{"id":24352,"date":"2026-03-16T13:38:42","date_gmt":"2026-03-16T12:38:42","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=24352"},"modified":"2026-03-11T13:41:54","modified_gmt":"2026-03-11T12:41:54","slug":"fraunhofer-ieg-studie-zeigt-grosses-geothermiepotenzial-in-verkarsteten-kalkgesteinen-in-nrw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=24352","title":{"rendered":"Fraunhofer IEG: Studie zeigt gro\u00dfes Geothermiepotenzial in verkarsteten Kalkgesteinen in NRW"},"content":{"rendered":"\n<p>Die W\u00e4rmewende stellt Energieversorger vor die Aufgabe, neue nachhaltige W\u00e4rmequellen zu erschlie\u00dfen. Tiefengeothermie r\u00fcckt dabei zunehmend in den Fokus der kommunalen W\u00e4rmeplanung. Forschende des Fraunhofer IEG haben nun neue Erkenntnisse zum geothermischen Potenzial im Untergrund von Nordrhein-Westfalen ver\u00f6ffentlicht. Grundlage sind detaillierte Bohrkernanalysen aus dem Raum Iserlohn. Die Ergebnisse zeigen, dass verkarstete Kalkgesteine aus dem Erdzeitalter Devon ein bislang untersch\u00e4tztes W\u00e4rmereservoir darstellen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fraunhofer_Geothermie_Verkarstete-Kalksteine.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fraunhofer_Geothermie_Verkarstete-Kalksteine-1024x768.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-24344\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fraunhofer_Geothermie_Verkarstete-Kalksteine-1024x768.webp 1024w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fraunhofer_Geothermie_Verkarstete-Kalksteine-300x225.webp 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fraunhofer_Geothermie_Verkarstete-Kalksteine-768x576.webp 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Fraunhofer_Geothermie_Verkarstete-Kalksteine.webp 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Verkarstete, also von Spalten durchzogene Kalkgesteine, k\u00f6nnen hei\u00dfes Tiefenwasser aufnehmen und weiterleiten. Sie bieten damit g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr geothermale Reservoire. Quelle: M. Heinelt, Fraunhofer IEG<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Energieversorger stehen vor der Aufgabe, W\u00e4rmenetze trotz Kohleausstieg langfristig zukunftsf\u00e4hig aufzustellen. Erdw\u00e4rme k\u00f6nnte dabei eine wichtige Rolle spielen \u2013 vorausgesetzt, das Wissen \u00fcber die geologischen Strukturen im Untergrund wird erweitert. Forschende des Fraunhofer IEG untersuchten deshalb im Rahmen des Reallabor Geothermie Rheinland, welche Eigenschaften die tief liegenden Kalkgesteinsschichten besitzen und wie gut sie sich f\u00fcr die geothermische Nutzung eignen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse zeigen: Verkarstete Gesteine in zwei bis drei Kilometern Tiefe k\u00f6nnen f\u00fcr Energieversorger ein echtes Reservoir f\u00fcr die W\u00e4rmewende sein\u201c, sagt Studienleiter Manfred Heinelt vom Fraunhofer IEG. Durch nat\u00fcrliche Verkarstungsprozesse entstehen \u00fcber Millionen Jahre Hohlr\u00e4ume und erweiterte Spalten im Gestein. Diese erleichtern die Zirkulation von Tiefenwasser erheblich und erm\u00f6glichen eine wirtschaftliche Nutzung der gespeicherten W\u00e4rme \u2013 \u00e4hnlich wie bereits in St\u00e4dten wie M\u00fcnchen oder Paris sowie in mehreren Projekten in den Niederlande.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">H\u00f6here Durchl\u00e4ssigkeit durch nat\u00fcrliche Hohlr\u00e4ume<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Untersuchungen zeigen, dass die Verkarstung entscheidend f\u00fcr die Eigenschaften der Kalkgesteine ist. W\u00e4hrend unver\u00e4nderte Kalkschichten kaum Wasser f\u00fchren, erreichen stark verkarstete Einheiten effektive Porosit\u00e4ten von bis zu 14 Prozent und deutlich h\u00f6here Durchl\u00e4ssigkeiten. Dadurch kann Tiefenwasser leichter zirkulieren und W\u00e4rme effizient transportieren. F\u00fcr Energieversorger bedeutet dies, dass