{"id":19648,"date":"2023-12-05T12:25:34","date_gmt":"2023-12-05T11:25:34","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=19648"},"modified":"2023-11-23T12:42:46","modified_gmt":"2023-11-23T11:42:46","slug":"wohngebaeude-aus-dem-jahr-1970-co2-frei-und-zum-plusenergiehaus-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=19648","title":{"rendered":"Wohngeb\u00e4ude aus dem Jahr 1970 CO2-frei und zum Plusenergiehaus gemacht"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte das Haus, das sich am Stra\u00dfenende befindet, auf den ersten Blick als Neubau bezeichnen. In Wirklichkeit handelt es sich aber um einen Bauk\u00f6rper, der urspr\u00fcnglich aus dem Jahr 1970 stammt. Das wei\u00dfe, modern anmutende Zweifamilienhaus im S\u00fcden des Ruhrgebiets ist in mehreren unterschiedlichen Phasen energetisch ert\u00fcchtigt worden. Heute produziert es mehr Energie, als die Bewohner verbrauchen. Im Jahr 2001 \u00fcbernahm eine junge Familie das Haus der Eltern, das \u00fcber 240 Quadratmeter Wohnfl\u00e4che verf\u00fcgte und sich damals energetisch noch im Originalzustand befand.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15-1024x683.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-19650\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15-1024x683.webp 1024w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15-300x200.webp 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15-768x512.webp 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15-1536x1024.webp 1536w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15-1320x880.webp 1320w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231110_plusenergiehaus_baujahr_1970_3_solar_10x15.webp 1620w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Rahmen des letzten Umbaus mussten die auf dem Dach befindlichen Solarthermie-Module an die Fassade \u201eumziehen\u201c. (Quelle: WOLF GmbH)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutete einen spezifischen prim\u00e4renergetischen Energiebedarf von 270 kWh\/m<sup>2<\/sup> im Jahr, nach heutiger Einstufung Energieeffizienzklasse H. Es hatte einen durchschnittlichen Gasverbrauch von 45.000 kWh pro Jahr, was etwa mit 4.500 Litern Heiz\u00f6l gleichzusetzen ist. Die Vorlauftemperatur f\u00fcr die Heizkreise betrug 75 Grad.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Heizk\u00f6rper sollten bleiben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Familie war es wichtig, das Haus energetisch zu ert\u00fcchtigen, jedoch ohne es daf\u00fcr komplett zu entkernen. Damit fiel auch die grundlegende Entscheidung, dass die Heizw\u00e4rme wie gehabt \u00fcber Heizk\u00f6rper \u00fcbertragen werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher wurden umfangreiche D\u00e4mmma\u00dfnahmen an der Geb\u00e4udeh\u00fclle durchgef\u00fchrt. Die alten zweifachverglasten Holzfenster (U-Wert zirka 3,0) wurden gegen w\u00e4rmed\u00e4mmende Fenster mit einer Zwei-Scheiben-Isolierverglasung (U-Wert 1,4) getauscht und das Dach wurde mit 18,5 Zentimeter D\u00e4mmst\u00e4rke ged\u00e4mmt und neu gedeckt (U-Wert 0,23).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der S\u00fcdostseite des Daches wurde eine 16 Quadratmeter gro\u00dfe Solarthermische Anlage zur Heizungsunterst\u00fctzung und Warmwasserbereitung installiert und entsprechend f\u00fcr das erzeugte Warmwasser im Keller ein 800-Liter-Pufferspeicher mit 180 Liter Trinkwarmwasser-Tank aufgestellt. Dieses Ma\u00dfnahmenpaket senkte den Gasverbrauch des Hauses um etwa ein Viertel auf 33.000 kWh. Jetzt entsprach das Geb\u00e4ude mit einem spezifischen prim\u00e4renergetischen Energiebedarf von 145 kWh\/m<sup>2<\/sup> im Jahr nach heutiger Einstufung der Energieeffizienzklasse E. Die 1993 neu eingebaute Gasheizung mit einer Leistung von 29 kW blieb erhalten. Das Vorg\u00e4ngermodell, eine \u00d6lheizung von 1970, hatte eine Leistung von 53 kW.