{"id":20067,"date":"2024-01-23T10:35:33","date_gmt":"2024-01-23T09:35:33","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=20067"},"modified":"2024-01-16T10:54:18","modified_gmt":"2024-01-16T09:54:18","slug":"einen-altbau-zum-plusenergiehaus-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=20067","title":{"rendered":"Einen Altbau zum Plusenergiehaus machen"},"content":{"rendered":"\n<p>Andreas Ruf verf\u00fcgt in Lamerdingen \u00fcber ein Haus, das drei Wohneinheiten umfasst. Bei diesem stand vor zwei Jahren eine Heizungssanierung an, f\u00fcr die die Voraussetzungen denkbar schlecht waren. Das Geb\u00e4ude wurde im Jahr 1972 gebaut und damals schlecht ged\u00e4mmt. Deswegen waren jedes Jahr mehr als 4000 Liter Heiz\u00f6l erforderlich, um die Nutz- und Wohnfl\u00e4chen, die zusammen etwa eine Gr\u00f6\u00dfe von 350 Quadratmetern haben, zu beheizen. Das f\u00fchrte nicht nur zu hohen Heizkosten, sondern auch zu einem hohen CO2-Aussto\u00df.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20069\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-300x200.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-768x512.jpg 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PNR14684-1320x880.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dank neuer Heizungstechnik und PV-Stromerzeugung ist dieses \u2013 fr\u00fcher mit \u00d6l beheizte \u2013 Mehrfamilienhaus nun zu einem Plusenergiehaus geworden. (Bild: Andreas Ruf)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das motivierte Ruf dazu, herauszufinden, ob sich sein Objekt auch ohne aufwendige passive D\u00e4mmma\u00dfnahmen klimaneutral betreiben l\u00e4sst. Heute, zwei Jahre sp\u00e4ter, hat er Gewissheit: Mit der richtigen Technik l\u00e4sst sich ein 50 Jahre altes Geb\u00e4ude sogar in ein Plusenergiehaus verwandeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Solaranlage und zweistufiges W\u00e4rmepumpen-System l\u00f6sen \u00d6lbrenner ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt der Sanierung stand das Heizsystem. Statt eines \u00d6lbrenners sorgen heute eine 16 Quadratmeter gro\u00dfe Solarthermie-Anlage, eine 5-kW-W\u00e4rmepumpe und eine 5-kW-eXergiemaschine f\u00fcr ein wohlig warmes Zuhause. Die eXergiemaschine ist eine von varmeco und ihrem Schweizer Partner BMS-Energietechnik entwickelte, spezielle Wasser-Wasser-W\u00e4rmepumpe, die f\u00fcr Quellentemperaturen von 30 Grad und mehr konzipiert ist. Sie ersetzt also keine Heizungsw\u00e4rmepumpe, sondern kann diese und auch die solarthermische Anlage sinnvoll erg\u00e4nzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl W\u00e4rmepumpe und eXergiemaschine f\u00fcr ihren Betrieb Strom ben\u00f6tigen, ist die Kombination viel effizienter, als wenn eine W\u00e4rmepumpe allein die Vorlauftemperaturen f\u00fcr die Radiatoren und die Warmwasserbereitung liefern muss. Denn bei dem Duo darf die W\u00e4rmepumpe in ihrem optimalen Betriebsbereich arbeiten und braucht nur 35 oder 40 Grad zu erreichen, da die eXergiemaschine hier den Temperaturhub auf bis zu 65 Grad bewirkt. Diese Temperatur reicht, um die Radiatoren zu bedienen und hygienisch Warmwasser zu bereiten. Den \u201eTemperatur-Boost\u201c erledigt die eXergiemaschine hier mit einem Wirkungsgrad von etwa sechs, das hei\u00dft f\u00fcr eine Kilowattstunde Strom liefert sie sechs Kilowattstunden W\u00e4rme. Das sorgt f\u00fcr eine hohe Jahresarbeitszahl des Gesamtsystems von \u00fcber vier, sodass zum Erzeugen von 12500 kWh W\u00e4rme im letzten Jahr nur etwa 3000 kWh Strom n\u00f6tig waren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regler setzt Priorit\u00e4ten bei der W\u00e4rmeerzeugung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur an extrem kalten Tagen kommt ein 12-kW-Spitzenlastbrenner zum Einsatz. Dieser wird allerdings nicht mit \u00d6l, sondern klimaneutral mit Holzpellets befeuert. Damit die Pellet-Heizung m\u00f6glichst