{"id":15384,"date":"2022-02-03T11:53:00","date_gmt":"2022-02-03T10:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=15384"},"modified":"2022-01-31T11:11:49","modified_gmt":"2022-01-31T10:11:49","slug":"hauskaeufer-muessen-energetisch-nachruesten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=15384","title":{"rendered":"Hausk\u00e4ufer m\u00fcssen energetisch Nachr\u00fcsten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4ltere Wohnh\u00e4user befinden sich oft in einem schlechten energetischen Zustand. Viele von ihnen wurden nicht oder nur in Teilen modernisiert. Deswegen wird es unter Umst\u00e4nden gesetzlich gefordert, solche Altbauten nach dem Kauf energetisch nachzur\u00fcsten. Konkret gibt es dreierlei Nachr\u00fcstpflichten f\u00fcr K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer von Ein- oder Zweifamilienh\u00e4usern. Zun\u00e4chst ist es erforderlich, die Warmwasser- und Heizungsleitungen zu d\u00e4mmen, die sich in ungeheizten R\u00e4umen befinden. Zweitens m\u00fcssen diejenigen Heizungen ausgetauscht werden, die \u00e4lter als 30 Jahre sind. Und drittens sind oberste Geschossdecken, die \u00fcber keine D\u00e4mmung verf\u00fcgen, mit einer solchen zu versehen. F\u00fcr all diese Ma\u00dfnahmen haben die Hausk\u00e4ufer zwei Jahre Zeit. Generell gilt, dass die H\u00e4user, die vor dem Jahr 2002 gebaut wurden, von der Nachr\u00fcstpflicht betroffen sind. Positiv ist in diesem Zusammenhang zu vermerken, dass sich die dazu erforderlichen Investitionen wirtschaftlich rechnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15385\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-300x200.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-768x511.jpg 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-1536x1023.jpg 1536w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-2048x1364.jpg 2048w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Dachfenster-Senioren_FotoZukunftAltbau-kleiner-e1643004586497-1320x879.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Es gibt mehrere Nachr\u00fcstpflichten beim Kauf eines \u00e4lteren Hauses: Die D\u00e4mmung der obersten Geschossdecke z\u00e4hlt dazu \u2013 oder die Alternative D\u00e4mmung der Dachschr\u00e4ge (Foto: Zukunft Altbau)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neutrale Informationen dazu gibt es kostenfrei am Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter 08000 12 33 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) oder per E-Mail an <a href=\"mailto:beratungstelefon@zukunftaltbau.de\">beratungstelefon@zukunftaltbau.de<\/a>. Der Sanierungsbedarf in Deutschland ist enorm, da sind sich alle Fachleute einig. Der Anteil von H\u00e4usern mit einem energetisch schlechten Niveau liegt aktuell bei rund 70 Prozent. Unsanierte Wohnh\u00e4user verbrauchen hierzulande durchschnittlich etwa 150 bis 200 Kilowattstunden Endenergie pro Quadratmeter und Jahr. Viel mehr, als f\u00fcr warme R\u00e4ume eigentlich erforderlich ist. Meist werden gerade energetisch unsanierte H\u00e4user auch noch mit fossilen Brennstoffen wie \u00d6l oder Gas beheizt. Als Faustregel kann man sich an folgendem Wert orientieren: Geb\u00e4ude, die \u00e4lter als 20 Jahre alt sind, gelten als Altbau. Sie entsprechen meist einem energetischen Niveau, das weder dem neuen Geb\u00e4udeenergiegesetz (GEG) noch der bisherigen Energieeinsparverordnung EnEV entspricht. Beim Verkauf gibt es im Gesetz deshalb entsprechende Nachr\u00fcstpflichten, um den Energieverbrauch zu senken.