m\u00f6gliche geothermische Standorte \u00fcber gr\u00f6\u00dfere hydraulische Reserven verf\u00fcgen k\u00f6nnten, als fr\u00fchere Bohrdaten vermuten lie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Laboranalysen unter realistischen Tiefenbedingungen<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Studie analysierten die Forschenden Bohrkernproben aus zwei bis drei Kilometern Tiefe. Im Labor wurden Dichte, W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit sowie akustische Eigenschaften gemessen und umfangreiche Durchl\u00e4ssigkeitsexperimente durchgef\u00fchrt. Die Tests fanden unter Druck- und Temperaturbedingungen statt, die denen in mehreren Kilometern Tiefe entsprechen. Zus\u00e4tzlich kam Computertomographie zum Einsatz, um das innere Hohlraumsystem der Gesteine sichtbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gewonnenen Daten flossen anschlie\u00dfend in ein Computermodell ein, das das geothermische W\u00e4rmeangebot der Gesteinsschichten bis in 3.000 Meter Tiefe absch\u00e4tzt. Besonders im Fokus standen die sogenannten Devonkalke \u2013 Sedimentgesteine, die vor rund 400 Millionen Jahren entstanden sind und in Nordrhein-Westfalen n\u00f6rdlich der Linie Aachen\u2013D\u00fcsseldorf\u2013Arnsberg verbreitet vorkommen. Die Analysen zeigen, dass die Kalkgesteine im Raum Iserlohn ausreichend rissig und por\u00f6s sind, um Tiefenwasser zu speichern und zu transportieren \u2013 eine zentrale Voraussetzung f\u00fcr die geothermische Nutzung \u00fcber Tiefenbohrungen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Potenzial f\u00fcr kommunale W\u00e4rmeplanung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Modellrechnungen ergeben, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von \u00fcber 90 Prozent W\u00e4rmemengen von mehr als 87 Terajoule im Untergrund von Iserlohn vorhanden sind. Das entspricht ungef\u00e4hr dem j\u00e4hrlichen W\u00e4rmebedarf von rund 1.500 Haushalten. Besonders hohe Werte treten dort auf, wo die Devon-Kalkgesteine gr\u00f6\u00dfere M\u00e4chtigkeiten und h\u00f6here Temperaturen erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit liefert die Studie wichtige Grundlagen f\u00fcr kommunale W\u00e4rmeplanung und zuk\u00fcnftige Geothermieprojekte. Gleichzeitig stellt sie einen methodischen Ansatz zur geologischen, chemischen und petrophysikalischen Bewertung komplexer Kalksteinsysteme bereit, der k\u00fcnftig auch auf andere Regionen in Nordrhein-Westfalen \u00fcbertragen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Forschungskooperation und Projektumfeld<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung entstand in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum und der Technische Hochschule Georg Agricola. Ver\u00f6ffentlicht wurde sie unter dem Titel \u201eGeothermal potential of karstified Devonian carbonates in NW Germany\u201c in der Fachzeitschrift Geothermics.<\/p>\n\n\n\n<p>Gef\u00f6rdert wurde die Studie durch das Reallabor Geothermie Rheinland im Rahmen eines Projekts von Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Die Forschungsplattform untersucht die hydrothermale Geothermie im Rheinland unter anderem durch tiefe Forschungsbohrungen und geophysikalische Messungen. Ziel ist es, langfristig eine verl\u00e4ssliche Datenbasis f\u00fcr Energieversorger, Projektentwickler und Kommunen zu schaffen und den Ausbau der Geothermie in Nordrhein-Westfalen zu beschleunigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die W\u00e4rmewende stellt Energieversorger vor die Aufgabe, neue nachhaltige W\u00e4rmequellen zu erschlie\u00dfen. Tiefengeothermie r\u00fcckt dabei zunehmend in den Fokus der kommunalen W\u00e4rmeplanung. Forschende des Fraunhofer IEG haben nun neue Erkenntnisse zum geothermischen Potenzial im Untergrund von Nordrhein-Westfalen ver\u00f6ffentlicht. Grundlage sind detaillierte Bohrkernanalysen aus dem Raum Iserlohn. 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