{"id":11127,"date":"2019-12-21T11:59:00","date_gmt":"2019-12-21T10:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=11127"},"modified":"2019-12-16T11:40:54","modified_gmt":"2019-12-16T10:40:54","slug":"2021-fallen-die-ersten-photovoltaikanlagen-aus-der-solarfoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=11127","title":{"rendered":"2021 fallen die ersten Photovoltaikanlagen aus der Solarf\u00f6rderung"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 1. Januar 2021 fallen die ersten Photovoltaikanlagen aus der EEG-Einspeiseverg\u00fctung. Nach 20 Jahren plus den Monaten des Inbetriebnahmejahres endet f\u00fcr sie die F\u00f6rderung. Eigent\u00fcmer der ersten Generation von Hausdachanlagen m\u00fcssen ihre Solaranlage danach aber nicht stilllegen. Darauf weist das Solar Cluster Baden-W\u00fcrttemberg hin. Um die Anlage weiter profitabel betreiben zu k\u00f6nnen, sollten die Eigent\u00fcmer unter anderem auf den Eigenverbrauch des Solarstroms umstellen. Auch Batteriespeicher sind hier sehr bald eine wirtschaftliche Option. Was nicht selbst verbraucht werden kann, k\u00f6nnen die Eigent\u00fcmer an spezialisierte Stromabnehmer verkaufen, so Franz P\u00f6ter vom Solar Cluster. Erste Anbieter auch f\u00fcr die Vermarktung von Strom aus Kleinanlagen gibt es bereits. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Eigenheim2-FotoAtonSolar-e1576478728360-768x509-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11128\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Eigenheim2-FotoAtonSolar-e1576478728360-768x509-1.jpg 750w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Eigenheim2-FotoAtonSolar-e1576478728360-768x509-1-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> Einfamilienhaus mit Photovoltaik-Anlage (Foto: Aton Solar)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eigent\u00fcmer, die zu Beginn der 2000er-Jahre eine Photovoltaikanlage errichtet haben, speisen ihren gesamten Strom in das \u00f6ffentliche Stromnetz ein. Die Solaranlagen waren damals recht teuer, die hohe Verg\u00fctung von rund 50 Cent pro Kilowattstunde erm\u00f6glichte einen gewinnbringenden Betrieb trotz der hohen Anschaffungskosten. Nun wird f\u00fcr diese alten Anlagen bald die Einspeiseverg\u00fctung wegfallen: 2021 werden es laut Bundesverband Solarwirtschaft gut 10.000 Photovoltaikanlagen sein. Bis 2026 steigen die Zahlen um den Faktor 20. In den Jahren 2029 bis 2032 fallen dann noch einmal besonders viele Anlagen aus der F\u00f6rderung. Bis 2033 l\u00e4uft die Verg\u00fctung f\u00fcr insgesamt mehr als eine Million Solaranlagen aus. Ein massenhafter Abbau der klimafreundlichen Stromerzeugungsanlagen w\u00e4re nicht nur f\u00fcr die Betreiber ein Verlust, sondern auch ein \u00f6kologischer Unsinn.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Betreiber von \u00dc20-Photovoltaikanlagen stellt sich daher die Frage, ob und wie sie die Anlagen nach F\u00f6rderende wirtschaftlich weiterbetreiben k\u00f6nnen. Technisch sind die Anlagen dazu allemal in der Lage \u2013 Solarstrommodule haben meist eine Lebensdauer von 30 Jahren oder sogar mehr. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auf Eigenverbrauch umstellen und ihn erh\u00f6hen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei kleineren Dachsolaranlagen, deren Stromerzeugung in einer \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnung liegt wie der Stromverbrauch der Bewohner, lohnt sich ein Weiterbetrieb in der Regel. \u201eBetroffene Hauseigent\u00fcmer sollten den Solarstrom zuallererst selbst verbrauchen\u201c, r\u00e4t Franz P\u00f6ter vom Solar Cluster. Daf\u00fcr ist in der Regel nur ein kleiner Umbau am Z\u00e4hlerschrank n\u00f6tig. In Wohnh\u00e4usern wird dauerhaft Strom ben\u00f6tigt, etwa f\u00fcr K\u00fchlschr\u00e4nke und andere elektrische Ger\u00e4te. Diesen Verbrauch kann die Solaranlage tags\u00fcber oft abdecken. \u201eJe nach Gr\u00f6\u00dfe der Anlage und des Stromverbrauchs k\u00f6nnen typischerweise rund 20 bis 30 Prozent des Solarstroms ganz einfach genutzt werden\u201c, so P\u00f6ter. \u201eWer den Anteil noch erh\u00f6hen will, verlagert den Stromverbrauch von Geschirrsp\u00fclmaschine oder Waschmaschine ebenfalls in die Mittagszeit.\u201c So kann man 30 bis 40 Prozent des Solarstroms selbst verbrauchen. Viele Wechselrichter und deren Auswerteplattformen zeigen auch per App an, wann Strom\u00fcberschuss aus der Solaranlage zu erwarten ist und gr\u00f6\u00dfere Stromverbraucher im Haus angeschaltet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum lohnt sich das? Solarstrom vom Dach kostet bei den abgeschriebenen Kleinanlagen nur noch netto rund zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde \u2013 es sind ja lediglich Ausgaben f\u00fcr Z\u00e4hler und gegebenenfalls Wartung, Reparaturen und Versicherung aufzuwenden. Hinzu kommen rund 2,7 Cent pro Kilowattstunde anteilige EEG-Umlage: Solaranlagen unter zehn Kilowatt installierter Leistung, die noch die Einspeiseverg\u00fctung erhalten, sind von dieser Regelung verschont. Auf den erzeugten Strom aus Anlagen dieser Gr\u00f6\u00dfe, die aus der F\u00f6rderung gefallen sind, sind jedoch 40 Prozent der EEG-Umlage f\u00e4llig. Wer nun den insgesamt rund 5,5 Cent pro Kilowattstunde kostenden Solarstrom f\u00fcr die Elektroger\u00e4te im Haus nutzt und daf\u00fcr keinen Netzstrom f\u00fcr aktuell netto 26 Cent pro Kilowattstunde kaufen muss, spart also etwa 20 Cent pro Kilowattstunde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Batterien werden sich bei \u00dc20-Anlagen bald lohnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den lukrativen Eigenverbrauch kann man mit Batteriespeichern weiter erh\u00f6hen. Anteile bis 70 Prozent sind dann m\u00f6glich. Ob ein Speicher f\u00fcr aus der F\u00f6rderung gefallene Solaranlagen wirtschaftlich ist, k\u00f6nnen Hauseigent\u00fcmer ganz einfach berechnen: Ersetzt der Solarstrom aus dem Speicher den Bezug von Netzstrom, ergibt sich derzeit der bereits genannte Profit von netto gut 20 Cent pro Kilowattstunde. Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren und 250 Zyklen im Jahr k\u00f6nnen so pro Kilowattstunde Energieinhalt 2.500 mal 21 Cent und damit 510 Euro Stromkosten gespart werden. Zieht man die Verluste im Speicher ab, so reduziert sich der Wert um zehn bis 25 Prozent. Rechnet man eine moderate Strompreissteigerung von zwei Prozent pro Jahr mit ein, kommt man auf knapp 600 Euro \u201eVerdienst\u201c durch den Speicher. \u201eInzwischen gibt es bereits Systeme mit zehn Jahren Garantie, die inklusive Leistungselektronik und Mehrwertsteuer 800 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt kosten\u201c, sagt P\u00f6ter \u201eDa die Speicher immer g\u00fcnstiger werden, wird es also nicht mehr lange dauern, bis sich die Speicherung aus den \u00dc20-Anlagen lohnt.