<br><br><strong>Energetische Nachr\u00fcstung ist lohnenswert<\/strong><br><br>Neben den Kosten f\u00fcr Kauf, Umbauten und Sch\u00f6nheitsreparaturen m\u00fcssen die neuen Immobilieneigent\u00fcmerinnen und -eigent\u00fcmer daher auch eine Investition in die energetische Nachr\u00fcstung einplanen. \u201eDie neuen Eigent\u00fcmer sollten davor aber nicht zur\u00fcckschrecken\u201c, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. \u201eIm Gegensatz zu Fassadenanstrichen und neuen B\u00e4dern rechnen sich energetische Ma\u00dfnahmen wirtschaftlich, da durch sie die Heizkosten sinken.\u201c Hinzu komme ein h\u00f6herer Wohnkomfort durch angenehm warme R\u00e4ume. Damit die neuen Besitzerinnen und Besitzer nach Kauf und Einzug nicht sofort sanieren m\u00fcssen, l\u00e4sst ihnen der Gesetzgeber zwei Jahre Zeit, die Ma\u00dfnahmen umzusetzen. Zudem werden viele energetische Sanierungsma\u00dfnahmen staatlich gef\u00f6rdert.<br><br><strong>D\u00e4mmung von Leitungen und Armaturen<\/strong><br><br>Nachr\u00fcstpflicht Nummer eins: Nicht ged\u00e4mmte Heizungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die in unbeheizten R\u00e4umen \u2013 etwa dem Keller \u2013 liegen und zug\u00e4nglich sind, m\u00fcssen nachtr\u00e4glich ged\u00e4mmt werden. Wie dick die D\u00e4mmung sein soll, ist klar geregelt. Rohrleitungen und Armaturen, die einen Durchmesser von bis zu 2,2 Zentimetern aufweisen, ben\u00f6tigen eine zwei Zentimeter dicke D\u00e4mmung. Haben sie einen Umfang bis 3,5 Zentimetern, sind drei Zentimeter Isolierung erforderlich. Hat die Rohrleitung einen Durchmesser \u00fcber 3,5 bis zehn Zentimetern, muss die D\u00e4mmung genauso dick sein wie der Durchmesser.<br><br>Befinden sich die Leitungen und Armaturen in Wand- und Deckendurchbr\u00fcchen, im Kreuzungsbereich von Leitungen, an Leitungsverbindungsstellen oder bei zentralen Leitungsnetzverteilern, reicht die H\u00e4lfte der D\u00e4mmschicht. Die n\u00f6tigen D\u00e4mmstoffdicken beziehen sich auf einen D\u00e4mmstoff mit der W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit von 0,035 Watt pro Meter und Kelvin. Hat ein D\u00e4mmmaterial eine andere W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit, wird umgerechnet und die D\u00e4mmstoffdicke angepasst.<br><strong><br>Oberste Geschossdecke mit W\u00e4rmeschutz versehen<\/strong><br><br>Zweite Nachr\u00fcstpflicht: Nicht ged\u00e4mmte oberste Geschossdecken sind ebenfalls mit einer D\u00e4mmschicht zu versehen. \u201eBetroffen ist die Decke, die einen beheizten von einem unbeheizten Raum trennt\u201c, erkl\u00e4rt Paul Sch\u00fcle vom Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-W\u00fcrttemberg. \u201eNormalerweise liegt sie zwischen dem bewohnten Obergeschoss und dem nicht ausgebauten Dachboden.\u201c Als gesetzliche Vorgabe f\u00fcr die D\u00e4mmung gilt ein W\u00e4rmedurchgangskoeffizient von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Unged\u00e4mmt betr\u00e4gt der W\u00e4rmedurchgangskoeffizient ein Vielfaches davon. \u201eDamit die W\u00e4rmeverluste durch eine Nachr\u00fcstung auf den geforderten Wert gesenkt werden k\u00f6nnen, wird eine D\u00e4mmdicke von zw\u00f6lf bis 18 Zentimetern ben\u00f6tigt, je nachdem, welcher D\u00e4mmstoff eingesetzt wird\u201c, so Sch\u00fcle.