{"id":7685,"date":"2017-08-28T10:40:04","date_gmt":"2017-08-28T08:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7685"},"modified":"2017-08-25T11:43:54","modified_gmt":"2017-08-25T09:43:54","slug":"businesstower-in-landshut-massive-mauerziegel-bieten-klimafreundliche-alternative-fuer-gewerbebau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7685","title":{"rendered":"\u201eBusinesstower\u201c in Landshut: Massive Mauerziegel bieten klimafreundliche Alternative f\u00fcr Gewerbebau"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_7686\" aria-describedby=\"caption-attachment-7686\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/?attachment_id=7686\" rel=\"attachment wp-att-7686\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7686\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/16-08-Businesstower_k-002-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/16-08-Businesstower_k-002-300x200.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/16-08-Businesstower_k-002.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7686\" class=\"wp-caption-text\">Mit dem Businesstower in Landshut treten die Investoren den Beweis an, dass sich Qualit\u00e4t auch im Gewerbebau rechnet. Trotz gro\u00dfer Deckenauflasten und Fensterformate \u00fcberwiegt der Baustoff Ziegel. Seine Diffusionsoffenheit und feuchteadaptiven Eigenschaften sorgen im gesamten Geb\u00e4ude f\u00fcr ein gutes Raumklima. (Foto: Businesstower\/Leipfinger-Bader)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Autor\/Redakteur: Autor: Dipl.-Ing. Peter Gahr\/gg<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftshaus mit Alleinstellungsmerkmal: Direkt neben den Stahlbetonh\u00e4usern des Landshuter Gewerbegebietes ragt ein viergeschossiger Ziegelbau in den Himmel. Der \u201eBusinesstower\u201c unterscheidet sich architektonisch und bautechnisch vollkommen von der Umgebungsbebauung. Vor allem wollte der ortsans\u00e4ssige Bauherr nicht den Weg vieler Investoren gehen \u2013 billig mit schneller Amortisation \u2013 sondern setzte auf Qualit\u00e4t mit langfristiger Mieterbindung. Die Projektplanung nahm er weitestgehend selbst in die Hand. Um seine Ideen zu realisieren, entschied er sich aus pers\u00f6nlicher \u00dcberzeugung f\u00fcr den nat\u00fcrlichen Baustoff Ziegel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Von M\u00fcnchen \u00fcber die A92 kommend, passiert man zuerst den Stadtkern von Landshut, um dann \u00fcber die Ausfahrt Nord die Autobahn zu verlassen. Es geht Richtung Isar, doch statt idyllischer Uferniederungen, schlie\u00dft sich ein typisches Industriegebiet an. Fast w\u00fcrde man beim Verlassen dieser unwohnlichen Gegend am neu errichteten \u201eBusinesstower\u201c vorbeifahren. Es ist schon ein starkes St\u00fcck, dass hier vis-\u00e0-vis von Industriebauten ein vierst\u00f6ckiges Geb\u00e4ude entstanden ist, dass bereits w\u00e4hrend der Bauphase vielen Landshutern vertrauter war als all die Architektur rundherum.<\/p>\n<p>Doch der Reihe nach. Der Baugrund, auf dem der Businesstower entstehen sollte, war zuvor als der \u201eSchandfleck von Ergolding\u201c bekannt. Als im November 2014 im Landshuter Wochenblatt vom Abbruch der alten \u201eBruchbude\u201c berichtet wurde, war Genugtuung zu sp\u00fcren \u2013 gepaart mit der Hoffnung auf Besseres. Auf dem Grundst\u00fcck wollte ein \u201ehiesiger Investor\u201c ein regionales Projekt realisieren: den Businesstower, ein exklusives Gesch\u00e4ftshaus mit au\u00dfergew\u00f6hnlicher Architektur. Jedermann war gespannt auf den neuen \u201eHingucker\u201c, der von heimischen Handwerkern errichtet werden sollte. Der Bauherr oder die \u201eTurmbauer\u201c, wie Josef und Marion Reif oft in der Presse genannt werden, hielten ihr Versprechen. Unter dem Leitsatz \u201eAus der Region, f\u00fcr die Region\u201c entstand ein Geb\u00e4ude in traditioneller Ziegelbauweise, solide und energetisch auf dem neuesten Stand der Technik.