{"id":15111,"date":"2021-12-18T11:02:00","date_gmt":"2021-12-18T10:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=15111"},"modified":"2021-12-09T10:12:18","modified_gmt":"2021-12-09T09:12:18","slug":"nutzerfreundlichkeit-und-cybersicherheit-sind-kein-widerspruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=15111","title":{"rendered":"Nutzerfreundlichkeit und Cybersicherheit sind kein Widerspruch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autor\/Redakteur: <a href=\"https:\/\/www.juice-world.com\/\">Christoph Erni, CEO der Juice Technology AG<\/a>\/gg<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Smart-Home-Anwendungen sollen den Nutzern einen Mehrwert bieten, etwa durch mehr Komfort oder Energieeinsparung. Dieser Zugewinn l\u00e4sst sich jedoch nur erreichen, wenn alle Systeme nicht nur lokal untereinander, sondern auch mit dem Internet vernetzt sind. Mit jedem IoT-Ger\u00e4t steigt aber ebenfalls das Potenzial f\u00fcr Cyberangriffe. Wie gelingt es, die Ladeinfrastruktur als Steuerger\u00e4t f\u00fcr das Fahrzeug so ins Smart Home einzubinden, dass die Sicherheit des Gesamtsystems gew\u00e4hrleistet ist, ohne dass die Anwenderfreundlichkeit darunter leidet?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"942\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-942x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15113\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-942x1024.jpg 942w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-276x300.jpg 276w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-768x835.jpg 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-1412x1536.jpg 1412w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-1883x2048.jpg 1883w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/ChristophErni_JuiceTechnologyAG-1320x1436.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 942px) 100vw, 942px\" \/><\/a><figcaption>Bild: Juice Technology<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Smart Home wachsen die Bereiche Unterhaltungselektronik, Haushaltsger\u00e4te, Heizung und Klimager\u00e4te zunehmend zusammen. Gleichzeitig bietet sich die Chance, sowohl die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen \u2013 zum Beispiel durch eine Photovoltaikanlage \u2013 darin mit einzubinden als auch die Energienutzung effizienter zu gestalten. Auch Ladestationen sind bereits ein nicht ganz unerheblicher Teil des Internet der Dinge (IoT) und k\u00f6nnen in das Smart Home mit eingebunden werden, um zum Beispiel die selbstgewonnene Energie direkt zum Laden zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass sich die Charger nahtlos, zugleich aber auch zuverl\u00e4ssig gesch\u00fctzt, ins Smart Home, genauer gesagt in das Home Energy Management System (HEMS), integrieren lassen. Dass dies eine nicht zu untersch\u00e4tzende Herausforderung ist, liegt auf der Hand. Schlie\u00dflich ist das Smart Home kein starres Gebilde, sondern beliebig erweiterbar, und mit jedem neu hinzukommenden Bestandteil steigen sowohl die Komplexit\u00e4t als auch die Vulnerabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nutzerperspektive im Fokus: E-Autos laden muss einfach sein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr E-Fahrzeughalter ist es wichtig, stets \u00fcber ein ausreichend geladenes Auto verf\u00fcgen zu k\u00f6nnen, weshalb sie in der Lage sein m\u00fcssen, den Ladevorgang einfach \u00fcberwachen und steuern zu k\u00f6nnen \u2013 etwa um bei Bedarf die Ladeleistung zu drosseln oder einzelne Fahrzeuge zu priorisieren. Wenn die Ladestation \u00fcber ein eigenes dynamisches, bestenfalls omnidynamisches Lademanagementsystem verf\u00fcgt, das intelligentes Laden \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich macht, kann die Ladeinfrastruktur bestm\u00f6glich genutzt und der Ladebedarf gedeckt werden, ohne dass dabei der Hausanschluss \u00fcberlastet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine nutzerfreundliche Steuerung erfordert ein Interface, das ger\u00e4teunabh\u00e4ngig \u2013 also im Browser oder \u00fcber eine App \u2013 funktioniert und m\u00f6glichst intuitiv bedient werden kann. Im Bestfall stammt diese Anwendung vom selben Hersteller wie die Ladestation und das Lademanagementsystem und ist so konzipiert, dass sie nicht nur den Zugriff auf alle wichtigen Fahrzeug- und Ladedaten erm\u00f6glicht, sondern zus\u00e4tzlich noch die heimische Energieproduktion und -nutzung analysiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Standardisierte Protokolle f\u00fcr eine smarte Anbindung ohne Hindernisse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch auch wenn die Ger\u00e4te von unterschiedlicher Provenienz sind, wie E-Auto, Ladestation und HEMS, und mit propriet\u00e4ren Kommunikationsprotokollen arbeiten, m\u00fcssen sie trotzdem barrierefrei untereinander kommunizieren k\u00f6nnen. Sonst lassen sie sich nicht zentral \u00fcberwachen und steuern, was wiederum die Anwenderfreundlichkeit und damit den Benefit f\u00fcr den Nutzer schm\u00e4lert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Voraussetzung f\u00fcr die Interoperabilit\u00e4t zwischen den Ger\u00e4ten \u2013 und dazu z\u00e4hlen E-Autos und Ladestationen ebenso wie PV-Anlagen, W\u00e4rmepumpen, Waschmaschinen oder K\u00fchlschr\u00e4nke \u2013 aber auch f\u00fcr die Interaktionsm\u00f6glichkeit des Smart-Home-Anwenders sind system\u00fcbergreifende