{"id":8816,"date":"2018-06-07T11:20:27","date_gmt":"2018-06-07T09:20:27","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=8816"},"modified":"2018-06-05T10:52:56","modified_gmt":"2018-06-05T08:52:56","slug":"immer-mehr-effiziente-nah-und-fernwaermenetze-entstehen-im-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=8816","title":{"rendered":"Immer mehr effiziente Nah- und Fernw\u00e4rmenetze entstehen im Land"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_8817\" aria-describedby=\"caption-attachment-8817\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/?attachment_id=8817\" rel=\"attachment wp-att-8817\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8817\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Nahwaerme-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Nahwaerme-300x200.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Nahwaerme.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8817\" class=\"wp-caption-text\">Verlegung Nahw\u00e4rmerohre (Foto: KEA\/triolog)<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Deutschland steigt die Zahl der Haushalte, die Heizw\u00e4rme und Warmwasser \u00fcber ein W\u00e4rmenetz beziehen. Jedes Jahr kommen rund 75.000 neue hinzu, insgesamt sind es bereits 5,7 Millionen. Die Nutzer eines Nah- oder Fernw\u00e4rmenetzes m\u00fcssen sich nicht um Heizung und Brennstoff k\u00fcmmern und sind weniger abh\u00e4ngig von Preissteigerungen bei fossilen Energietr\u00e4gern. Zudem profitieren sie in vielen F\u00e4llen von g\u00fcnstigen W\u00e4rmekosten. Werden die Netze aus erneuerbaren Energien, energieeffizienter Kraft-W\u00e4rme-Kopplung und Abw\u00e4rme gespeist, gewinnt dabei auch das Klima. Neue technologische Entwicklungen, finanzielle F\u00f6rderungen und erfolgreiche Beispiele zeigen nun, wie der Umstieg auf die W\u00e4rmenetze der vierten Generation gelingen kann. Darauf weist das Kompetenzzentrum W\u00e4rmenetze der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-W\u00fcrttemberg hin. In Baden-W\u00fcrttemberg bezuschusste das Land j\u00fcngst zw\u00f6lf solcher effizienten W\u00e4rmenetze. Auch europaweit zeigen sich erste Erfolge beim Ausbau: Das Marktwachstum liegt dort bei derzeit 35 Prozent.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Anteil der Nah- und Fernw\u00e4rme am Endenergieverbrauch der deutschen Haushalte liegt derzeit bei knapp 14 Prozent. Um ihn zu steigern und klimafreundlicher zu machen, f\u00f6rdert der Bund seit Juli 2017 besonders energieeffiziente Modellvorhaben. F\u00f6rdergelder f\u00fcr W\u00e4rmenetze gibt es auch \u00fcber das Kraft-W\u00e4rme-Kopplungs-Gesetz (KWKG). Neben der Stromverg\u00fctung f\u00fcr KWK-Anlagen und der F\u00f6rderung von W\u00e4rme- und K\u00e4ltespeichern sieht das KWKG eine investive F\u00f6rderung f\u00fcr W\u00e4rmenetze vor.<\/p>\n<p>Auch das Land Baden-W\u00fcrttemberg unterst\u00fctzt mit einem F\u00f6rderprogramm die Errichtung und den Ausbau energieeffizienter W\u00e4rmenetze im Land. Ende April hat das Umweltministerium daf\u00fcr weitere 2,4 Millionen Euro bereitgestellt. Die zw\u00f6lf gef\u00f6rderten Projekte umfassen 500 Geb\u00e4ude, sparen j\u00e4hrlich rund zwei Millionen Liter Heiz\u00f6l ein und reduzieren den CO2-Aussto\u00df im Land um 5.500 Tonnen pro Jahr. Das Programm ist auf sechs Jahre angelegt. Seit seinem Start im Jahr 2016 hat das Umweltministerium insgesamt 33 Projekte im Land mit Gesamtinvestitionen in H\u00f6he von 57 Millionen Euro mit zusammen rund 6,3 Millionen Euro bezuschusst.<\/p>\n<p>\u201eDie Realisierung von W\u00e4rmenetzen der vierten Generation bedeutet die konsequente Optimierung des Gesamtsystems bestehend aus der W\u00e4rmeerzeugung, der W\u00e4rmeverteilung \u00fcber ein Netz und der W\u00e4rmeabnahme durch die Nutzer\u201c, sagt Helmut B\u00f6hnisch, Leiter des KEA-Kompetenzzentrums W\u00e4rmenetze. \u201eZu den n\u00f6tigen Optimierungsma\u00dfnahmen geh\u00f6ren unter anderem die Nutzung von W\u00e4rmequellen auf Niedertemperaturebene wie Abw\u00e4rme und Solarthermie, darauf abgestimmte Verteilnetze mit gut ged\u00e4mmten Rohren und niedrigen R\u00fccklauftemperaturen sowie, auf der Seite der Geb\u00e4ude, der hydraulische Abgleich des Heizungssystems.\u201c Wichtig ist auch die Einbindung von modernen Speichern. Bessere Ertr\u00e4ge, geringere Netz- und Speicherverluste und eine h\u00f6here Effizienz sind die Folge. Diese Faktoren helfen auch, die Kosten von W\u00e4rmenetzen zu senken.