{"id":14704,"date":"2021-10-12T11:56:00","date_gmt":"2021-10-12T09:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=14704"},"modified":"2021-09-20T12:15:38","modified_gmt":"2021-09-20T10:15:38","slug":"altbau-um-energieeffizienten-neubau-erweitert-und-zum-plus-energie-haus-umgebaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=14704","title":{"rendered":"Altbau um energieeffizienten Neubau erweitert und zum Plus-Energie-Haus umgebaut"},"content":{"rendered":"\n<p>Drei Freunde haben sich zusammen getan, um im Chiemgau ein altes Geb\u00e4ude, das um die 120 Jahre auf dem Buckel hatte, energetisch zu sanieren. Gleichzeitig haben sie das Geb\u00e4ude um einen Neubau erweitert, der energieeffizient ist. Die Energie wird klimaschonend mit einer gro\u00dfen Photovoltaikanlage erzeugt, f\u00fcr eine gro\u00dfe Unabh\u00e4ngigkeit sorgen zudem eine Luftw\u00e4rmepumpe und ein Stromspeicher. Insgesamt verf\u00fcgt das Mehrfamilienhaus jetzt \u00fcber acht Wohnungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14706\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-300x225.jpg 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-768x576.jpg 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/E3DC-MFH-Seeon_klein-1320x990.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Bild: E3\/DC<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Abrei\u00dfen und neu bauen oder doch lieber sanieren und ein Energiesparhaus aus dem alten Geb\u00e4ude machen? Vor dieser Frage stehen viele Besitzer und K\u00e4ufer von Immobilien. So auch Manfred Eglseder, Andreas Hartl und Marc Zeyss, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von S-Tech Energie, als sie beschlossen, ein etwa 120 Jahre altes, bewohntes Mehrfamilienhaus in Seeon am Chiemsee zu erwerben. Ihre Entscheidung fiel auf die Kernsanierung. Zudem wollten sie ein Plus-Energie-Haus daraus machen, so wie es im Sinne der Energiewende auch politisch erw\u00fcnscht ist. Das ist ihnen gelungen: Bilanziell erzeugen sie mehr Strom als das heutige Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen und einer Luftw\u00e4rmpumpe ben\u00f6tigt. Knapp 80 Prozent des Energiebedarfs f\u00fcr Strom und W\u00e4rme decken sie mit einer Photovoltaikanlage mit 45 Kilowatt Leistung und einem E3\/DC-Stromspeicher mit 35 Kilowattstunden Speicherkapazit\u00e4t. Ihr Beispiel zeigt aber auch, dass f\u00fcr solch ein Bauvorhaben nicht nur clevere Ideen erforderlich sind, sondern auch der n\u00f6tige Wille gefragt ist.<br><br>\u201eEin klassischer Bautr\u00e4ger h\u00e4tte das Geb\u00e4ude einfach abgerissen und neu gebaut. Das w\u00e4re einfacher gewesen\u201c, sagt Andreas Hartl. \u201eF\u00fcr uns war es, wie einen Oldtimer wieder herzurichten.\u201c Hartl und seine Gesch\u00e4ftspartner Eglseder und Zeyss sind in Seeon geboren und seit dem Kindergarten befreundet. 2009 gr\u00fcndeten sie die S-Tech Energie GmbH, mit der sie Photovoltaikanlagen auf Wohnh\u00e4usern und Gewerbegeb\u00e4uden, aber auch Freilandanlagen bauen. Letztere betreiben sie auch selbst. Mit dem Kauf des Geb\u00e4udes in Seeon, das knapp 1.900 Einwohner hat, sind sie in den Immobiliensektor eingestiegen. Seit dem Bezug der Wohnungen im Fr\u00fchjahr 2021 sind sie auch als Vermieter aktiv.<br><br><strong>Wohnungen f\u00fcr die Bewohner von Seeon<\/strong><br><br>\u201eWir wollten Wohnraum schaffen und modern und \u00f6kologisch bauen\u201c, erz\u00e4hlt Hartl. Die Gemeinde hatte noch einen anderen Wunsch und zwar, dass die Wohnungen nur f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von Seeon angeboten werden. Damit will sie vermeiden, dass in dem idyllischen Ort mit seiner Touristenattraktion, dem Kloster Seeon, wertvoller Wohnraum an K\u00e4ufer von Zweitwohnungen verloren geht \u2013 so wie es in Nachbargemeinden der Fall ist. Die Bauherren stimmten zu und erhielten die Baugenehmigung.