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ert\u00fcchtigung zum KfW-Effizienzhaus-Standard 55<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 18 Jahren wurde der Grundriss nochmals an die neuen Bed\u00fcrfnisse der Bewohner angepasst und dabei das Geb\u00e4ude im gleichen Zug energetisch auf den KfW-Effizienzhaus-Standard 55 ert\u00fcchtigt. Ziel war, das Haus zu einer modernen Wohn- und Gewerbeeinheit mit hoher Aufenthaltsqualit\u00e4t umzubauen. Die Gewerbeeinheit sollte ins Erdgeschoss einziehen und die Wohnung der sechsk\u00f6pfigen Familie wurde im 1. OG und im Dachgeschoss erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der 30 Quadratmeter gro\u00dfen Dachterrasse entstand ein Holzst\u00e4nderanbau in Passivhausqualit\u00e4t. Im Rahmen der Ert\u00fcchtigung der bestehenden Aufsparrend\u00e4mmung wurde die bestehende D\u00e4mmschicht des Satteldaches von 18 auf 28 Zentimeter verst\u00e4rkt und auf beiden Dachschr\u00e4gen wurden gro\u00dfe Dachgauben eingebaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutete wiederum f\u00fcr die auf dem Dach befindlichen Solarthermie-Module, dass sie an die Fassade \u201eumziehen\u201c mussten. Dort wurden vier neue Solarthermie-Kollektoren der Firma WOLF installiert. Die thermische Solaranlage produziert von Februar bis November warmes Wasser, das sowohl dem Pufferspeicher als auch dem Trinkwarmwasserspeicher zugef\u00fchrt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dreifach verglaste Fenster<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt der 18 Jahre alten, doppelverglasten Fenster sind heute im ganzen Haus Holz-Alu-Fenster mit Dreifachverglasung in Passivhausstandard (U-Wert 0,7) eingebaut. Auch die neue Haust\u00fcr entspricht dem Passivhaus-Standard.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An den Kellerau\u00dfenw\u00e4nden wurde bis auf die Kellersohle hinunter eine Perimeterd\u00e4mmung angebracht. Au\u00dferdem wurden die Au\u00dfenw\u00e4nde (Urzustand: U-Wert 1,65) des Geb\u00e4udes mit einer \u00f6kologischen, 20 Zentimeter starken Holzfaserd\u00e4mmung versehen (U-Wert 0,20). Zwischen die an den W\u00e4nden geschraubte Holzkonstruktion und die au\u00dfen abschlie\u00dfende Holzfaserplattend\u00e4mmung ist als nachhaltiges D\u00e4mmmaterial Holzwolle eingeblasen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vorlauftemperatur auf 50 Grad gesenkt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch diese Ma\u00dfnahmen konnte das neue Gas-Brennwert-Solar-Center CSZ-20 von WOLF deutlich kleiner ausfallen als ihr Vorg\u00e4ngermodell. Die Heizung hatte jetzt statt 29 kW nur noch 20 kW Leistung und eine Vorlauftemperatur von 50 Grad.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die jetzt luftdichte Geb\u00e4udeh\u00fclle vor Feuchte-Sch\u00e4den zu bewahren und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erh\u00f6hen, haben die Bauherren eine zentrale Wohnrauml\u00fcftungsanlage CWL-F-300 von WOLF eingebaut, welche die Wohnr\u00e4ume mit frischer Luft versorgt. Die Verrohrung in abgeh\u00e4ngten Decken hat die Familie in Eigenleistung durchgef\u00fchrt. Durch diese weiteren Sanierungsschritte war mit einem spezifischen prim\u00e4renergetischen Energiebedarf von 52 kWh\/m<sup>2<\/sup> pro Jahr der KfW-55-Standard bereits unterschritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vorlauftemperatur zwischen 38 und 45 Grad<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits zwei Jahre sp\u00e4ter folgten die n\u00e4chsten Ma\u00dfnahmen mit dem Ziel, das Geb\u00e4ude