{"id":7536,"date":"2017-07-13T10:14:06","date_gmt":"2017-07-13T08:14:06","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7536"},"modified":"2017-07-04T12:23:23","modified_gmt":"2017-07-04T10:23:23","slug":"vom-supermarkt-zum-smart-home","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=7536","title":{"rendered":"Vom Supermarkt zum Smart Home"},"content":{"rendered":"<p>13 Jahre stand der ehemalige Supermarkt in Mainz-Gonsenheim leer. Ideen, was man mit dem Grundst\u00fcck machen k\u00f6nnte, gab es gen\u00fcgend. Den alten Laden abrei\u00dfen und an seiner Stelle eine Spielhalle bauen: Das ist nur eine von vielen Ideen, die interessierte Bautr\u00e4ger hatten. Als der Architekt Alexander Maier das Flachdachgeb\u00e4ude aus dem Baujahr 1968 in dem beliebten, gehobenen Stadtteil sah, wusste er sofort: \u201eDas w\u00e4re ein toller Standort f\u00fcr unser B\u00fcro.\u201c Zehn Jahre nach der ersten Inaugenscheinnahme hatte er die Nutzungs\u00e4nderung vom Laden zum B\u00fcro- und Wohnhaus in der Tasche, dann ging es los mit dem Umbau. Seit dem Sommer 2016 residiert er nun mit seinem Architekturb\u00fcro Zeit + Raum in dem umgebauten Supermarkt. Die drei Wohnungen, die er zus\u00e4tzlich eingebaut hat, waren umgehend vermietet. Was von au\u00dfen nicht sichtbar ist: Das Geb\u00e4ude, das in seiner Struktur nicht ver\u00e4ndert wurde, ist auch ein Musterbeispiel f\u00fcr eine energetische Sanierung und zukunftsf\u00e4hige Energieversorgung. Die Photovoltaikanlage mit 76 Panasonic-Modulen HIT, die von unten nicht zu sehen sind, erm\u00f6glicht zusammen mit dem Batteriespeicher einen hohen Autarkiegrad in der Stromversorgung des B\u00fcros.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Alexander Maier stammt aus einer Architektenfamilie und plant und baut in dritter Generation H\u00e4user. Mit seinem B\u00fcro hat er sich auf Architektur, Immobilien und Facilities spezialisiert. Moderne Technik ist sein Steckenpferd, und so war ihm bei der neuen Immobilie auch gleich klar, dass er hier viel Innovatives ausprobieren will. \u201eAltes, traditionelles Denken erschreckt mich\u201c, sagt der 53-J\u00e4hrige und f\u00fcgt hinzu: \u201eWenn es heute m\u00f6glich ist, dass H\u00e4user Energie produzieren, dann sollte man das auch tun.\u201c Dass die Elektromobilit\u00e4t dazu geh\u00f6rt, ist f\u00fcr ihn eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n<p>Bei der Planung kristallisierten sich die konkreten Ziele schnell heraus. Zun\u00e4chst einmal wollte Maier das Geb\u00e4ude in seiner Form so belassen, wie es war. Dann wollte er einen KfW-Standard erreichen und er wollte keine L\u00fcftungsanlage. Und das Geb\u00e4ude sollte mehr Strom produzieren, als er mit seinem B\u00fcro verbraucht. Der Clou: Man sollte nichts davon sehen. \u201eUnsichtbare Energieerzeugung\u201c, sagt der Architekt mit einem L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Und so sahen die Schritte im Einzelnen aus. Um KfW-Effizienzhaus-Standard 85 zu erreichen, musste die Geb\u00e4udeh\u00fclle sehr gut ged\u00e4mmt werden. Der Boden bekam neuen Estrich und wurde mit 16 Zentimeter D\u00e4mmplatten versehen. Die W\u00e4nde bekamen ebenfalls 16 Zentimeter D\u00e4mmung, das Dach 30 Zentimeter D\u00e4mmung mit Mineralwolle. Die dreifach verglasten Fenster haben einen U-Wert von 0,9 W\/(m\u00b2K).<\/p>\n<p>Den ehemaligen Supermarkt entkernte er und plante zus\u00e4tzlich zum B\u00fcro drei Wohnungen ein. Zwei befinden sich im Erdgeschoss, eine im Obergeschoss \u00fcber dem B\u00fcro. Zusammen haben sie eine Wohnfl\u00e4che von 400 Quadratmetern. Das Architekturb\u00fcro hat eine Nutzfl\u00e4che von zirka 300 Quadratmetern, 200 davon im Erdgeschoss und 100 Quadratmeter im Untergeschoss. Bei dem Energiekonzept lautete das Ziel, m\u00f6glichst wenig Energie aus dem Netz zu beziehen, daf\u00fcr aber m\u00f6glichst viel regenerative Energie zu nutzen.