{"id":11016,"date":"2019-11-21T11:27:00","date_gmt":"2019-11-21T10:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=11016"},"modified":"2019-11-19T10:30:12","modified_gmt":"2019-11-19T09:30:12","slug":"der-speicher-steht-in-regensburg-entsteht-das-erste-mehrfamilien-sonnenhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=11016","title":{"rendered":"Der Speicher steht \u2013 in Regensburg entsteht das erste Mehrfamilien-Sonnenhaus"},"content":{"rendered":"\n<p>Ruhig schwebt der knapp f\u00fcnf Meter hohe Stahltank durch die Luft, wird umsichtig und routiniert von dem Kranf\u00fchrer an seinen Aufstellort dirigiert und findet seinen Platz in dem Rohbau des ersten Mehrfamilien-Sonnenhauses in Regensburg. Der W\u00e4rmespeicher mit 9.400 Liter Fassungsverm\u00f6gen ist das Herzst\u00fcck des Geb\u00e4udes und wird k\u00fcnftig die W\u00e4rme von 40 Quadratmetern Solarkollektoren speichern. Das wird den Mietern des Neubaus im Stadtteil Kumpfm\u00fchl niedrige Heizkosten bescheren und der Umwelt viele klimasch\u00e4dliche Emissionen ersparen. Denn dank des ausgekl\u00fcgelten solaren Heizsystems kann etwa die H\u00e4lfte des Energiebedarfs f\u00fcr die Raumheizung und das Warmwasser solar gedeckt werden. Am Mittwoch, 13. November 2019, wurde der W\u00e4rmespeicher in der Nibelungenstra\u00dfe aufgestellt. Um das Engagement der Baugemeinschaft zu w\u00fcrdigen, nahm J\u00fcrgen Huber, dritter B\u00fcrgermeister der Stadt Regensburg, an dem sogenannten Speichereinbringen teil. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Speicherstellen_Sonnenhaus_2-002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11017\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Speicherstellen_Sonnenhaus_2-002.jpg 750w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Speicherstellen_Sonnenhaus_2-002-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> Der knapp f\u00fcnf Meter hohe W\u00e4rmespeicher, der hier \u00fcber dem Rohbau schwebt, wird die W\u00e4rme von 40 Quadratmetern Solarkollektoren zwischenspeichern (Bild: Sonnenhaus-Institut)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eIch\nbegr\u00fc\u00dfe es sehr, wenn wir uns alle zusammen den Klimaschutz auf die Fahnen\nschreiben. Das Sonnenhaus ist ein guter privater Beitrag dazu\u201c, kommentiert\nHuber, Vorsitzender des st\u00e4dtischen Ausschusses f\u00fcr Umweltfragen, Natur- und\nKlimaschutz, das Bauvorhaben. Erst in diesem Sommer ist die Stadt Regensburg\ndem \u201eKonvent der B\u00fcrgermeister f\u00fcr Energie und Klima\u201c beigetreten. Dar\u00fcber\nhinaus arbeitet die Stadt daran, den 2013 und 2014 erstellen Energienutzungsplan\numzusetzen und die Energiewende in den Bereichen W\u00e4rme, Strom und Verkehr\nvoranzutreiben. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit Solarenergie CO<sub>2<\/sub>-Emissionen\nreduzieren <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJede\nund jeder einzelne von uns ist gefordert, zum Klimaschutz beizutragen\u201c, sagt\nauch Martin Bauer, der das Haus mit f\u00fcnf Mietwohnungen zusammen mit seiner\nTante Ursula Bauer errichtet. Der 50-J\u00e4hrige nutzt seit vielen Jahren auf\nseinem Eigenheim eine Solarw\u00e4rme- und eine Solarstromanlage. Deshalb war f\u00fcr ihn\nsofort klar, dass bei ihrem gemeinsamen Bauprojekt auch umweltfreundliche\nSolarenergie erzeugt werden soll. \u00dcber seinen Gesch\u00e4ftspartner Christian\nPiwonka lernte er das Sonnenhaus-Konzept kennen. Bei diesem\nNiedrigstenergiehaus decken gro\u00dfe Solarw\u00e4rme- oder Solarstromanlagen laut\nDefinition des Sonnenhaus-Institut e.V. mindestens 50 Prozent des\nHeizenergiebedarfs. Dadurch werden deutlich weniger fossile Brennstoffe als bei\nkonventionell beheizten H\u00e4usern verbraucht. <\/p>\n\n\n\n<p>Das\nEnergiekonzept gefiel Bauer und seiner Tante: \u201eWir sollten nicht mehr\nRessourcen verbrauchen als unbedingt n\u00f6tig\u201c, meint er. \u201eUnd so haben auch\nunsere k\u00fcnftigen Mieter die M\u00f6glichkeit, klimaschonend zu heizen\u201c. Dies ist\ngerade im Bereich Bauen und Wohnen dringend n\u00f6tig. <\/p>\n\n\n\n<p>Denn rund 32 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die W\u00e4rmeversorgung von Geb\u00e4uden (27 Prozent Raumw\u00e4rme, f\u00fcnf Prozent Warmwasser). Und mit einem Anteil von 14,2 Prozent erneuerbaren Energien am W\u00e4rmeverbrauch (Stand 2018) hinkt die Energiewende im W\u00e4rmesektor der \u201eStromwende\u201c weit hinterher. Beim Strom werden schon knapp 43 Prozent regenerativ erzeugt. <\/p>\n\n\n\n<p>In\nder Siedlung auf dem ehemaligen f\u00fcrstlichen Hofgartengel\u00e4nde wird das\nSonnenhaus kaum auffallen. Nur die Solarkollektoren, die auf dem S\u00fcddach und\nder Gaube installiert werden, deuten darauf hin, dass hier etwas anders ist.