<\/p>\n<p>Betrachtet man das Gewerbegebiet und den benachbarten Businesstower, so kann man sagen: gegens\u00e4tzlicher geht nicht. Den rechteckigen fl\u00e4chenoptimierten Gewerbegrundst\u00fccken steht ein knapp \u00fcber 1.300 Quadratmeter gro\u00dfes, dreieckiges Grundst\u00fcck gegen\u00fcber. Anstatt scharfkantiger kostenoptimierter Geb\u00e4udegrundrisse wurde eine Dreiecksform mit gerundeten Ecken ausgearbeitet. Die Bauherren Josef und Marion Reif beauftragten keinen Architekten, sondern nahmen das Projekt in eigene H\u00e4nde. Mit Anton Ausfelder stellten sie sich einen Planer an die Seite, der als Bautechniker und staatlich gepr\u00fcfter Maurermeister viel Praxisbezug aufweist. Zudem hat er eine hohe Affinit\u00e4t zum Baustoff Ziegel. Womit der wichtigste Grundsatz der Bauherren genannt ist: Anders als die in Stahlbeton gegossenen Gewerbebauten, war der Businesstower von Anfang an als Ziegelbau geplant. \u201eWir wollten ein Raumklima schaffen, in dem die Leistungsf\u00e4higkeit der Mitarbeiter erhalten wird, die Menschen gesund bleiben und sich wohl f\u00fchlen, sodass sie gar nicht mehr nach Hause wollen\u201c, so das Credo der beiden. Dass dieses Bekenntnis zur Qualit\u00e4t einer kurzzeitigen Amortisation entgegensteht, war allen Beteiligten klar. Wie man kosteneffizient Industriebau betreibt, konnte man direkt gegen\u00fcber, auf der anderen Stra\u00dfenseite, sehen. Doch: \u201eWir werden in den ersten drei\u00dfig Jahren keine nennenswerten Renovierungsarbeiten haben: Alle zehn Jahre ein Anstrich \u2013 das war`s.\u201c<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude zeichnet die Konturen des dreieckigen Grundst\u00fcckes nach \u2013 mit Kantenl\u00e4ngen von 18 bis knapp 25 Metern. Viergeschossig t\u00fcrmt es sich auf eine H\u00f6he von bis zu 18 Metern, leicht nach innen terrassiert, den geforderten Abstandsfl\u00e4chen gehorchend. Hieraus resultieren um die 200 Quadratmeter pro Geschoss. Gut drei\u00dfig Quadratmeter hiervon entfallen auf ein gro\u00dfz\u00fcgiges Treppenhaus mit Lift sowie die WC-Anlagen. Der Rest ist eine zusammenh\u00e4ngende B\u00fcrofl\u00e4che. Solch eine weitgespannte Stahlbetondecke kommt in den \u00fcblichen Deckenst\u00e4rken nicht ohne St\u00fctzen aus. St\u00fctzenfreie B\u00fcror\u00e4ume waren jedoch oberste Priorit\u00e4t \u2013 mit dem Resultat, dass die Statik Deckenst\u00e4rken zwischen drei\u00dfig und vierzig Zentimetern erforderte. Und hier beginnt der Kampf zwischen Ziegel, Stahlbeton und dem Stahl selbst, denn solche Lasten k\u00f6nnen auch von einem hoch druckfesten Mauerwerk nur schwer abgefangen werden \u2013 so es schlank ausgef\u00fchrt werden soll und gro\u00dfz\u00fcgige Fensterformate eingeplant sind. Im Sinne dieser L\u00f6sung wurde seitens der Bauherren mit dem Statiker \u201eum jeden Stein gerungen\u201c, wie Josef Reif r\u00fcckblickend feststellt.<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtig betrachtet ruht die Decke auf einem 36,5 Zentimeter starken Ziegelmauerwerk, beidseitig mit Kalkputz und diffusionsoffenen Anstrichen versehen \u2013 der Feuchteregulierung wegen. Dennoch war es unumg\u00e4nglich, einige wenige Wandscheiben in Stahlbeton auszuf\u00fchren. Auch verstecken sich einzelne massive Stahlst\u00fctzen, Unter- sowie Oberz\u00fcge im Au\u00dfenmauerwerk. Anders w\u00e4ren die gro\u00dfformatigen Fensterfl\u00e4chen und die st\u00fctzenfreie Deckenkonstruktion nicht m\u00f6glich gewesen. Den verwendeten Mauerziegel \u201eUnipor WS10 Coriso\u201c von Leipfinger-Bader bezeichnet der Hersteller selbst als Innovationsziegel f\u00fcr den Wohn- und Geschossbau. Dank seiner rein mineralischen D\u00e4mmstoff-F\u00fcllung erreicht er einen niedrigen W\u00e4rmeleitwert von 0,10 W\/(mK) und erm\u00f6glicht so das Bauen nach Niedrigenergiestandard. Der Druckfestigkeitsklasse zw\u00f6lf ist es unter anderem zu verdanken, dass der Gro\u00dfteil des Au\u00dfenmauerwerkes aus Mauerziegeln besteht. So vereint das Geb\u00e4ude alle \u00f6kologischen und raumklimatischen Pluspunkte eines Ziegelbaus in monolithischer Bauweise. Aufgrund der beiden anliegenden Verkehrsstra\u00dfen soll auch der Schallschutz nicht unerw\u00e4hnt bleiben: Mit guten Werten von bis zu 52,2 Dezibel meistert das Mauerwerk diese Situation problemlos.