{"id":15330,"date":"2022-01-27T11:31:00","date_gmt":"2022-01-27T10:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=15330"},"modified":"2022-01-24T12:04:50","modified_gmt":"2022-01-24T11:04:50","slug":"in-baden-wuerttemberg-beginnt-die-erste-serienproduktion-von-elektrolysesystemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=15330","title":{"rendered":"In Baden-W\u00fcrttemberg beginnt die erste Serienproduktion von Elektrolysesystemen"},"content":{"rendered":"\n<p>Um daf\u00fcr zu sorgen, dass Wasserstofftechnologien zukunftsf\u00e4hig werden, ist es erforderlich, die Elektrolysetechnik zu industrialisieren und schnell Fertigungskapazit\u00e4ten aufzubauen. Das funktioniert am besten und effizientesten durch eine B\u00fcndelung der Kompetenzen von Forschung und Industrie. Das &#8222;EcoLyzer BW&#8220;-Projekt wird von Ecoclean und dem ZSW (Zentrum f\u00fcr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden W\u00fcrttemberg) durchgef\u00fchrt. Das Ziel des Projekts liegt darin, eine Elektrolysesystem zu entwickeln und auf dem Markt einzuf\u00fchren, das international wettbewerbsf\u00e4hig ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ZSW.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ZSW-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15332\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ZSW-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ZSW-300x169.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ZSW-768x432.jpg 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ZSW.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Innovatives Knowhow im Container: Die Elektrolyse-Anlage am ZSW (Foto: \u00a9 ZSW)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Weltweit agieren derzeit etwa zehn Unternehmen auf dem Markt, die kommerzielle Elektrolysesysteme im Megawatt-Ma\u00dfstab entwickeln und anbieten. Bislang existiert jedoch kein industrieller Anbieter von Elektrolysesystemtechnik in Baden-W\u00fcrttemberg, der die im Land bestehenden Kompetenzen als Systemintegrator b\u00fcndelt und in der Lage w\u00e4re, schnell in eine wettbewerbsf\u00e4hige Produktentwicklung und Serienfertigung umzusetzen.<br><br>Europa hat sich mit dem Green Deal verpflichtet, als erster Kontinent bis 2050 klimaneutral zu werden und hierf\u00fcr sein Klimaschutzziel f\u00fcr 2030 von minus 40 Prozent auf minus 55 Prozent Treibhausgasreduktion gegen\u00fcber 1990 deutlich versch\u00e4rft. Die Wasser-Elektrolyse ist auf diesem Wege eine Schl\u00fcsseltechnologie. Nicht nur, weil es mit ihr gelingt, erneuerbare (\u00dcberschuss-)Energien aus dem Stromsektor in die anderen Energiesektoren (W\u00e4rmebereitstellung und Verkehr) zu transferieren, sondern weil sie zus\u00e4tzliche Optionen er\u00f6ffnet, auch die Industriezweige klimaneutral zu gestalten, die viel Energie verbrauchen, wie Stahlindustrie und Chemieindustrie. Auch wenn Deutschland zuk\u00fcnftig voraussichtlich weiterhin ein Energieimportland bleiben wird, bieten sich doch erhebliche industriepolitische Chancen f\u00fcr den Export von Elektrolysetechnologie in bevorzugte Power-to-X(P2X)-Regionen mit g\u00fcnstigen Sonnen- und Windverh\u00e4ltnissen. Um mit der aktuell sehr hohen Dynamik der Marktentwicklung Schritt halten zu k\u00f6nnen, muss der Technologietransfer in eine industrielle Serienfertigung nun sehr schnell und zielgerichtet erfolgen. Gelingt dies, kann Baden-W\u00fcrttemberg First-Mover-Vorteile im internationalen Wettbewerb generieren und so entsprechende Wertsch\u00f6pfungspotenziale aussch\u00f6pfen<br><em><br><\/em><strong>Alkalische Wasser-Elektrolyse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Technologische Grundlage f\u00fcr den geplanten Aufbau einer Serienproduktion in dem Kooperationsprojekt \u201eEcoLyzer\u201c ist eine vom ZSW in den vergangenen zehn Jahren entwickelte Systemtechnik f\u00fcr die Alkalische Wasser-Elektrolyse in der 1-Megawatt-Leistungsklasse. Es handelt sich um eine Alkalische Druckelektrolyse. Im Vollausbau liefert der Elektrolyseur, der mit zwei Elektrolysebl\u00f6cken von je 0,5 Megawatt Leistung ausgestattet werden kann, bei einer Effizienz von zirka 70 Prozent etwa 20 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde (auf einem Druckniveau von 16 bar). Die Entscheidung f\u00fcr diese Technologie wurde vom ZSW zu Beginn der Entwicklungen aus gutem Grund getroffen. \u201eZum einen handelt es sich bei der Alkalischen Elektrolyse um eine bereits gut erprobte und robuste Technologie. Sie ist technisch gut auch in gro\u00dfe Leistungsklassen skalierbar. Aber insbesondere kommt die Alkalische Elektrolyse im Gegensatz zu anderen Elektrolysetechnologien (PEM Elektrolyse beziehungsweise Hochtemperaturelektrolyse) ohne den Einsatz von ressourcenkritischen Edelmetallen und seltenen Erden aus. Das macht sie einerseits g\u00fcnstiger, andererseits sind keine Rohstoffengp\u00e4sse beim Markthochlauf zu erwarten\u201c, so Dr. Marc-Simon L\u00f6ffler, Leiter des Fachgebiets Regenerative Energietr\u00e4ger und Verfahren.