{"id":8351,"date":"2018-02-01T11:12:09","date_gmt":"2018-02-01T10:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=8351"},"modified":"2018-02-01T10:18:31","modified_gmt":"2018-02-01T09:18:31","slug":"solar-cluster-ausbau-der-photovoltaik-muss-verfuenffacht-werden-konkrete-schritte-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=8351","title":{"rendered":"Solar Cluster: Ausbau der Photovoltaik muss verf\u00fcnffacht werden \u2013 konkrete Schritte notwendig"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_8352\" aria-describedby=\"caption-attachment-8352\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/?attachment_id=8352\" rel=\"attachment wp-att-8352\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8352\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Lorbach-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Lorbach-300x200.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Lorbach.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8352\" class=\"wp-caption-text\">Installation einer gro\u00dfen Photovoltaik-Hausdachanlage (Foto: Fotolia \/ Marina Lohrbach)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD \u00fcber eine Regierungsbildung haben am 26. Januar in Berlin begonnen. Als Grundlage der Gespr\u00e4che dienen die Ergebnisse der zuvor abgeschlossenen Sondierungsverhandlungen. In der Energiepolitik hatten sich die Parteien auf ein 65-Prozent-Ziel bei erneuerbaren Energien bis 2030 verst\u00e4ndigt. Das Solar Cluster Baden-W\u00fcrttemberg begr\u00fc\u00dft die Ergebnisse zum Ausbau der erneuerbaren Energien, fordert nun aber konkrete Schritte, um das Ziel auch erreichen zu k\u00f6nnen. \u201eZiele ohne eine entsprechende Unterf\u00fctterung mit ad\u00e4quaten Ma\u00dfnahmen hatten wir schon genug\u201c, sagt Jann Binder, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des s\u00fcdwestdeutschen Branchenverbandes. Nach Vorstellungen des Solar Clusters soll unter anderem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vereinfacht werden, der F\u00f6rderdeckel von 52 Gigawatt installierter Leistung wegfallen und der Zielkorridor f\u00fcr den Photovoltaikausbau auf zehn Gigawatt pro Jahr steigen. Das alles sei ohne eine Erh\u00f6hung der EEG-Umlage machbar, so Binder.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In den vergangenen f\u00fcnf Jahren installierten die durch die gesunkene Einspeiseverg\u00fctung und \u00f6ffentliche Kritik an der Solarstromerzeugung verunsicherten Deutschen im Schnitt rund zwei Gigawatt Photovoltaikleistung pro Jahr. Das ist nur noch ein Viertel des Zubaus von 2012. Einen triftigen Grund gibt es nicht, Solarstromanlagen erzielen weiterhin einen guten Gewinn und werden kontinuierlich g\u00fcnstiger. Jetzt k\u00f6nnte wieder Schwung in die festgefahrene Situation kommen. \u201eUm das neu vereinbarte 65-Prozent-Ziel zu erreichen, ben\u00f6tigen wir ab sofort bis 2030 jedes Jahr rund f\u00fcnfmal so viel neu errichtete Solaranlagen\u201c, erkl\u00e4rt Jann Binder. Der Branchenverband leitet die notwendigen j\u00e4hrlichen Ausbauzahlen f\u00fcr die Photovoltaik aus der aktuellen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und den Energiewendezielen f\u00fcr 2030 ab.<\/p>\n<p>Im Jahr 2017 wurden 36 Prozent des Stromverbrauchs mit erneuerbaren Energien gedeckt. Wind und Photovoltaik kamen zusammen auf 24 Prozentpunkte, Biomasse und Wasserkraft auf zw\u00f6lf Prozentpunkte. Da Biomasse- und Wasserkraftnutzung \u00fcber kein Wachstumspotenzial mehr verf\u00fcgen, muss der Stromanteil aus Wind und Photovoltaik bis 2030 um 29 auf 53 Prozent steigen. Das ist mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zu heute \u2013 auf jeweils rund 120 Gigawatt installierter Leistung f\u00fcr Windkraft und Photovoltaik. Ende 2017 waren rund 43 Gigawatt Photovoltaik und 56 Gigawatt Windenergie installiert. Der voraussichtlich mit der W\u00e4rmewende und dem Ausbau der Elektromobilit\u00e4t steigende Strombedarf ist bei diesem Szenario ber\u00fccksichtigt. Angesichts der hohen Akzeptanz von Photovoltaikanlagen sowie dezentraler Bereitstellung von Strom kann die Photovoltaik einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag zur Energiewende leisten, der zudem f\u00fcr die \u00fcberregionalen Netze unkritisch ist.