<br><br>Zukunft Altbau empfiehlt, gleich deutlich mehr D\u00e4mmstoff einzubauen, als der Gesetzgeber fordert. Platz ist h\u00e4ufig da: Meist bestehen bei der D\u00e4mmung der obersten Geschossdecke keine Einschr\u00e4nkungen hinsichtlich der D\u00e4mmstoffdicke. Langfristig sehr gute U-Werte liegen unter 0,14 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Diese erreicht man durch eine D\u00e4mmstoffdicke von20 bis 30 Zentimetern. Dann gibt es auch finanzielle F\u00f6rderung als BEG-Einzelma\u00dfnahme, die die Mehrkosten f\u00fcr die zus\u00e4tzliche D\u00e4mmung ausgleicht. Wenn die Geschossdecke bereits den Mindestw\u00e4rmeschutz aufweist, gibt sich der Gesetzgeber damit zufrieden \u2013 auch wenn der Zielwert nicht erreicht wird. Der Mindestw\u00e4rmeschutz betr\u00e4gt in der Regel vier Zentimeter.<br><br>Alternativ zur obersten Geschossdecke kann auch die Dachschr\u00e4ge ged\u00e4mmt werden. Laut Fachmann Sch\u00fcle kann das sogar weitaus sinnvoller sein. \u201eDurch eine Dachd\u00e4mmung entsteht statt eines kaum nutzbaren kalten Raums ein zweckm\u00e4\u00dfiger Lagerraum bei ann\u00e4hrend gleichem W\u00e4rmebedarf\u201c, so Sch\u00fcle. \u201eWer das Dach d\u00e4mmt, schafft zudem die Voraussetzung f\u00fcr einen m\u00f6glichen Dachausbau.\u201c<br><br><strong>Tausch von Uraltheizkesseln<\/strong><br><br>Nachr\u00fcstpflicht Nummer drei bezieht sich auf den Heizungstausch: Heizungskessel m\u00fcssen grunds\u00e4tzlich nach Ablauf von 30 Jahren erneuert werden. Wurde der Kessel im Haus etwa vor dem Jahr 1992 eingebaut, darf er seit 2022 nicht mehr betrieben werden. Das Alter der Heizung findet man auf dem Typenschild, im Schornsteinfegerprotokoll oder in den Bauunterlagen. Von der Austauschpflicht sind Konstanttemperaturkessel betroffen. Niedertemperatur- und Brennwertkessel hingegen d\u00fcrfen weiterlaufen. Pr\u00fcfen sollte man laut Frank Hettler von Zukunft Altbau aber immer, ob es sich lohnt, den vorhandenen Kessel auszutauschen. Aufgrund der besseren Wirkungsgrade neuer Heizungen und der guten finanziellen F\u00f6rderung beim Umstieg auf erneuerbare Energien rechnen sich die Investitionskosten in vielen F\u00e4llen, vor allem wenn zus\u00e4tzliches Energiesparpotenzial bei Regelung und Hydraulik genutzt wird. Das schont nicht nur das Klima, sondern ist auch insgesamt g\u00fcnstiger.<br><br>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.zukunftaltbau.de\">www.zukunftaltbau.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4ltere Wohnh\u00e4user befinden sich oft in einem schlechten energetischen Zustand. Viele von ihnen wurden nicht oder nur in Teilen modernisiert. Deswegen wird es unter Umst\u00e4nden gesetzlich gefordert, solche Altbauten nach dem Kauf energetisch nachzur\u00fcsten. Konkret gibt es dreierlei Nachr\u00fcstpflichten f\u00fcr K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer von Ein- oder Zweifamilienh\u00e4usern. Zun\u00e4chst ist es erforderlich, die Warmwasser- und Heizungsleitungen zu d\u00e4mmen, die sich in ungeheizten R\u00e4umen befinden. Zweitens m\u00fcssen diejenigen Heizungen ausgetauscht werden, die \u00e4lter als 30 Jahre sind. Und drittens sind oberste Geschossdecken, die \u00fcber keine D\u00e4mmung verf\u00fcgen, mit einer solchen zu versehen. F\u00fcr all diese Ma\u00dfnahmen haben die Hausk\u00e4ufer zwei Jahre Zeit. Generell gilt, dass die H\u00e4user, die vor dem Jahr 2002 gebaut wurden, von der Nachr\u00fcstpflicht betroffen sind. 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