<br><br>Dass sie ein Energiekonzept mit Photovoltaik, Stromspeicher und W\u00e4rmepumpe umsetzen wollten, stand f\u00fcr die Solarunternehmer von Anfang an fest. Ebenso, dass der Energiebedarf f\u00fcr Strom und W\u00e4rme so weit wie m\u00f6glich solar gedeckt werden sollte. Mehr Kopfzerbrechen bereitete ihnen die Frage, wie sie das Bauprojekt wirtschaftlich gestalten k\u00f6nnten. Die L\u00f6sung war die Erweiterung des kernsanierten Altbaus um einen etwa gleich gro\u00dfen Neubau. Dadurch konnten sie insgesamt acht Wohnungen mit 780 Quadratmeter Wohnfl\u00e4che errichten, was ihnen mehr Mieteinnahmen bringt und die Rentabilit\u00e4t erh\u00f6ht. Durch den Anbau bekamen sie aber auch mehr Dachfl\u00e4che, die sie mit Solarstrommodulen belegen konnten, um eine h\u00f6here Energieunabh\u00e4ngigkeit zu erreichen.<br><br><strong>Sanierung des Altbaus<\/strong><br><br>2019 ging es los mit der Kernsanierung des Altbaus, in dem fr\u00fcher Wohnungen und eine B\u00e4ckerei beherbergt waren. Das Trio wollte so viel graue Energie wie nur m\u00f6glich nutzen, die bereits im Geb\u00e4ude steckte. Deshalb lie\u00dfen sie die Ziegel, f\u00fcr deren Herstellung vor rund 120 Jahren schon viel Energie, aber auch Wasser, Lehm und Ton aufgewendet wurden, im Gem\u00e4uer und trugen lediglich den Putz ab. Auf die alten Ziegel kam 20 Zentimeter Steinwolle, dar\u00fcber eine Verkleidung mit Holzplanken, Putz und Kunststoffplatten. Das Dach bekam \u00fcber den Zwischensparren sechs Zentimeter Aufdachd\u00e4mmung, wodurch das Raumklima verbessert wird. Im Sommer schirmt die Holzfaserunterdeckplatte vor zu viel Hitze ab, im Winter h\u00e4lt sie die W\u00e4rme im Geb\u00e4udeinneren. Die Fensternischen ver\u00e4nderten Hartl, Eglseder und Zeyss weder in der Form noch in der Gr\u00f6\u00dfe, um etwas von der alten, ortstypischen Optik zu erhalten. Eingesetzt wurden moderne dreifachverglaste Fenster. Mit diesen Ma\u00dfnahmen erreichen sie den KfW-Effizienzhaus-Standard 85 f\u00fcr den sanierten Altbau. Der W\u00e4rmebedarf f\u00fcr die f\u00fcnf Wohnungen in diesem Geb\u00e4udeteil liegt bei 55 kWh m\u00b2\/a.<br><br><strong>Mehr Fl\u00e4che f\u00fcr Wohnraum und Photovoltaik auf neuem Anbau<\/strong><br><br>Der Altbau ist \u00fcber ein gemeinsames Treppenhaus mit der Erweiterung verbunden, die im rechten Winkel angebaut wurde. Der Neubau ist aus einem W\u00e4rmd\u00e4mmziegel gemauert, der nicht nur einen guten D\u00e4mmwert hat, sondern auch hohen Schallschutz bietet. Denn das Geb\u00e4ude liegt direkt an der Durchfahrtstra\u00dfe im Ortskern. Der Neubau mit KfW-Effizienzhaus-Standard 55 beherbergt weitere drei Wohnungen und hat einen W\u00e4rmebedarf von 35 kWh m\u00b2\/a. Die acht Wohnungen haben zwischen 75 und 110 Quadratmeter Wohnfl\u00e4che, zu jeder geh\u00f6rt entweder ein Balkon oder eine Terrasse. Eine Luftw\u00e4rmepumpe mit zw\u00f6lf Kilowatt Leistung erzeugt Energie f\u00fcr die Raumheizung und die Warmwasserbereitung. Den j\u00e4hrlichen Strombedarf f\u00fcr das Heizger\u00e4t haben Hartl, Eglseder und Zeyss mit 20.000 Kilowattstunden (kWh) berechnet. F\u00fcr die Haushalte und die Haustechnik ermittelten sie 16.000 kWh. Die Photovoltaikanlage legten sie mit 45 Kilowatt Leistung aus. Mehr passte unter Ber\u00fccksichtigung der zu vermeidenden Verschattung und Aussparungen f\u00fcr Dachfenster nicht auf die Dachfl\u00e4chen, die sie so gut wie m\u00f6glich ausnutzen wollten.<br><br>Die monokristallinen Solarmodule installierten sie in alle vier Himmelsrichtungen und auf allen D\u00e4chern des Alt- und Neubaus. An dem sonnenreichen Standort im Chiemgau wird die PV-Anlage jedes Jahr rund 40.000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen.<br><br><strong>Knapp 80 Prozent Autarkie dank Hauskraftwerk<\/strong><br><br>Damit die Bewohnerinnen und Bewohner mehr Solarstrom selbst verbrauchen k\u00f6nnen, installierte das Team von S-Tech Energie ein Hauskraftwerk S10 E PRO des Osnabr\u00fccker Herstellers E3\/DC. Die nutzbare Gesamtkapazit\u00e4t betr\u00e4gt 39,5 Kilowattstunden und ist in zwei Batterieschr\u00e4nken untergebracht. Rund 70 Prozent des selbst erzeugten Stroms k\u00f6nnen direkt im Geb\u00e4ude genutzt werden. Durch die Zwischenspeicherung des Solarstroms, der gerade nicht ben\u00f6tigt wird, erreicht die Autarkiequote laut Berechnungen etwa 78 Prozent. Den Strom beziehen die Mieter zu einem g\u00fcnstigeren Tarif als beim Energieversorger von ihren Vermietern. Nur in der Heizsaison, also von November bis M\u00e4rz, m\u00fcsse Strom zugekauft werden, sagt Hartl. In Planung ist aktuell noch ein Car-Sharing, wof\u00fcr zwei E3\/DC-Wallboxen f\u00fcr die Mieter installiert werden. Da es ihr erstes Bauvorhaben ist, noch dazu mit diesem innovativen Energiekonzept, haben Hartl und sein Gesch\u00e4ftspartner eine Gastherme eingebaut. \u201eF\u00fcr den Fall, dass samstags alle Mieterinnen und Mieter duschen und baden wollen\u201c, erkl\u00e4rt Hartl. Bei ihrem n\u00e4chsten Geb\u00e4ude wollen sie eine Backup-Heizung aber nach M\u00f6glichkeit weglassen. Daf\u00fcr warten sie die tats\u00e4chliche Energiebilanz ab.<br><br><strong>Weitere Bauprojekte mit Photovoltaik, Speicher und W\u00e4rmepumpe<\/strong><br><br>Denn die Kindheitsfreunde t\u00fcfteln schon an ihren n\u00e4chsten Bauvorhaben. In Seeon haben sie zwei weitere Geb\u00e4ude mit Grundst\u00fcck gekauft. Werden sie dort wieder sanieren und auf die Kombination von Photovoltaik, Speicher und W\u00e4rmepumpe setzen? Und ist ihr Konzept \u00fcbertragbar auf den gro\u00dfen Geb\u00e4udebestand in Deutschland, der im Zuge der W\u00e4rmewende energetisch saniert werden sollte? \u201eEs gibt F\u00e4lle, in denen es sich nicht lohnt\u201c, antwortet Andreas Hartl. \u201eZum Beispiel, wenn die Bausubstanz zu schlecht ist oder wenn das Geb\u00e4ude falsch auf dem Grundst\u00fcck steht.\u201c Ideal sei es, wenn eine Erweiterung m\u00f6glich ist. \u201eMan braucht viel Platz f\u00fcr die Photovoltaikanlage und Wohnraum. Der Neubau kann die Wirtschaftlichkeit erm\u00f6glichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig sei die Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau eine Frage der \u00d6konomie. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4lt er Fu\u00dfbodenheizungen f\u00fcr eine wichtige Voraussetzung. Sie kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus und eignen sich deshalb gut f\u00fcr die Kombination mit einer W\u00e4rmepumpe. Mit Heizk\u00f6rpern hingegen sei es nicht sinnvoll. Weiterhin m\u00fcsse der Energiebedarf soweit wie m\u00f6glich reduziert werden und die Energie sollte umweltfreundlich erzeugt werden. Dies vorausgesetzt, haben Hartl, Eglseder und Zeyss beschlossen, nur eines der beiden neu erworbenen Geb\u00e4ude zu sanieren. Das zweite rei\u00dfen sie ab und bauen neu. Eines wird aber beide verbinden: das Energiekonzept mit gro\u00dfer Photovoltaikanlage, Stromspeichern und W\u00e4rmepumpe f\u00fcr eine hohe Autarkie in der W\u00e4rme- und Stromversorgung sowie in der Elektromobilit\u00e4t. \u00a0<br><br>Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/www.e3dc.com\/\">https:\/\/www.e3dc.com<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.s-tech-energie.de\/\">http:\/\/www.s-tech-energie.de<\/a><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Freunde haben sich zusammen getan, um im Chiemgau ein altes Geb\u00e4ude, das um die 120 Jahre auf dem Buckel hatte, energetisch zu sanieren. 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