{"id":12462,"date":"2020-09-07T11:54:00","date_gmt":"2020-09-07T09:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=12462"},"modified":"2020-09-01T11:00:21","modified_gmt":"2020-09-01T09:00:21","slug":"studie-analysiert-den-lebenszyklus-alternativ-betriebener-und-konventioneller-fahrzeuge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=12462","title":{"rendered":"Studie analysiert den Lebenszyklus alternativ betriebener und konventioneller Fahrzeuge"},"content":{"rendered":"\n<p>Die EU-Kommission hat eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigt, dass Elektrofahrzeuge unter Ber\u00fccksichtigung ihres gesamten Lebenszyklus von der Herstellung bis hin zum Recycling bis zum Jahr 2050 fast CO2-frei sein k\u00f6nnen. Dazu m\u00fcssen sowohl die Energie f\u00fcr die Fahrzeugherstellung als auch der Strom w\u00e4hrend des Betriebes aus erneuerbaren Energien stammen. Au\u00dferdem muss das Recycling von Batterien in der EU vorangetrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"580\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AundE-1024x580.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12463\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AundE-1024x580.png 1024w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AundE-300x170.png 300w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AundE-768x435.png 768w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AundE.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Emissionen von Klimagasen (links) und Ressourcenverbrauch (rechts) von Elektrofahrzeugen gegen\u00fcber konventionellen Benzinern f\u00fcr 2020 und 2050. F\u00fcr 2050 wird von einer EU-Politik ausgegangen, die die Klimaerw\u00e4rmung auf 1,5 Grad begrenzen soll. (Grafik: ifeu)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die jetzt vorliegende Studie ist eine der weltweit umfassendsten Lebenszyklusanalysen. An der Methodenentwicklung war das ifeu \u2013 Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung federf\u00fchrend beteiligt. Ob Bus, Lastwagen oder Auto \u2013 Fahrzeuge mit Elektroantrieb k\u00f6nnen bis 2050 fast CO2-neutral sein. Das zeigt die Studie <a href=\"https:\/\/op.europa.eu\/en\/publication-detail\/-\/publication\/1f494180-bc0e-11ea-811c-01aa75ed71a1\/language-en\">\u201cLebenszyklus-Analyse konventioneller und alternativ betriebener Fahrzeuge<\/a>\u201c, die von Ricardo Energy &amp; Environment in Zusammenarbeit mit ifeu und E4tech erstellt wurde. Sie wurde von der EU-Kommission in Auftrag gegeben und soll helfen, die richtigen Rahmenbedingungen f\u00fcr eine klimafreundliche Mobilit\u00e4t in Europa zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eElektrofahrzeuge haben \u00fcber ihren gesamten Lebenszyklus in der EU schon heute eine deutlich geringere Klimaauswirkung als die konventionellen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor\u201c, sagt Hinrich Helms, Studienleiter am ifeu. Grund daf\u00fcr sind vor allem die geringeren CO2-Emissionen im Betrieb, die die h\u00f6heren Emissionen der Batterieherstellung kompensieren k\u00f6nnen. Das ifeu war bei der Studie f\u00fcr die Methodenentwicklung sowie die Berechnung der Strombereitstellung und der Vorkette fossiler Kraftstoffe verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ambitionierte Szenario f\u00fcr das Jahr 2050, mit einer EU-Politik die die Klimaerw\u00e4rmung entsprechend der Ziele des Pariser Abkommens auf 1,5 Grad begrenzen soll, zeigt: Der CO2-Aussto\u00df der Elektrofahrzeuge kann sogar gegen Null gehen, wenn in allen Bereichen des Lebenszyklus erneuerbare Energien eingesetzt werden. Zwar werden auch dann f\u00fcr das Elektrofahrzeug noch mehr Ressourcen gebraucht als f\u00fcr den Verbrenner, diese k\u00f6nnen jedoch gro\u00dfenteils mit erneuerbaren Energien gewonnen, verarbeitet sowie weitgehend im Kreislauf gef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Resultat: W\u00e4hrend ein elektrobetriebener Mittelklassewagen 2020 in der EU \u00fcber seinen gesamten Lebenszyklus 120 Gramm CO2-\u00c4quivalente je Kilometer ausst\u00f6\u00dft, kann der Wert laut Studie 2050 bis auf lediglich 33 g CO2-\u00c4quivalente je Kilometer sinken. \u00c4hnliche Tendenzen zeigen sich auch f\u00fcr Lkw und Busse, bei denen die Treibhausgasbilanz von Elektrofahrzeugen in der EU bereits heute besser ist, als die von Verbrennern und sich bis 2050 in Richtung Klimaneutralit\u00e4t entwickeln kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erneuerbarer Strom f\u00fchrt zu fast CO2-freiem Verkehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bedingung f\u00fcr die hohe CO2-Einsparung ist, dass der Strom f\u00fcr den Betrieb und die Herstellung der Fahrzeuge