mit dem \u201eUnipor WS09 Coriso\u201c und \u201eUnipor WS10 Coriso\u201c-Mauerziegel w\u00e4hlte der Bautr\u00e4ger f\u00fcr das Projekt ein ihm bekanntes Produkt. In den letzten Jahren hatte er bereits h\u00e4ufig mit dem massiven Wandbaustoff gebaut. Angeliefert wurden s\u00e4mtliche Mauerziegel f\u00fcr das Bauvorhaben von H\u00f6rl &amp; Hartmann Ziegeltechnik, einem Mitgliedswerk der bundesweiten Unipor-Gruppe, das im nahegelegenen Dachau ans\u00e4ssig ist.<\/p>\n<p>Die mineralisch gef\u00fcllten Coriso-Ziegel eignen sich gut f\u00fcr die Umsetzung der vielf\u00e4ltigen Anspr\u00fcche an das Mehrfamiliengeb\u00e4ude. Sie bieten in Sachen W\u00e4rme- und Schallschutz Topwerte. Zudem erreichen sie \u00fcber speziell ausgepr\u00e4gte, diagonal verlaufende Stege an den Au\u00dfen- und Innenseiten eine sehr hohe Quersteifigkeit. Diese sowie die hiermit verbundene Druckfestigkeit erm\u00f6glichte es, das Au\u00dfenmauerwerk zu knapp 90 Prozent rein aus Mauerziegeln zu fertigen. Nur vereinzelt setzten die Planer aus statischen Gr\u00fcnden Stahlbeton als Verst\u00e4rkung ein. Ein mehrheitlich aus Mauerziegeln bestehendes Tragwerk ist bei solch gro\u00dfen Fenster\u00f6ffnungen, wie sie im Neubau mit der Hausnummer 110 verbaut sind, kein Standard. F\u00fcr die \u00dcberbr\u00fcckungen verwendete die Firma Bihler dennoch vorgefertigte Ziegelst\u00fcrze aus WU-Schalen, sodass der Au\u00dfenputz nahezu durchg\u00e4ngig auf einem Ziegeluntergrund sitzt. Dieses Bauteil punktet mit besonderer W\u00e4rmed\u00e4mmung, wie das \u201eW\u201c im Produktnamen zeigt. Die in der Au\u00dfenseite des Vergusssturzes integrierten Hohlkammern verleihen den WU-Schalen ihre guten D\u00e4mm-Eigenschaften. Mit einer Wanddicke von 36,5 Zentimetern und einer Putzst\u00e4rke von zwei Zentimetern erreicht das Au\u00dfenmauerwerk so einen U-Wert von 0,23 (W\/m2K). Zusammen mit einer hochwertigen dreifachen Isolierverglasung von Fenstern und T\u00fcren setzte die Geb\u00e4udeh\u00fclle die Grundlage f\u00fcr den errechneten Jahresheizw\u00e4rmebedarf von 35.933 kWh\/a.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Der Ziegel findet sich auch in den tragenden Innenw\u00e4nden und nat\u00fcrlich der Kommunwand wieder. Das Erdgeschoss, erste und zweite Obergeschoss sowie die Dachterrassenwohnung sorgen f\u00fcr eine Druckspannung im Tragwerk, die Mauerziegel ableiten k\u00f6nnen. Also kamen gedeckelte \u201eUnipor\u201c-Blockziegel zum Einsatz, die auftretende Lasten zuverl\u00e4ssig aufnehmen. Sie sind qualitativ hochwertig und dennoch eine preisg\u00fcnstige Wahl. Mit einer Rohdichte von etwa 1,4 kg\/m3 erreichen sie zugleich hervorragende Schalld\u00e4mmwerte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Wohnungs- und Treppenhausw\u00e4nde, die einen erh\u00f6hten Schallschutz leisten m\u00fcssen, griff der Bauunternehmer auf die bew\u00e4hrten \u201eUnipor\u201c-Schalungsziegel zur\u00fcck. Diese wurden geschossweise mit Beton verf\u00fcllt und erreichten so hervorragende Schall- und Brandschutzwerte sowie eine sehr hohe Druckfestigkeit. In den Formatbreiten von 175 bis 300 Millimeter sind nahezu alle baulichen Anforderungen realisierbar: Ein erh\u00f6hter Schallschutz ebenso wie der erforderliche Brandschutz von F30-A bis hin zu einer Brandschutzwand. Eine Besonderheit der Schalungsziegel sind ihre seitlichen Rechteckausschnitte. Diese erm\u00f6glichen es, zus\u00e4tzlich zur senkrechten eine waagerechte und statisch hoch wirksame Stahlbewehrung einzulegen.<\/p>\n<p>Dank der unterschiedlichen Mauerziegelausf\u00fchrungen ist es gelungen, das Geb\u00e4ude nahezu komplett mit dem nat\u00fcrlichen Baustoff zu erstellen. Lediglich die Geschossdecken sowie knapp zehn Prozent der Au\u00dfenfassade sind aus Stahlbeton. Der Keller besteht aus einer wasserundurchl\u00e4ssigen Wanne aus WU-Beton. Nichttragende Innenw\u00e4nde, wie bei Wohn- und Gewerbeobjekten \u00fcblich, sind im Trockenbau ausgef\u00fchrt \u2013 denn h\u00e4ufig \u00e4ndern sich Grundrisse w\u00e4hrend der Planungsphase oder K\u00e4ufer w\u00fcnschen individuelle Anpassungen.<\/p>\n<p>Spricht man in M\u00fcnchen \u00fcber Wohnungsbau, dann vorwiegend \u00fcber exorbitante Preise. Dies liegt jedoch selten an den Baukosten. Meist schlagen hier horrende Grundst\u00fcckspreise sowie strikte Stellplatzverordnungen zu Buche. Auch die Kistlerhofstra\u00dfe stellt keine Ausnahme dar. Neben der Tragwerksplanung gestaltete sich der Bau der Tiefgarage spannend: Nahezu das gesamte Grundst\u00fcck musste f\u00fcr die von der Stadt geforderten Stellpl\u00e4tze ausgehoben werden. \u00dcber Injektionen bis hin zu Spundw\u00e4nden wurde daf\u00fcr die gesamte Palette des Tiefbaus angewendet. Auch das linke vordere Nachbargeb\u00e4ude wurde komplett unterfangen. Dennoch ist es gelungen, in knapp eineinhalb Jahren Bauzeit zehn hochwertige Wohnungen mit dazugeh\u00f6riger Tiefgarage in Ziegelbauweise zu erstellen. Ein weiterer Pluspunkt: Die Wohnungen im Mehrfamilienhaus bleiben im Rahmen der orts\u00fcblichen Immobilienpreise \u2013 unter anderem auch dank des wirtschaftlich hoch effizienten Baustoffes Mauerziegel. Die architektonische Gestaltung sorgt zudem daf\u00fcr, dass sich das Geb\u00e4ude an der ehemals freien Fl\u00e4che an zweiter Stelle nun geschickt einf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/www.unipor.de\">https:\/\/www.unipor.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor\/Redakteur: Peter Gahr\/gg Im Wohnungsbau sind nat\u00fcrliche Baustoffe, Nachhaltigkeit sowie Ressourcenschonung heute beherrschende Themen. 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