energetisch m\u00f6glichst autark bewirtschaften zu k\u00f6nnen. Die Berechnung der erforderlichen Einzelma\u00dfnahmen hat der W\u00e4rmepumpenspezialist wattgeht durchgef\u00fchrt. Jeder einzelne Raum wurde neu berechnet und die Vorlauftemperatur auf die geringstm\u00f6gliche Gradzahl eingestellt. Somit konnten die Vorlauftemperatur sowie die tats\u00e4chliche Heizlast nochmals erheblich abgesenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt 12,2 kW aus der urspr\u00fcnglichen Heizlastberechnung wurden sechs kW als die tats\u00e4chliche Heizlast auf bestimmt. Damit reduziert sich die Vorlauftemperatur f\u00fcr die Heizk\u00f6rper je nach Witterung auf Werte zwischen 38 und 45 Grad.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energietr\u00e4ger wurde die noch junge Gastherme gegen eine WOLF CHA Monoblock-W\u00e4rmepumpe mit zehn kW Leistung ausgetauscht. Sie wurde elektronisch auf sechs kW begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>PV-Anlage und Batteriespeicher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuletzt wurde aus 50 Modulen eine rund 100 Quadratmeter gro\u00dfe PV-Anlage auf einem Nebengeb\u00e4ude installiert sowie ein SENEC Batteriespeicher mit 25,2 kW Ladekapazit\u00e4t im Kelleranschlussraum angeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Summe aller Ma\u00dfnahmen hat bewirkt, dass sich das Geb\u00e4ude zu einem Energie-Plus-Haus gewandelt hat, das deutlich mehr Energie produziert als es verbraucht. Der spezifische prim\u00e4renergetische Energiebedarf liegt heute bei acht kWh\/m\u00b2. Die SENEC.Cloud, ein virtuelles Konto f\u00fcr Stromguthaben, f\u00fchrt den im Sommer ins Netz eingespeisten \u00dcberschuss an PV-Strom in der Heizperiode der W\u00e4rmepumpe zu. Somit sind das Geb\u00e4ude und die Elektro-Fahrzeuge der Familie so gut wie komplett energieautark.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Energiekosten auf weniger als 50 Euro gesunken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zentrale Element der Haustechnik ist das Energiemanagementsystem des Batteriespeichers. Dieses sorgt daf\u00fcr, dass der kostenlos erzeugte PV-Strom zuerst direkt im Haus, in der W\u00e4rmepumpe oder mit den Elektroautos verbraucht und in zweiter Instanz in den Speicher eingespeist wird. Erst wenn der Speicher voll beladen ist und keine weitere Energie mehr verbraucht werden kann, wird der \u00fcbersch\u00fcssige PV-Strom ins Netz eingespeist, wo er nach Bedarf wieder zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die urspr\u00fcnglichen Energiemengen f\u00fcr die Heizungsanlage (18.500 kWh Erdgas\/Jahr) konnten mit der W\u00e4rmepumpe auf 3.800 kWh Strom pro Jahr reduziert werden (16.000 kWh W\u00e4rmeenergie \/ JAZ 4,2). Die Gesamtenergiekosten f\u00fcr Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom und Strom f\u00fcr die E-Fahrzeuge belaufen sich auf unter 50 Euro pro Monat (vorher 600 Euro pro Monat).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>CO<sub>2<\/sub>-freies Nullenergie-Geb\u00e4ude<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Familie ist hochzufrieden mit der neuen Haustechnik: Neben dem guten Gef\u00fchl, den vier Kindern ein zukunftssicheres, CO<sub>2<\/sub>-freies Nullenergie-Geb\u00e4ude zu hinterlassen, haben sich die Investitionskosten der neuen W\u00e4rmepumpenanlage und die der PV-Anlage mit Batteriespeicher nach maximal zehn Jahren amortisiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.wolf.eu\/cha\">www.wolf.eu\/cha<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man k\u00f6nnte das Haus, das sich am Stra\u00dfenende befindet, auf den ersten Blick als Neubau bezeichnen. 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