gro\u00dfteils aus erneuerbaren Energien stammt. F\u00fcr 2050 geht die Studie davon aus, dass im Vergleich zu 2020 Strom aus Windenergie den gr\u00f6\u00dften Teil des Strommix ausmacht. Strom aus Kohlekraftwerken kommt dann in Europa kaum noch vor. Mit einem ifeu-eigenen Strommodell (ELMO) wurde die Situation aller EU-Mitgliedstaaten einzeln und insgesamt ber\u00fccksichtigt. Eine Grundlage waren dabei die jeweiligen nationalen Strategien der L\u00e4nder zur Entwicklung ihrer Stromerzeugung f\u00fcr das Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens bis zum Jahr 2050. Die Bilanz erlaubt daher eine feine Differenzierung \u00fcber L\u00e4nder, Zeitreihen, Technologien und Ambitionsniveau. &#8222;W\u00e4hrend wir f\u00fcr den Ladestrom in Europa bereits auf einem guten Weg sind, muss zuk\u00fcnftig der Prozess der Fahrzeug- und Batterieherstellung verst\u00e4rkt in den Blick genommen werden. Nachhaltige Lieferketten und Kreislaufwirtschaft gewinnen an Bedeutung\u201c, sagt Hinrich Helms.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6koperformance der Elektroantriebe ist weiter ausbauf\u00e4hig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Noch fallen die Umweltvorteile der Elektrofahrzeuge je nach EU-Staat unterschiedlich aus, weil der Strommix in den EU-Staaten heute noch stark variiert. So bewegen sich die Treibhausgasemissionen von Elektrofahrzeugen in Estland und Polen \u2013 beides L\u00e4nder mit sehr gro\u00dfem Kohlestrom-Anteil \u2013 \u00fcber den Lebensweg heute auf einem vergleichbaren Niveau von konventionellen Verbrennern. In Schweden, einem Land mit \u00fcberwiegend erneuerbarer Stromerzeugung, st\u00f6\u00dft ein Elektrofahrzeug \u00fcber den gesamten Lebensweg nur noch ein Viertel der Emissionen eines Verbrenners aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Ressourcennutzung schneiden die Elektroantriebe jedoch 2050 weiterhin schlechter ab als die konventionellen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Das liegt daran, dass ihr Antrieb und die Batterie weiterhin zus\u00e4tzliche ersch\u00f6pfliche Ressourcen wie Kupfer, Kobalt und Lithium ben\u00f6tigen, auch wenn diese klimaschonend gewonnen und verarbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine der umfassendsten \u00d6kobilanzstudien weltweit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBei allen Bem\u00fchungen, Verkehr zu vermeiden und zu verlagern, wird es auch zuk\u00fcnftig noch Stra\u00dfenverkehr geben. Der Ansatz der EU, eine Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr Elektronantriebe in Europa zu entwickeln, ist daher der richtige Weg, den Verkehr klimafreundlich zu gestalten\u201c, sagt Hinrich Helms. \u201eDie Studie zeigt aber auch M\u00f6glichkeiten auf, um weitere Umweltauswirkungen zu reduzieren.\u201c<br>Der Verkehr ist f\u00fcr ein Viertel der gesamten CO2-Emissionen in der EU verantwortlich. Die Studie \u201eLebenszyklus-Analyse konventioneller und alternativ betriebener Fahrzeuge\u201c soll Entscheidungstr\u00e4gerinnen und -tr\u00e4gern wie der EU-Kommission als Informationsgrundlage f\u00fcr Ma\u00dfnahmen gegen die Umweltprobleme durch den Verkehrssektor dienen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer \u00d6kobilanz zieht sie Schl\u00fcsse dar\u00fcber, wie sich potenzielle zuk\u00fcnftige Entwicklungen zwischen 2020 bis 2050 auf den Vergleich der Antriebe auswirken k\u00f6nnten. Insgesamt untersucht die Studie 14 Arten der Stromerzeugung von Biogas bis zum Kohlekraftwerk, 60 Produktionsketten vom Bohrloch bis zum Tank und 65 Fahrzeugantriebe f\u00fcr sieben Fahrzeugtypen von leichten bis schweren Nutzfahrzeugen. Damit ist sie weltweit eine der umfassendsten \u00d6kobilanzstudien. Sie wurde von der <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/clima\/index_en\">Generaldirektion Klimapolitik der Europ\u00e4ischen Kommission<\/a> in Auftrag gegeben und von der <a href=\"https:\/\/ee.ricardo.com\/\">britischen Firma Ricardo Energy &amp; Environment <\/a>in Kooperation mit ifeu <a href=\"https:\/\/www.ifeu.de\/\">Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg <\/a>und <a href=\"https:\/\/www.e4tech.com\/\">E4tech<\/a> durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/clima\/policies\/transport\/vehicles_en#tab-0-1\">https:\/\/ec.europa.eu\/clima\/policies\/transport\/vehicles_en#tab-0-1<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission hat eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigt, dass Elektrofahrzeuge unter Ber\u00fccksichtigung ihres gesamten Lebenszyklus von der Herstellung bis hin zum Recycling bis zum Jahr 2050 fast CO2-frei sein k\u00f6nnen. 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