<\/p>\n<p>Im Koalitionspapier sollte festgehalten werden, dass die Bundespolitik k\u00fcnftig stetig positive Signale f\u00fcr mehr Photovoltaik und Windkraft setzen soll, fordert der Solar Cluster. Es ist deutlich mehr n\u00f6tig als einzelne, kurzfristige Sonderausschreibungen: Investoren ben\u00f6tigen eine kontinuierliche F\u00f6rderstrategie, die Errichtung vor allem gro\u00dfer Solaranlagen ben\u00f6tigt eine lange Vorlaufzeit und viele Genehmigungsverfahren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Photovoltaik schl\u00e4gt der Branchenverband daher vor: Der 52-Gigawatt-Deckel f\u00fcr die F\u00f6rderung von Photovoltaikanlagen muss wegfallen. Auch der politisch unterst\u00fctzte j\u00e4hrliche Zubau von Photovoltaikanlagen in H\u00f6he von rund 2,5 Gigawatt installierter Leistung sollte auf zehn Gigawatt erh\u00f6ht werden, davon drei Gigawatt \u00fcber Ausschreibungen f\u00fcr PV-Freifl\u00e4chenanlagen. \u201eAuch die flexible monatliche Degression der Einspeiseverg\u00fctung bedarf dann einer Anpassung an das erh\u00f6hte Zubauziel\u201c, so Binder. Werden derzeit die Zubauzahlen \u00fcberschritten, sinkt die Einspeiseverg\u00fctung im Folgequartal st\u00e4rker ab, gibt es weniger neue Photovoltaikanlagen als erhofft, reduziert sich die Einspeiseverg\u00fctung langsamer oder steigt im Extremfall sogar. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcsse das EEG vereinfacht werden, insbesondere die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch wegfallen und die Direktlieferung als Eigenverbrauch eingestuft werden. So k\u00f6nnte die Politik neue Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr die nachhaltige lokale Stromversorgung im Quartier anregen.<\/p>\n<p>Eine Verdopplung der Zahl der Photovoltaikanlagen in Deutschland m\u00fcsste nach Absch\u00e4tzung des Solar Clusters Baden-W\u00fcrttemberg keine Erh\u00f6hung der EEG-Umlage zur Folge haben. Der Grund sind die aktuell nur noch geringen Kosten f\u00fcr Photovoltaikanlagen. F\u00fcr jedes zus\u00e4tzliche Gigawatt Photovoltaik erh\u00f6ht sich die EEG-Umlage nur noch um weniger als 0,013 Cent pro Kilowattstunde. Das w\u00e4ren bei zus\u00e4tzlichen 50 Gigawatt Leistung rein rechnerisch insgesamt 0,6 Cent. Im Fall einer CO2-Abgabe von 30 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid w\u00fcrde die Umlage sogar sinken.<\/p>\n<p>Daher sollte die Politik die Finanzierung der Energiewende \u00fcberpr\u00fcfen und auf mehr Schultern als denen der Stromverbraucher umlegen. Das Solar Cluster begr\u00fc\u00dft aus diesem Grund ausdr\u00fccklich die urspr\u00fcnglich im Ergebnispapier enthaltene Formulierung, dass die EEG-Umlage stabilisiert werden muss und der Staatsanteil an den variablen Stromkosten sinken soll.<\/p>\n<p>Insgesamt muss laut Solar Cluster der Klimaschutz im energiepolitischen Zieldreieck Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit st\u00e4rkeres Gewicht erhalten. Dank enormer Lernkurven mit einer Kostenreduktion von rund 70 Prozent von 2009 bis 2016 f\u00fcr die Photovoltaik hat sich gezeigt, dass diese heute mit hoher Wirtschaftlichkeit ausgebaut werden kann. Die Versorgungssicherheit wurde trotz zunehmendem \u00d6kostromanteil aufgrund intelligenter Netzf\u00fchrung weiter ausgebaut. Nun sollte der Umbau der Energieversorgung st\u00e4rker zum Zuge kommen: Die zu starke Betonung der Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit im Zieldreieck hat den weiteren Photovoltaik- und Windausbau und damit eine Zukunftsindustrie zu lange blockiert.<\/p>\n<p>\u201eN\u00f6tig sind nun positive Signale aus der Politik und ehrgeizige Ausbauziele, um die Energiewende umzusetzen und das Zwei-Grad-Ziel in den wenigen noch zur Verf\u00fcgung stehenden Jahren zu erreichen\u201c, fordert der Solar-Cluster-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. F\u00fcr Deutschland w\u00fcrden sich der Ausbau einer weltweit konkurrenzf\u00e4higen Industrie und die Senkung der Importkosten f\u00fcr fossile Kraftstoffe auch wirtschaftlich lohnen. Ohne einen Strukturwandel in der Energieversorgung wird es freilich nicht gehen. Eine fortlaufende Modernisierung, die konsequente Umsetzung von Innovationen und die Anpassung der Arbeitspl\u00e4tze und -profile an die neuen Herausforderungen sind \u2013 wie in allen anderen Wirtschaftsbranchen auch \u2013 Voraussetzungen daf\u00fcr, um auf dem Weltmarkt zu bestehen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.solarcluster-bw.de\">www.solarcluster-bw.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD \u00fcber eine Regierungsbildung haben am 26. Januar in Berlin begonnen. 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