{"id":7964,"date":"2017-10-16T11:33:44","date_gmt":"2017-10-16T09:33:44","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7964"},"modified":"2017-10-13T13:50:30","modified_gmt":"2017-10-13T11:50:30","slug":"neue-fenster-erfordern-intensiveres-lueften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7964","title":{"rendered":"Neue Fenster erfordern intensiveres L\u00fcften"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_7965\" aria-describedby=\"caption-attachment-7965\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/?attachment_id=7965\" rel=\"attachment wp-att-7965\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7965 size-medium\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Lueften-300x200.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Lueften-300x200.png 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Lueften.png 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7965\" class=\"wp-caption-text\">Manuell l\u00fcften oder automatisch mit L\u00fcftungsanlage \u2013 ein \u00dcberblick (Foto: Zukunft Altbau)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Moderne Energiesparfenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung sorgen f\u00fcr eine erhebliche Reduzierung des W\u00e4rmeverlusts in Geb\u00e4uden. Mehrere Dichtungen verhindern zudem, dass warme Raumluft wie bei alten Fenstern unkontrolliert entweichen kann und kalte Luft hereinstr\u00f6mt. Aus diesem Grund m\u00fcssen die Bewohner jedoch deutlich mehr l\u00fcften. Im Zuge einer energetischen Modernisierung mit Fenstertausch sollten sich Hauseigent\u00fcmer daher ein L\u00fcftungskonzept erstellen lassen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Je nach Umfang der Sanierung ist ein Konzept sogar gesetzlich gefordert. \u201eZur Wahl stehen einfache l\u00fcftungstechnische Ma\u00dfnahmen und automatische Wohnungsl\u00fcftungsanlagen\u201c, erkl\u00e4rt Frank Hettler von Zukunft Altbau. F\u00fcr den h\u00f6chsten Komfort und die niedrigsten Energiekosten sorgen die L\u00fcftungsanlagen. Sie tauschen feuchte, verbrauchte Luft gegen frische Luft aus, senken das Schimmelrisiko und k\u00f6nnen durch W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung Heizenergie sparen. Neutrale Informationen gibt es kostenfrei \u00fcber das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter <a href=\"http:\/\/www.zukunftaltbau.de\">www.zukunftaltbau.de<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Menschen d\u00fcnsten pro Tag rund ein Liter Wasser aus. \u201eAllein einst\u00fcndiges Kochen und 15 min\u00fctiges Duschen belasten die Raumluft noch einmal mit etwa 2,5 Liter Wasser\u201c, sagt Hettler. Weitere Feuchtigkeitsquellen sind das Trocknen von W\u00e4sche und Pflanzen in der Wohnung. In einem Vier-Personen-Haushalt fallen so t\u00e4glich bis zu elf Liter Wasser in der Raumluft an.<\/p>\n<p>Diese Feuchtigkeit muss abtransportiert werden, sonst droht Schimmel an den Innenseiten der Au\u00dfenw\u00e4nde. Auch die viel zitierten \u201eatmenden W\u00e4nde\u201c helfen nicht weiter: \u00dcber Bauteile kann keine nennenswerte Menge Wasser nach drau\u00dfen transportiert werden. Dazu ist unbedingt ein Luftaustausch mit Au\u00dfenluft notwendig. Als Richtwert gilt: In bewohnten R\u00e4umen sollten 60 Prozent Luftfeuchte nicht \u00fcberschritten werden. Auch ausgeatmetes Kohlendioxid und Ausd\u00fcnstungen von M\u00f6beln und Teppichen erfordern einen regelm\u00e4\u00dfigen Luftaustausch. Sie f\u00fchren sonst schnell zu M\u00fcdigkeit und Kopfschmerzen.