<\/p>\n<p>Deshalb lie\u00df Maier auf dem Flachdach von dem Fachunternehmen Sonnenk\u00f6nig aus Nieder-Olm eine Photovoltaikanlage mit Panasonic Modulen HIT mit 18,62 Kilowattpeak Spitzenleistung montieren. Die 76 Module sind in Ost-West Ausrichtung und mit einem Neigungswinkel von zehn Grad aufgest\u00e4ndert. \u201eF\u00fcr die Module HIT habe ich mich entschieden, weil ich den h\u00f6chsten Wirkungsgrad haben wollte\u201c, begr\u00fcndet Maier seine Wahl. Durch die besondere Zelltechnologie, bei der ein d\u00fcnner monokristalliner Wafer von einer ultrad\u00fcnnen amorphen Siliziumschicht umh\u00fcllt ist, haben die Module HIT eine h\u00f6here Effizienz als herk\u00f6mmliche kristalline Solarmodule. Hinter der Attika versteckt, kann man sie nur von der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite sehen, und das auch nur, wenn man genau hinsieht.<\/p>\n<p>Die Photovoltaikanlage, die im April 2016 in Betrieb ging, erzeugt rund 20.000 Kilowattstunden Strom im Jahr (kWh\/a). Der Stromverbrauch in dem Architekturb\u00fcro liegt bei rund 12.000 Kilowattstunden. Darin sind die Vollklimatisierung, LED-Beleuchtung und IT-Systeme enthalten. Die Anlage hat somit einen \u00dcberschuss von 8.000 kWh\/a. Da Maier m\u00f6glichst viel Solarstrom selber nutzen wollte, hat er zus\u00e4tzlich eine Tesla-Batterie mit 6,4 kWh Speicherkapazit\u00e4t einbauen lassen. Mit dieser Kombination aus PV-Anlage und Solarspeicher konnte er in den zw\u00f6lf Monaten bis Mai diesen Jahres 55 Prozent des Stroms vom eigenen Dach im B\u00fcro nutzen und erzielte damit eine Autarkiequote von 57 Prozent. Der Direktverbrauch lag somit bei 43 Prozent.<\/p>\n<p>F\u00fcr die W\u00e4rmeversorgung hat er sich f\u00fcr ein Stirling-BHKW mit 25 Kilowatt thermischer Leistung und einem Kilowatt elektrischer Leistung entschieden. Au\u00dferdem hat der Architekt noch eine W\u00e4rmepumpe zum Heizen und K\u00fchlen installiert. \u201eDie schalte ich im Sommer ein, wenn wir damit k\u00fchlen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt er. So kann er in der hei\u00dfen Jahreszeit, wenn die Anlage viel Energie erzeugt, noch mehr Solarstrom selber nutzen.<\/p>\n<p>Der gesamte Stromverbrauch liegt bei rund 14.000 kWh\/a, da Maier auch ein Elektroauto von Tesla f\u00e4hrt. Auch hier hat ihn die innovative Technik, die den Verbrennungsmotor abl\u00f6sen soll, wieder \u00fcberzeugt. Das untermauert er mit dem Vergleich der Kosten f\u00fcr das Betanken. Bei seinem Elektroauto kosten ihn 100 Kilometer nur 2,20 Euro. F\u00fcr die gleiche Strecke w\u00fcrde er etwa 10,40 Euro f\u00fcr Benzin bezahlen. Zwei Ladestationen hat er schon vor dem Geb\u00e4ude aufstellen lassen, eine davon noch f\u00fcr Mitarbeiter und G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Als Fan fortschrittlicher Technik hat Maier im B\u00fcro Smart Home-Steuerungen einbauen lassen. Mit den Einzelsteuerungen kann er die LED-Leuchten steuern, ebenso die Musik, die Haustechnik und das Energie-Monitoring. \u00dcber eine Benutzer-Oberfl\u00e4che sind sie miteinander verbunden.<\/p>\n<p>Nach einem Jahr in dem neuen Geb\u00e4ude mit einem ausgekl\u00fcgelten Energiekonzept zieht er eine rundum positive Zwischenbilanz. Deshalb will Maier sich nun an die Erweiterungen machen, die er schon vorab im Sinn hatte. Die Photovoltaikanlage will er auf 50 Kilowatt Leistung erweitern. Auf dem hinteren Teil des Geb\u00e4udes, also \u00fcber den beiden Wohnungen, gibt es noch Platz auf dem Dach. Zwei weitere Solarspeicher will er anschaffen, so dass er eine dreiphasige Speicherkapazit\u00e4t von 38,70 Kilowattstunden hat. Zu den zwei Ladestationen sollen vier weitere dazu kommen. Denn Maier plant auch, seinen Fuhrpark komplett auf elektrisch umzustellen. Ende 2018 will er drei elektrisch betriebene Firmenwagen haben. Und das Nachbargeb\u00e4ude, das ihm ebenfalls geh\u00f6rt, will er \u00fcber eine Fernw\u00e4rmeleitung mit W\u00e4rme versorgen. \u201eDas Thema Energie ist f\u00fcr mich eine Lebensphilosophie geworden\u201c, sagt Alexander Maier. Und die Energieerzeugung so zu integrieren, dass sie nicht sichtbar ist, bereitet ihm eine doppelte Freude.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.panasonic.com\/global\">www.panasonic.com\/global<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13 Jahre stand der ehemalige Supermarkt in Mainz-Gonsenheim leer. 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