<\/p>\n<p>Eine Beispielrechnung zeigt einen m\u00f6glichen Ausbaupfad auf: Werden bis 2050 pro Jahr 50 ausgedehnte W\u00e4rmenetze in Baden-W\u00fcrttemberg in Betrieb genommen, k\u00f6nnen bis dahin zus\u00e4tzlich 1.600 D\u00f6rfer und St\u00e4dte unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe einen Beitrag zur W\u00e4rmewende leisten. Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass die Netze weitgehend das gesamte Siedlungsgebiet erschlie\u00dfen, erneuerbare Energien sowie Abw\u00e4rme zum Einsatz kommen und die H\u00e4user sukzessive ged\u00e4mmt werden. Auf diese Weise h\u00e4tten bis 2050 bereits \u00fcber 30 Prozent der Ortschaften in Baden-W\u00fcrttemberg Anschluss an ein W\u00e4rmenetz. Zum Vergleich: In D\u00e4nemark liegt der Anteil der Nah- und Fernw\u00e4rme an der W\u00e4rmeversorgung von Geb\u00e4uden bereits heute bei 63 Prozent \u2013 und das mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien.<\/p>\n<p>Wie gro\u00dfe solarthermische Anlagen erfolgreich integriert werden k\u00f6nnen, zeigen auch Beispiele in Deutschland. Das Bioenergiedorf Hallerndorf n\u00f6rdlich von N\u00fcrnberg ist ein besonders interessanter Fall. Durch den Einsatz von Pellets und Solarthermie wird die W\u00e4rme zu 100 Prozent regenerativ erzeugt. Solche Projekte funktionieren jedoch nur dann, wenn beim W\u00e4rmenetz und bei der Anlagentechnik alle Stellschrauben zur Optimierung ausgenutzt sind. Dazu geh\u00f6ren unter anderem die Absenkung der R\u00fccklauftemperaturen. Hinzu kommen der konsequente Einsatz von Doppelrohren mit einer Vor- und R\u00fccklaufleitung in einem Isolationsk\u00f6rper und bessere Rohrd\u00e4mmungen.<\/p>\n<p>Um Angebot und Nachfrage auszugleichen, geh\u00f6ren zu W\u00e4rmenetzen auch W\u00e4rmespeicher: Die in Deutschland angebotenen W\u00e4rmespeicher erreichen zwar noch l\u00e4ngst nicht die Gr\u00f6\u00dfe der in D\u00e4nemark realisierten saisonalen Speicher, doch auch hierzulande geht es voran. So wurden bereits Biogas- und Holzvergasungsanlagen, die in ein W\u00e4rmenetz speisen, mit Speichern von einigen tausend Kubikmetern Volumen ausgestattet. Eine interessante Option stellt deren Einsatz bei der W\u00e4rmeversorgung von Neubaugebieten mit 100 Prozent solarer Deckung dar. Erfolgt die Wirtschaftlichkeitsrechnung \u00fcber einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren, erzielen die W\u00e4rmenetze bereits unter heutigen Randbedingungen Kostenvorteile gegen\u00fcber anderen Versorgungsvarianten.<\/p>\n<p>Die vielen F\u00f6rderangebote in Deutschland werden jedoch alleine nicht ausreichen, die notwendigen Schritte anzusto\u00dfen. Bei der Umstellung gro\u00dfer st\u00e4dtischer Fernw\u00e4rmesysteme auf erneuerbare Energien greifen beispielsweise die bestehenden Programme nicht. Eine hohe Ausbaurate wird nur zu erreichen sein, wenn W\u00e4rmenetze durch Einf\u00fchrung einer CO2-Steuer wirtschaftlicher werden und die kommunale W\u00e4rmeplanung \u00fcberall zum Standard wird. Solarthermische Freifl\u00e4chenanlagen m\u00fcssen in das Raumordnungsrecht integriert werden. Das landesweite Beratungsnetzwerk W\u00e4rmenetze im S\u00fcdwesten kann durch die Unterst\u00fctzung von W\u00e4rmenetzinitiativen dazu beitragen.<\/p>\n<p>Dass energieeffiziente Netze mit einem solaren Anteil funktionieren, zeigt ein Blick in andere europ\u00e4ische L\u00e4nder: In den vergangenen f\u00fcnf Jahren lag das Marktwachstum bei solaren W\u00e4rmenetzen jeweils bei 35 Prozent. Gute Fortschritte macht dabei nicht mehr nur der Vorreiter D\u00e4nemark, wo bereits in weit \u00fcber 100 St\u00e4dten und Gemeinden Solarthermieanlagen einen Beitrag von 15 bis 60 Prozent zur Fernw\u00e4rmeversorgung leisten. Auch in \u00d6sterreich, Deutschland, Frankreich, Schweden ist die netzgebundene Solarthermie stark im Kommen. Das Spektrum reicht von der Versorgung einzelner Quartiere \u00fcber ganze Gemeinden bis hin zu ganzen St\u00e4dten \u2013 die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt \u00d6sterreichs, Graz, plant ihr Fernw\u00e4rmenetz vollst\u00e4ndig zu dekarbonisieren. Zur Versorgung sollen unter anderem bis zu 450.000 Quadratmeter Solarthermie-Kollektoren beitragen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.energiekompetenz-bw.de\/waermenetze\">www.energiekompetenz-bw.de\/waermenetze<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland steigt die Zahl der Haushalte, die Heizw\u00e4rme und Warmwasser \u00fcber ein W\u00e4rmenetz beziehen. 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