<\/p>\n<p>Die traditionelle Art der L\u00fcftung funktioniert \u00fcber ge\u00f6ffnete Fenster: mehrmals am Tag sollte man f\u00fcr einige Minuten mit weit ge\u00f6ffneten Fenstern sto\u00df- und querl\u00fcften. Mit neuen Fenstern muss mehr gel\u00fcftet werden. Undichte Fugen und Ritzen, durch die es bei alten Fenstern zieht, sind nicht mehr vorhanden. Kurzum: Der unkontrollierte Luftwechsel muss k\u00fcnftig durch mehr kontrolliertes L\u00fcften ersetzt werden.<\/p>\n<p>Vor allem, wenn neue Fenster eingebaut werden und die Fassadend\u00e4mmung schlecht ist, sollten Eigent\u00fcmer \u00fcber den Einbau einer L\u00fcftungsanlage nachdenken. Das gilt etwa f\u00fcr H\u00e4user, die vor 1995 gebaut wurden und noch \u00fcber keine nachtr\u00e4gliche D\u00e4mmung verf\u00fcgen. Der Grund ist die in diesem Fall hohe Schimmelgefahr: Um ohne technische Hilfe den empfohlenen Mindestluftwechsel zu erreichen, m\u00fcssten Bewohner, in einem Zeitraum von 24 Stunden mindestens f\u00fcnf Mal f\u00fcr mehrere Minuten querl\u00fcften. Die Luftfeuchtigkeit verbleibt ansonsten in der Wohnung, und erh\u00f6ht das Schimmelrisiko.<\/p>\n<p>Moderne Wohnungsl\u00fcftungsanlagen senken das Schimmelrisiko enorm. \u201eSie stellen einen ausreichenden Luftaustausch sicher. Die Nutzer m\u00fcssen sich dann nicht mehr um das L\u00fcften k\u00fcmmern\u201c, sagt Hermann Dannecker vom Deutschen Energieberaternetzwerk (DEN). \u201eSysteme mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung sparen zudem eine Menge Heizenergie.\u201c Davon profitieren Umwelt und Geldbeutel, vor allem aber erh\u00f6ht sich der Wohnkomfort. In l\u00e4rmbelasteten Wohngebieten ist frische Luft in den R\u00e4umen und L\u00e4rmschutz dann kein Widerspruch mehr. Auch Feinstaub und Pollen k\u00f6nnen so aus der Zuluft gefiltert werden. Bedacht werden sollte auch: Im Sommer wird die L\u00fcftung bei Bedarf abgeschaltet und \u00fcber die Fenster gel\u00fcftet. Und wer im Winter einmal die Fenster sperrangelweit aufmachen will, kann das nat\u00fcrlich auch weiterhin tun.<\/p>\n<p>Wenn mehr als ein Drittel der Fensterfl\u00e4chen erneuert oder bei Einfamilienh\u00e4usern mehr als ein Drittel der Dachfl\u00e4che neu abgedichtet wird, sollten sich Hauseigent\u00fcmer mit einem Fachmann gemeinsam Gedanken machen. Dann n\u00e4mlich schreibt die DIN-Norm 1946-6 ein L\u00fcftungskonzept vor. \u201eZu diesem Zweck ermittelt ein Planer, wie luftdicht das Geb\u00e4ude ist, und macht bei Bedarf Vorschl\u00e4ge\u201c, erkl\u00e4rt Dannecker. \u201eMeist reichen schon Fensterfalzl\u00fcfter aus, um gen\u00fcgend frische Luft in die Wohnung zu bringen.\u201c Allerdings handelt es sich hier um k\u00fchle Au\u00dfenluft, die erst aufgeheizt werden muss. Zudem entweicht Raumw\u00e4rme durch die Schlitze. Aus diesem Grund werden immer \u00f6fter moderne L\u00fcftungsanlagen installiert.<\/p>\n<p>Fachleute unterscheiden zwischen reinen Abluftsystemen, dezentralen Einzell\u00fcftern und kontrollierten Wohnungsl\u00fcftungen mit Zu- und Abluft. Bei Abluftsystemen etwa wird die verbrauchte und feuchte Luft in den belasteten R\u00e4umen wie K\u00fcche, Bad und Toilette durch einen Ventilator abgesaugt und ins Freie geblasen. Frische Luft str\u00f6mt in der Regel \u00fcber Fenster- oder Au\u00dfenwand-Luftdurchl\u00e4sse in die Wohn- und Schlafr\u00e4ume. Der Nachteil der Abluftsysteme: Die W\u00e4rme der Abluft kann nicht zur\u00fcckgewonnen werden, die Frischluft str\u00f6mt im Winter kalt in die R\u00e4ume.