selten arbeitet, verwaltet ein varmeco-Regler VarCon380 das gesamte W\u00e4rmesystem. Der Regler sorgt daf\u00fcr, dass der 2400 Liter fassende W\u00e4rmespeicher vorzugsweise von den Solarkollektoren geladen wird. Erst wenn die Solarw\u00e4rme nicht gen\u00fcgt, wird die W\u00e4rmepumpe aktiviert; der Pellet-Brenner steht am Schluss der Priorit\u00e4tenliste. Unabh\u00e4ngig davon wacht die Regelung der eXergiemaschine dar\u00fcber, ob die Vorlauftemperatur f\u00fcr die Heizung und den Warmwasserbereiter (eine Frischwasserstation Vario fresh-nova von varmeco) eingehalten wird und schaltet bei Bedarf die eXergiemaschine ein, damit diese die eingespeicherte Niedertemperaturw\u00e4rme auf ein Temperaturniveau von \u00fcber 60 Grad bringt. Von dem Temperaturhub profitiert auch die Solaranlage, die bei bedecktem Himmel oder im Fr\u00fchling und Herbst geringere Temperaturen liefert, als an sonnigen Sommertagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eigenerzeugter Strom aus Sonnen- und Windkraft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit das Heizen mit Strom auch keine indirekten Emissionen verursacht, lie\u00dfe sich die Anlage mit \u00d6kostrom betreiben. Ruf hat sich jedoch f\u00fcr sauber erzeugten Eigenstrom entschieden. Den liefern eine ins Dach integrierte Photovoltaik-Anlage und die sp\u00e4ter auf dem Garagendach installierten PV-Module. Zusammen k\u00f6nnen sie 16,5 kWp Elektrizit\u00e4t erzeugen. Erg\u00e4nzt wird die Eigenerzeugung durch ein kleines 3-kW-Windrad auf dem Hausdach. Und damit der selbsterzeugte Strom zeitversetzt genutzt werden kann, steht im Keller eine 10,5-kWh-Batterie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Investition rechnet sich innerhalb weniger Jahre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach \u00fcber einem Jahr Betrieb der neuen Anlage zieht Ruf Bilanz: \u201eSeitdem wir unseren Strom selbst machen, erzeugen wir deutlich mehr Elektrizit\u00e4t als wir ben\u00f6tigen\u201c, freut er sich. Etwa die H\u00e4lfte des Ertrags speist er ins Netz und bekommt daf\u00fcr 8,2 Eurocent pro Kilowattstunde verg\u00fctet. In ertragsschwachen Zeiten muss das Haus auch Strom beziehen, doch dies sind nur wenige Hundert Kilowattstunden pro Jahr. \u201eDurch den \u00dcberschussstrom und die CO2-neutrale Heizanlage ist unser \u00fcber 50 Jahre altes Haus nun zum Plusenergiehaus geworden\u201c, sagt Ruf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen des durchdachten Konzepts konnte Familie Ruf auch eine F\u00f6rderung erhalten und brauchte nicht einmal die H\u00e4lfte der etwa 68.000 Euro Investitionskosten selbst aufzubringen. \u201eDas macht das Konzept auch finanziell h\u00f6chst attraktiv\u201c, so Ruf. \u201eDurch die neue Technik sparen wir so viel Geld, dass sich unsere Investition schon in circa 7,5 Jahren amortisiert haben wird. Eine Win-win-Situation f\u00fcr uns und f\u00fcr das Klima, denn durch die neue Heizung sparen wir nun zehn Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr ein.\u201c Um den eigenen CO2-Fu\u00dfabdruck weiter zu senken, plant Ruf die baldige Anschaffung eines Elektroautos, das mit \u00dcberschussstrom von der PV- und Windkraftanlage geladen werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/exergiemaschine.com\/\">eXergiemaschine eXm \u2013 die L\u00f6sung f\u00fcr Effizienz-Probleme.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Ruf verf\u00fcgt in Lamerdingen \u00fcber ein Haus, das drei Wohneinheiten umfasst. Bei diesem stand vor zwei Jahren eine Heizungssanierung an, f\u00fcr die die Voraussetzungen denkbar schlecht waren. Das Geb\u00e4ude wurde im Jahr 1972 gebaut und damals schlecht ged\u00e4mmt. Deswegen waren jedes Jahr mehr als 4000 Liter Heiz\u00f6l erforderlich, um die Nutz- und Wohnfl\u00e4chen, die zusammen etwa eine Gr\u00f6\u00dfe von 350 Quadratmetern haben, zu beheizen. 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