Kommunikationsstandards. Dessen ungeachtet muss immer auch die IT-Sicherheit gew\u00e4hrleistet sein. Der Schl\u00fcssel liegt daher in standardisierten Protokollen, die einerseits offen sind und gleichzeitig die Kommunikation verschl\u00fcsseln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau das tun beispielsweise die in der internationalen Norm ISO&nbsp;15118 definierten Protokolle f\u00fcr die Kommunikation zwischen E-Fahrzeugen und Ladestationen. Diese erm\u00f6glicht Plug&nbsp;&amp;&nbsp;Charge, was bedeutet, dass zum Starten des Ladevorgangs, das Auto nur noch per Stecker mit der Ladestation verbunden werden muss. Alle f\u00fcr das Laden relevanten Prozesse laufen dann automatisch ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Integration der Ladestation ins HEMS ist wiederum das OSCP (Open Smart Charging Protocol) zust\u00e4ndig. Dieses verbindet das Ger\u00e4t mit dem lokalen Energiemanagementsystem und vermittelt eine 24-Stunden-Prognose der verf\u00fcgbaren Kapazit\u00e4t, die sich in der Planung der Ladezeiten niederschl\u00e4gt. Neben OSCP ist die universelle Schnittstelle EEBUS zentral. Der globale Kommunikationsstandard f\u00fcr HEMS regelt herstellerunabh\u00e4ngig den Datenaustausch zwischen Energieerzeugern und -verbrauchern im Smart Home und generell im IoT. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen so Informationen \u00fcber den effizienten Einsatz der Energie ausgetauscht werden.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Kommunikationsstandards machen es zudem m\u00f6glich, dass der \u00dcberschuss der lokal erzeugten Energie direkt dem Elektroauto als Ladestrom zur Verf\u00fcgung zu gestellt wird, der nicht f\u00fcr die Nutzung im Haushalt \u2013 also f\u00fcr die W\u00e4rmepumpe, die Waschmaschine oder den K\u00fchlschrank \u2013 ben\u00f6tigt wird. Das erspart die wenig rentable R\u00fcckspeisung ins Netz, verschafft eine gewisse Unabh\u00e4ngigkeit von zentralen Energieerzeugern und obendrein ein gutes Gewissen, weil das Auto mit kostenlosem \u00d6kostrom f\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ladestationen sind ein interessantes Einfallstor f\u00fcr Hacker<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Offene Systeme und damit jede Anwendung im IoT bergen grunds\u00e4tzlich das Risiko eines Cyberangriffs. Gerade im Fall des Smart Home, wo die Datensicherheit einerseits direkt vom eingesetzten Managementsystem und andererseits von allen darin eingebundenen Ger\u00e4ten und Teilsystemen abh\u00e4ngt, muss bei deren Auswahl darauf geachtet werden, keine Kompromisse in puncto Sicherheit einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr eine sichere Ladeinfrastruktur bedeutet dies, dass der Aspekt der Sicherheit bereits in der Konzeptions- und Entwicklungsphase fest verankert sein muss. Der Ansatz \u201eSecurity by Design\u201c bedeutet beispielsweise, dass propriet\u00e4re Chips\u00e4tze anstelle von Standardkomponenten verwendet werden. Ganz entscheidend ist aber der Bereich der Software. Alle Schnittstellen sollten nach g\u00e4ngigen Standards genormt sein und eine verschl\u00fcsselte Kommunikation zwischen Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und HEMS gew\u00e4hrleisten. Das sch\u00fctzt die Kommunikationsprozesse vor unerw\u00fcnschtem Zugriff von au\u00dfen und senkt das Risiko des Eindringens in das Smart Home. So w\u00e4re beispielsweise das Abgreifen der Kommunikation zwischen Ladestation und Smart Home und damit einhergehend die Analyse der Nutzungsmuster ein gefundenes Fressen f\u00fcr Einbrecher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Cybersecurity und Usability stehen nicht im Widerspruch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konsumenten sollten deshalb Produkte von Herstellern bevorzugen, die der Anwenderfreundlichkeit einen hohen Stellenwert beimessen, indem sie die Ger\u00e4te aus Nutzersicht entwickeln und dabei das Thema Cybersicherheit nicht au\u00dfer Acht lassen. Wenn sich die Produzenten in erster Linie als Software-Unternehmen verstehen, wird dies unmittelbar an der Umsetzung aktueller Entwicklungen wie der ISO-Norm&nbsp;15118 sichtbar, die zu Standards werden, weil sie den Ladevorgang nicht nur einfacher, sondern gleichzeitig auch sicherer machen. IT-Sicherheit l\u00e4sst sich den Produkten allerdings nicht nachtr\u00e4glich \u00fcberst\u00fclpen, sondern muss bereits im Rahmen der Produktplanung und -entwicklung mitber\u00fccksichtigt werden. Diese beiden Ans\u00e4tze \u201eSoftware-First\u201c und \u201eSecurity-by-Design\u201c sind gerade im Bereich des IoT elementar. Zertifizierungen wie die ISO\/IEC 27001 f\u00fcr Informationssicherheit und Datenschutz geben einen Hinweis f\u00fcr gelebte Cybersicherheit in Unternehmen. Es bedarf also nicht viel, um ein Gleichgewicht zwischen einem angenehmen Nutzererlebnis und der Sicherheit vor Cyberangriffen zu schaffen, auch bei Smart-Home-Anwendungen wie dem intelligenten Laden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smart-Home-Anwendungen sollen den Nutzern einen Mehrwert bieten, etwa durch mehr Komfort oder Energieeinsparung. Dieser Zugewinn l\u00e4sst sich jedoch nur erreichen, wenn alle Systeme nicht nur lokal untereinander, sondern auch mit dem Internet vernetzt sind. Mit jedem IoT-Ger\u00e4t steigt aber ebenfalls das Potenzial f\u00fcr Cyberangriffe. 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