<\/p>\n<p>Mehr Komfort bieten Einzell\u00fcfter. Sie sind regelbar und k\u00f6nnen die W\u00e4rme der Abluft nutzen. Die Einzell\u00fcfter versorgen jeden Raum einzeln: Dazu wird ein Ger\u00e4t mit Zu- und Abluftventilator in die Au\u00dfenwand der daf\u00fcr vorgesehenen R\u00e4ume eingebaut, die Installation von Luftkan\u00e4len ist nicht n\u00f6tig. Die Anlagen \u00fcbertragen bis zu 75 Prozent der Abluftw\u00e4rme auf die Zuluft. Die Ger\u00e4uschbelastung ist jedoch etwas h\u00f6her als bei zentralen Anlagen, da pro Raum ein Ventilator n\u00f6tig ist. Au\u00dferdem ist die Energieeinsparung geringer.<\/p>\n<p>\u201eDie effizientesten unter den L\u00fcftungsanlagen sind unbestritten die zentralen Wohnungsl\u00fcftungen\u201c, so Frank Hettler von Zukunft Altbau. \u201eSie saugen die Abluft aus K\u00fcche, Bad und Toilette und f\u00fchren sie \u00fcber ein Leitungssystem zum L\u00fcftungszentralger\u00e4t. Dort \u00fcbertr\u00e4gt ein W\u00e4rmetauscher die W\u00e4rme der Abluft auf die frische Au\u00dfenluft.\u201c Je nach Bedarf kommen auch Pollenfilter oder Feinstaubfilter zum Einsatz. Die erw\u00e4rmte, gefilterte Frischluft gelangt dann \u00fcber ein separates Leitungsnetz in die Wohn- und Schlafr\u00e4ume. Die Bewohner k\u00f6nnen die Menge an frischere Luft in jeden Raum individuell regulieren. Die Nutzung der Abw\u00e4rme steigt auf bis zu 95 Prozent. Der Nachteil: Zentrale Anlagen sind in Bestandsgeb\u00e4uden nicht immer einfach einzubauen. Der bauliche Aufwand und die Kosten sind h\u00f6her. Es muss zudem Platz f\u00fcr das L\u00fcftungsger\u00e4t vorhanden sein.<\/p>\n<p>Nicht vergessen sollte man auch: Filter und Gitter sollten zweimal im Jahr ersetzt oder gereinigt werden. Ein Fachmann ist daf\u00fcr aber nicht zwingend n\u00f6tig. Dieser \u00fcbernimmt alle zwei Jahre einen Routinecheck und reinigt alle f\u00fcnf bis zehn Jahre nach Bedarf das Rohrsystem. Die Kosten k\u00f6nnen Hauseigent\u00fcmer steuerlich absetzen.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr L\u00fcftungsanlagen bei Sanierungen von Einfamilienh\u00e4usern liegen je nach Ausstattung zwischen 2.000 bei reinen Abluftanlagen und bis 15.000 Euro f\u00fcr kontrollierte L\u00fcftungen. Eine staatliche F\u00f6rderung gibt es auch: In Geb\u00e4uden, die vor dem 1. Februar 2002 errichtet wurden, f\u00f6rdert die Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) den Einbau einer Wohnungsl\u00fcftung mit einem Zuschuss von bis 7.500 Euro pro Wohneinheit. Die F\u00f6rderung erfolgt im Rahmen des Programms \u201eEnergieeffizient Sanieren\u201c (Programm 430). Ob eine L\u00fcftungsanlage im konkreten Fall sinnvoll ist und welches System f\u00fcr ihr Geb\u00e4ude in Frage kommt, erfahren Hauseigent\u00fcmer bei qualifizierten Geb\u00e4udeenergieberatern. Sie helfen bei der Systementscheidung.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.zukunftaltbau.de\">www.zukunftaltbau.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moderne Energiesparfenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung sorgen f\u00fcr eine erhebliche Reduzierung des W\u00e4rmeverlusts in Geb\u00e4uden. 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