{"id":7625,"date":"2017-08-14T15:47:38","date_gmt":"2017-08-14T13:47:38","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7625"},"modified":"2017-08-11T11:50:18","modified_gmt":"2017-08-11T09:50:18","slug":"solar-cluster-baden-wuerttemberg-plaediert-fuer-nationale-co2-abgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7625","title":{"rendered":"Solar Cluster Baden-W\u00fcrttemberg pl\u00e4diert f\u00fcr nationale CO2-Abgabe"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_7623\" aria-describedby=\"caption-attachment-7623\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/?attachment_id=7623\" rel=\"attachment wp-att-7623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7623\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Solarcluster-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Solarcluster-300x200.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Solarcluster.jpg 660w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7623\" class=\"wp-caption-text\">Ein h\u00f6herer CO2-Preis w\u00fcrde f\u00fcr mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt sorgen.<br \/>Hausd\u00e4cher in Freiburg mit Photovoltaikanlagen. (Foto: Gyula Gyukli-fotolia)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Solar Cluster Baden-W\u00fcrttemberg setzt sich f\u00fcr eine nationale CO2-Abgabe ein. Deutschland sollte wie etwa Frankreich oder Gro\u00dfbritannien eine solche finanzielle Ma\u00dfnahme einf\u00fchren, da eine wirksame Reform des europ\u00e4ischen Emissionshandels nicht durchsetzbar ist. Laut der Branchenvereinigung aus dem S\u00fcdwesten m\u00fcssen die Kosten f\u00fcr den Aussto\u00df des klimasch\u00e4dlichen Gases Kohlendioxid mindestens um den Faktor zehn steigen. Das haben j\u00fcngst auch bekannte \u00d6konomen vorgeschlagen. Nur so k\u00f6nnte ein marktgerechter Preis erzielt werden, der die Umweltsch\u00e4den fossiler Energien abbildet und f\u00fcr faire Wettbewerbsbedingungen auf dem Energiemarkt sorgt. Mit einem h\u00f6heren CO2-Preis k\u00f6nnten zudem F\u00f6rderma\u00dfnahmen, etwa die EEG-Einspeiseverg\u00fctung, \u00fcberfl\u00fcssig werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aus dem Klimaabkommen von Paris ergibt sich der dringende Auftrag an Politik und Gesellschaft, die Energieversorgung in Deutschland bis sp\u00e4testens 2050 vollst\u00e4ndig CO2-frei zu gestalten. Von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Dekarbonisierung sind der schnelle und konsequente Umstieg auf erneuerbare Energiequellen, einschlie\u00dflich deren Speicherung und Netzintegration sowie Ma\u00dfnahmen zur Kopplung der Sektoren Strom, W\u00e4rme und Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das mit Abstand einfachste und wirkungsvollste Steuerungsinstrument f\u00fcr die genannten Punkte ist eine marktgerechte Bepreisung des CO2-Aussto\u00dfes. Europa hat mit dem Emissionshandel einen solchen Mechanismus im Grunde bereits etabliert. \u201eDer Emissionshandel entfaltet jedoch keinerlei Steuerungswirkung, da die kostenlose Zuteilung der Verschmutzungsrechte an die Industrie zu einem Preisverfall gef\u00fchrt hat\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Carsten Tschamber, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Solar Clusters. \u201eHier brauchen wir einen kraftvollen Ausgleich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie die Preiserh\u00f6hung im Einzelnen ausgestaltet wird, ist zweitrangig\u201c, so Tschamber weiter. \u201eAllein auf den Effekt kommt es an: Die Nutzung fossiler Energien muss teurer werden, bislang sind die wahren Kosten f\u00fcr \u00d6l, Erdgas, Kohle und Atomenergie im Strom- und W\u00e4rmepreis nicht enthalten.