\n\u00dcber 2.000 solcher weitgehend solar beheizter Wohnh\u00e4user und gewerblich\ngenutzter Geb\u00e4ude stehen in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. In\nRegensburg gibt es noch kein Mehrfamilienhaus dieser Art. Das\nSonnenhaus-Konzept wird durch den in Straubing ans\u00e4ssigen Sonnenhaus-Institut\ne.V. verbreitet und laufend weiterentwickelt. Die Lebensraum\u00b3 Planung und\nBauprojekt GmbH, Baubetreuer in diesem Bauvorhaben, ist seit 2017 Mitglied in\ndem Kompetenznetzwerk f\u00fcr solares Bauen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Entscheidung f\u00fcr Solarw\u00e4rme <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir\nhaben uns bewusst f\u00fcr Solarthermie und nicht f\u00fcr die zurzeit viel popul\u00e4rere\nPhotovoltaik entschieden\u201c, sagt Martin Bauer. \u201eWir h\u00e4tten auch ein Sonnenhaus\nmit einer gro\u00dfen Photovoltaikanlage und einer solarstromgeregelten W\u00e4rmepumpe\nbauen k\u00f6nnen. Aber uns gefallen die direkte W\u00e4rmeerzeugung und der hohe\nWirkungsgrad von Solarthermie-Anlagen. Au\u00dferdem sind wir so in der\nW\u00e4rmeversorgung unabh\u00e4ngig vom Stromnetz und steigenden Stromkosten.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Die\n40 Quadratmeter Solarkollektoren werden Heizenergie erzeugen, die, sofern sie\nnicht sofort verbraucht werden kann, in dem nun aufgestellten Solartank\nvorgehalten wird. Die Zwischenspeicherung ist \u00fcber mehrere Wochen m\u00f6glich, was\nin den \u00dcbergangszeiten von Vorteil sein wird. In den kalten und sonnenarmen\nMonaten November bis Januar heizt eine Brennwerttherme zu. Durch die\nSolarheizung fallen nur etwa 900 Euro brutto f\u00fcr Heizkosten beziehungsweise\nErdgas pro Jahr f\u00fcr die f\u00fcnf Wohnungen an. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das\nsolare Heizkonzept ist eine gute D\u00e4mmung Voraussetzung. Bei diesem Haus mit\nKfW- Effizienzhaus-Standard 55 wird sie mit 42,5 Zentimeter dicken\nW\u00e4rmed\u00e4mmziegeln erreicht. Au\u00dferdem ist das Geb\u00e4ude nach S\u00fcden ausgerichtet, so\ndass die passive Solareinstrahlung durch die Fenster den W\u00e4rmebedarf reduziert.\nDie 45 Grad Dachneigung ist optimal f\u00fcr die Montage der Solarkollektoren. So\ntrifft die dann tiefstehende Sonne im Winter senkrecht darauf und erzeugt viel\nSolarw\u00e4rme. <\/p>\n\n\n\n<p>Am\nsp\u00e4ten Nachmittag war der W\u00e4rmespeicher aufgestellt und befestigt. Damit ist\neine wichtige Etappe in dem Bauvorhaben erreicht. Nun wird flei\u00dfig\nweitergemauert, und wenn das Dach fertig ist, k\u00f6nnen die Solarkollektoren\nmontiert werden. Wenn alles laut Plan l\u00e4uft, wird das Mehrfamilienhaus Ende\nn\u00e4chsten Jahres bezugsfertig sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen:<strong> <\/strong><a href=\"http:\/\/www.sonnenhaus-institut.de\">www.sonnenhaus-institut.de<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.lebensraumhoch3.de\">www.lebensraumhoch3.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ruhig schwebt der knapp f\u00fcnf Meter hohe Stahltank durch die Luft, wird umsichtig und routiniert von dem Kranf\u00fchrer an seinen Aufstellort dirigiert und findet seinen Platz in dem Rohbau des ersten Mehrfamilien-Sonnenhauses in Regensburg. Der W\u00e4rmespeicher mit 9.400 Liter Fassungsverm\u00f6gen ist das Herzst\u00fcck des Geb\u00e4udes und wird k\u00fcnftig die W\u00e4rme von 40 Quadratmetern Solarkollektoren speichern. Das wird den Mietern des Neubaus im Stadtteil Kumpfm\u00fchl niedrige Heizkosten bescheren und der Umwelt viele klimasch\u00e4dliche Emissionen ersparen. Denn dank des ausgekl\u00fcgelten solaren Heizsystems kann etwa die H\u00e4lfte des Energiebedarfs f\u00fcr die Raumheizung und das Warmwasser solar gedeckt werden. Am Mittwoch, 13. November 2019, wurde der W\u00e4rmespeicher in der Nibelungenstra\u00dfe aufgestellt. 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