<\/p>\n<p>Doch nicht nur in der Bauphysik punktet der Ziegel. Auch wenn man es selten sieht und gedanklich zumeist gerade und orthogonal denkt: Der Ziegel ist als modularer Baustein ein Kurvenk\u00fcnstler par excellence. Dreidimensional verformte Wandscheiben sind sicher eine Dom\u00e4ne des Stahlbetons. Gerundete Ecken und in leichtem Schwung gef\u00fchrte Mauerwerke jedoch geh\u00f6ren dem Ziegel. Einen guten Handwerker vorausgesetzt, sind solche Vorgaben ohne Schalungsaufwand schnell und wirtschaftlich umzusetzen \u2013 ohne die Vorteile des nat\u00fcrlichen Baustoffes einzub\u00fc\u00dfen. Im Gegensatz zur geraden Wand m\u00fcssen hier auch die Sto\u00dffugen verf\u00fcllt werden. Dank hochw\u00e4rmed\u00e4mmender Leichtm\u00f6rtel der Klasse LM 21 entstehen energetisch jedoch keine Nachteile. Zudem blieben die Bauherren ihrem Versprechen treu, ortsans\u00e4ssige Handwerker zu beauftragen. Gebaut wurde fast ein wenig in der Tradition des Bauhauses: Die Werkplanung vollzog sich in engem Zusammenspiel mit den Handwerkern und \u2013 man m\u00f6chte es kaum glauben \u2013 die Auftragserteilung erfolgte zumeist per Handschlag. Hierf\u00fcr gab es eine gro\u00dfe Sitzung mit allen Beteiligten sowie dem Planer, in der alle wichtigen Punkte besprochen wurden. Diese \u201eSchnittstellenoptimierung\u201c bewirkte, dass sp\u00e4ter keine Komplikationen zwischen den einzelnen Gewerken auftraten.<\/p>\n<p>Mit Baukosten von knapp drei Millionen Euro wurde keinesfalls die Billigschiene bedient. Doch keinerlei Reklamationen, eine Vollvermietung bereits vor Baufertigstellung sowie eine Warteliste f\u00fcr Mietinteressenten geben diesem Konzept recht. So beziehen die Mieter ein Geb\u00e4ude mit hohem Bekanntheitsgrad, hochwertiger Ausstattung, klebstofffrei verlegten Vinylb\u00f6den, LED-Beleuchtung und idealem Raumklima. Der gr\u00f6\u00dfte Risikofaktor einer Kalkulation \u2013 permanenter Mieterwechsel und Leerstand \u2013 ist somit dauerhaft ausgeschaltet. Doch auch den inneren Frieden haben die Bauherren bei diesem Projekt gefunden: \u201eWir wollten immer umweltschonend bauen. Hierzu geh\u00f6rt f\u00fcr uns auch der Herstellungsprozess des Baumaterials. Der Rohstoff Lehm liegt vor der T\u00fcr und mit der neuen Tunnelofen-Anlage von Leipfinger-Bader wissen wir die Fertigung der Ziegel in einer der modernsten Brennanlagen Europas\u201c. F\u00fcr eine energetisch positive Energiebilanz des Geb\u00e4udes sorgt neben den hochw\u00e4rmed\u00e4mmenden Mauerziegeln auch die Dreifachverglasung der Fenster. Eine Gastherme mit Niedrig-Brennwertger\u00e4t sowie eine energieeffiziente Fu\u00dfbodenheizung tragen ebenso dazu bei. Das Zusammenspiel von Ziegel, Putz und Farbe in Verbindung mit einer gesteuerten Beschattung sowie einer i-Tec-L\u00fcftung funktioniert so gut, dass keine Klimaanlage erforderlich ist. Dennoch wurden die Leitungen f\u00fcr Tropfwasser und Stromanschluss verlegt, um einen sp\u00e4teren Einbau in den jeweiligen Stockwerken zu erm\u00f6glichen. Damit die Beschattung durchg\u00e4ngig zur Reduzierung der K\u00fchllasten genutzt werden kann, wurde diese auf eine Windfestigkeit von 80 Stundenkilometern ausgelegt. Wenn die automatische Steuerung an st\u00fcrmischen Sonnentagen woanders die Rollos hochf\u00e4hrt, ist der Businesstower nach wie vor voll verschattet. F\u00fcr ein angenehmes Raumklima mit ausgeglichenen Temperaturen ist so in jedem Fall gesorgt. Mieter und Angestellte profitieren von einem gesunden Arbeitsumfeld und m\u00f6chten eines nicht vor B\u00fcroschluss: nach Hause gehen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.leipfinger-bader.de\">www.leipfinger-bader.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor\/Redakteur: Autor: Dipl.-Ing. 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