<br><br><strong>F\u00f6rdermittel vom Umweltministerium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits bei der Entwicklung wurden Aspekte der industriellen Anwendung sowie Wartungsfreundlichkeit ber\u00fccksichtigt. Die Anlage ist auch f\u00fcr einen dynamischen Betrieb im Kontext Power-to-X mit erneuerbarem, fluktuierend anfallendem Strom ausgelegt. Die vom ZSW entwickelte Technologie wurde im Rahmen des vom Wirtschaftsministerium Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rderten Leuchtturmprojektes \u201ePower-to-Gas Baden-W\u00fcrttemberg\u201c in Grenzach-Wyhlen ab 2019 bereits erfolgreich in Praxisumgebung erprobt. \u201eUnsere Elektrolysesystemtechnologie f\u00fcr die Serienproduktion fit zu machen, bietet insbesondere f\u00fcr das Technologie-Exportland Baden-W\u00fcrttemberg mit seinen Potenzialen im Maschinen- und Anlagenbau und der Zulieferindustrie gro\u00dfe Chancen. Mit Ecoclean haben wir hierf\u00fcr einen idealen Partner gefunden\u201c, so Dr. Marc-Simon L\u00f6ffler. Das nun gestartete Verbundprojekt mit Ecoclean l\u00e4uft bis M\u00e4rz 2024 und wird vom Umweltministerium Baden-W\u00fcrttemberg im Rahmen des Zukunftsprogramms Wasserstoff BW mit Projektmitteln in H\u00f6he von rund 2,1 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<br><strong><em><br><\/em>International wettbewerbsf\u00e4higes Serienprodukt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Expertise in den Wasserstofftechnologien und beim Technologietransfer in die Industrie zeigt das ZSW seit vielen Jahren in zahlreichen erfolgreichen Projekten, so unter anderem in dem vom Wirtschaftsministerium Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rderten Verbundprojekt \u201eElektrolyse made in Baden-W\u00fcrttemberg\u201c. Aktuell beteiligten sich \u00fcber 60 Unternehmen \u2013 insbesondere aus der Zulieferindustrie \u2013 aktiv an dem Projekt. Bislang existierte jedoch kein industrieller Anbieter im Land, der diese Kompetenzen als Hersteller von Elektrolysesystemtechnik b\u00fcndelt. Mit Ecoclean wurde er nun gefunden. Mit Hauptsitz in Filderstadt ist Ecoclean ein international t\u00e4tiges Unternehmen im Bereich der Systemtechnik f\u00fcr Anwendungen in der industriellen Reinigungstechnik und Oberfl\u00e4chenbehandlung. \u201eWir verf\u00fcgen \u00fcber ausgewiesene Kompetenzen im Bereich des verfahrenstechnischen Anlagenbaus und industrieller Fertigungsprozesse und beabsichtigen auf dieser Grundlage die Entwicklung und Produktion einer wettbewerbsf\u00e4higen Elektrolysesystemtechnik in Baden-W\u00fcrttemberg f\u00fcr eine weltweite Vermarktung\u201c, so Michael F\u00f6rster, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Ecoclean GmbH. Ziel des Projektes \u201eEcoLyzer BW\u201c ist es, basierend auf dieser technologischen Grundlage, ein international wettbewerbsf\u00e4higes Systemprodukt zu entwickeln. Geplant ist, dass Ecoclean rund 80 Anlagen pro Jahr am Standort Dettingen fertigt, die dann f\u00fcr den internationalen Markt zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Mit der Produktion erster Anlagen soll ab 2023 begonnen werden. \u201eWir haben unsere Technologie in der Leistungsklasse ein Megawatt umgesetzt, dies bedeutet eine Produktionsmenge von rund 20 Kilogramm H2 pro Stunde. Zur Einordnung: das ist in etwa die Tankf\u00fcllung von vier Brennstoffzellen-PKW oder von einem Brennstoffzellen-Bus pro Stunde\u201c, so Dr. Marc-Simon L\u00f6ffler.<br><br>Unternehmen aus der Zulieferindustrie in Baden-W\u00fcrttemberg sollen in das Projekt eingebunden und so regionale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut werden. \u201eDamit sollen jetzt z\u00fcgig und zielgerichtet die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Wasserstoffwirtschaft anzutreiben, denn diese Technologie ist nicht nur f\u00fcr das Erreichen der Klimaziele wichtig, sondern auch f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit unseres Landes\u201c, betont Dr. Marc-Simon L\u00f6ffler.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.zsw-bw.de\">www.zsw-bw.de<\/a><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um daf\u00fcr zu sorgen, dass Wasserstofftechnologien zukunftsf\u00e4hig werden, ist es erforderlich, die Elektrolysetechnik zu industrialisieren und schnell Fertigungskapazit\u00e4ten aufzubauen. 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