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Besonders lukrativ ist die Erh\u00f6hung des Eigenverbrauchs, wenn bereits ein E-Auto vorhanden ist. Eine weitere Investition ist dann nicht mehr n\u00f6tig. Nutzt ein Elektroauto den normalen Haushaltsstrompreis von netto 26 Cent pro Kilowattstunde, verursacht es auf 100 Kilometer Fahrtkosten rund f\u00fcnf Euro. Nimmt man stattdessen den eigenen Solarstrom mit Erzeugungskosten von vier Cent pro Kilowattstunde, sinken die Kosten des gew\u00e4hlten Beispielautos auf unter ein Euro auf 100 Kilometer. Gegen\u00fcber Strom aus dem Stromnetz ergibt sich eine Ersparnis um 80 Prozent. Auch mit bestehenden W\u00e4rmepumpen l\u00e4sst sich der Eigenverbrauch \u00fcbrigens gewinnbringend steigern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Restbetrag des erzeugten Stroms verkaufen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was selbst mit Batterie nicht selbst verbraucht werden kann, k\u00f6nnen Anlageneigent\u00fcmer an einen Direktvermarkter verkaufen. Bislang gab es solche Modelle nur f\u00fcr Anlagen \u00fcber 30 oder gar 60 Kilowatt installierter Leitung. Das \u00e4ndert sich aber inzwischen: Erste Anbieter f\u00fcr Kleinanlagenbetreiber gibt es bereits. Diverse Start-ups aber auch etablierte Energieversorger zielen darauf ab, den erzeugten Strom vom Hausdach zwischen Erzeuger und Verbraucher zu vermitteln. <\/p>\n\n\n\n<p>Die digitale Plattform \u201eInterconnector energyhub\u201c der EnBW Energie Baden-W\u00fcrttemberg etwa erm\u00f6glicht es Eigent\u00fcmern von Photovoltaikanlagen, ihren Strom an der Energieb\u00f6rse direkt zu vermarkten. Bereits ab einer installierten Leistung von einem Kilowatt k\u00f6nnen Hauseigent\u00fcmer die Dienstleistung in Anspruch nehmen. Damit ist die EnBW auf dem Markt das bislang einzige Unternehmen. \u00dcber den Interconnector kann die EnBW die Erzeugung ihrer Kunden prognostizieren und die erzeugte Energie verkaufen \u2013 auch bei teilweisem Eigenverbrauch. Die Verg\u00fctung liegt auf der H\u00f6he des B\u00f6rsenstrompreises, aktuell rund f\u00fcnf Cent pro Kilowattstunde, abz\u00fcglich einer Geb\u00fchr.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit des Solar Clusters Baden-W\u00fcrttemberg: Mit den M\u00f6glichkeiten Eigenverbrauch, der k\u00fcnftigen Nutzung von Batterien und dem Verkauf des \u00fcbersch\u00fcssigen Solarstroms k\u00f6nnen Eigent\u00fcmer auch nach der wegfallenden Einspeiseverg\u00fctung ihre Hausdachanlage wirtschaftlich betreiben. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.solarcluster-bw.de\">www.solarcluster-bw.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. Januar 2021 fallen die ersten Photovoltaikanlagen aus der EEG-Einspeiseverg\u00fctung. Nach 20 Jahren plus den Monaten des Inbetriebnahmejahres endet f\u00fcr sie die F\u00f6rderung. Eigent\u00fcmer der ersten Generation von Hausdachanlagen m\u00fcssen ihre Solaranlage danach aber nicht stilllegen. Darauf weist das Solar Cluster Baden-W\u00fcrttemberg hin. Um die Anlage weiter profitabel betreiben zu k\u00f6nnen, sollten die Eigent\u00fcmer unter anderem auf den Eigenverbrauch des Solarstroms umstellen. Auch Batteriespeicher sind hier sehr bald eine wirtschaftliche Option. Was nicht selbst verbraucht werden kann, k\u00f6nnen die Eigent\u00fcmer an spezialisierte Stromabnehmer verkaufen, so Franz P\u00f6ter vom Solar Cluster. 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