\u201c<\/p>\n<p>Experten haben ein m\u00f6gliches Preisniveau bereits berechnet: Eine von den \u00d6konomen Joseph E. Stiglitz und Nicholas Stern geleitete Kommission kam im Mai 2017 zu dem Schluss, dass zur Erreichung der Pariser Klimaziele kurzfristig (bis 2020) ein Preisniveau von 40 bis 80 US-Dollar pro Tonne CO2 und mittelfristig (bis 2030) von 50 bis 100 US-Dollar notwendig ist. Die Realit\u00e4t sieht noch anders aus: Der Preis in Europa bewegt sich seit seiner Einf\u00fchrung zwischen drei und acht Euro pro Tonne CO2 und hat sich in den letzten Monaten bei etwa f\u00fcnf Euro eingependelt.<\/p>\n<p>Um wirksamen Klimaschutz zu betreiben und falsche Anreize f\u00fcr die fossile Energieerzeugung abzubauen, m\u00fcssen die Kosten f\u00fcr den CO2-Aussto\u00df also verzehnfacht werden. \u201eSollte diese Verteuerung im europ\u00e4ischen Rahmen nicht durchsetzbar sein oder zu lange dauern, sollte Deutschland eine nationale L\u00f6sung einf\u00fchren\u201c, fordert Tschamber. Auf diesem Weg w\u00e4re die Bundesrepublik \u00fcbrigens nicht alleine: So haben laut einem aktuellen Bericht der Weltbank bereits zahlreiche europ\u00e4ische L\u00e4nder neben dem Emissionshandel nationale CO2-Abgaben eingef\u00fchrt. Frankreich etwa verlangt 33 US-Dollar pro Tonne CO2, Gro\u00dfbritannien hat einen Mindestpreis von 22 US-Dollar. Auch China und der US-Bundesstaat Kalifornien haben eigene Systeme zur CO2-Bepreisung eingerichtet.<\/p>\n<p>Bei der Nutzung konventioneller Energietr\u00e4ger entstehen in Deutschland durch staatliche Subventionen und Umweltbelastungen gesellschaftliche Kosten, die bisher im Strompreis und den Preisen f\u00fcr W\u00e4rme nicht abgebildet werden. Eine von Greenpeace Energy beauftragte Studie aus dem Jahr 2016 beziffert diese versteckten Kosten f\u00fcr 2017 je nach Szenario auf 33 bis 38 Milliarden Euro. So werden aus dem Bundeshaushalt etwa staatliche Finanzhilfen, Steuerverg\u00fcnstigungen und unterschiedliche F\u00f6rderungen f\u00fcr die Atom- und Kohleindustrie finanziert. Eine h\u00f6here CO2-Abgabe w\u00fcrde diese Kosten, zumindest teilweise, auf den Energiepreis umlegen.<\/p>\n<p>Ein angemessener Preis f\u00fcr Kohlendioxid w\u00fcrde zudem die Energiewende beschleunigen, Energieeffizienz bei Strom und W\u00e4rme sowie die Elektromobilit\u00e4t f\u00f6rdern und falsche Anreize f\u00fcr Investitionen in fossile Energietr\u00e4ger vermeiden. Im Grunde k\u00f6nnten mit einem h\u00f6heren CO2-Preis alle weiteren F\u00f6rdertatbest\u00e4nde aus dem Energierecht, wie etwa die Einspeiseverg\u00fctung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), durch einen Markt ersetzt werden. Eine Regulierung des Ausbaus insbesondere der erneuerbaren Energien w\u00e4re dann nur noch mit Blick auf die Optimierung des Gesamtsystems n\u00f6tig. \u201eGleichzeitig w\u00fcrde die Position der zahlreichen deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem Energiesektor massiv gest\u00e4rkt und fit gemacht f\u00fcr internationale Herausforderungen\u201c, so Tschamber.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.solarcluster-bw.de\">www.solarcluster-bw.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Solar Cluster Baden-W\u00fcrttemberg setzt sich f\u00fcr eine nationale CO2-Abgabe ein. 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