{"id":10906,"date":"2019-10-26T11:36:33","date_gmt":"2019-10-26T09:36:33","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=10906"},"modified":"2019-10-11T11:43:53","modified_gmt":"2019-10-11T09:43:53","slug":"europaeisches-forschungsprojekt-erstellt-leitfaden-und-simulationswerkzeug-fuer-kommunen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=10906","title":{"rendered":"Europ\u00e4isches Forschungsprojekt erstellt Leitfaden und Simulationswerkzeug f\u00fcr Kommunen"},"content":{"rendered":"\n<p>Dezentralen, dekarbonisierten und intelligent gesteuerten Energiesystemen geh\u00f6rt die Zukunft. Was Regionen, St\u00e4dte und Gemeinden von bereits existierenden Pilotprojekten lernen k\u00f6nnen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vergangenen drei Jahren in einem europ\u00e4ischen Forschungsprojekt untersucht. Das Ergebnis des Mitte 2019 abgeschlossenen Vorhabens liegt nun in Form eines kostenfrei erh\u00e4ltlichen Leitfadens vor. Die Beteiligten haben au\u00dferdem ein Simulationswerkzeug entwickelt. An der Studie beteiligt waren von deutscher Seite das Zentrum f\u00fcr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-W\u00fcrttemberg (ZSW) und das Europ\u00e4ische Institut f\u00fcr Energieforschung EIFER sowie 13 weitere Partner aus Europa. Koordiniert hat die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit das Austrian Institute of Technology (AIT). Die Europ\u00e4ische Union f\u00f6rderte das Projekt im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. Der Leitfaden und das Simulationsmodell sind in englischer Sprache kostenfrei zug\u00e4nglich: <a href=\"http:\/\/reflex-smartgrid.eu\">http:\/\/reflex-smartgrid.eu<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/ZSW.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10907\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/ZSW.png 750w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/ZSW-300x180.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> Die Interaktion der Energiesektoren Elektrizit\u00e4t, W\u00e4rme und Mobilit\u00e4t zeichnet nachhaltige und Energiesysteme aus (Foto\/Grafik: ZSW)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Projekt \u201eReFlex &#8211; Replicability Concept for Flexible Smart Grids\u201c analysierte acht europ\u00e4ische Pilotprojekte in vier L\u00e4ndern. Ziel war es, ein Konzept zur \u00dcbertragbarkeit von intelligenten Energieversorgungssystemen aus bestehenden Pilotprojekten auf andere Standorte zu entwickeln. \u201eRegionen sollen so bei der Errichtung klimafreundlicher Energieinfrastrukturen mit weniger CO2-Aussto\u00df unterst\u00fctzt werden\u201c, so Simon Hummel, Projektleiter am ZSW. Anders ausgedr\u00fcckt: Voneinander lernen lohnt sich \u2013 nicht jede Kommune muss das Rad neu erfinden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie Kommunen intelligente Energienetze erfolgreich errichten <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Soll die Energiewende gelingen, sind effiziente, ganzheitliche Energiekonzepte notwendig. Viele nachhaltige Energiesysteme sind technologisch ausgereift und k\u00f6nnen in smarte Strom- und W\u00e4rmenetze integriert werden. Allerdings sollten vorhandene Konzepte nicht einfach kopiert, sondern an die Bedingungen vor Ort angepasst werden, so die Projektpartner. Entscheidend f\u00fcr die Umsetzung von kommunalen Projekten sind die Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr moderne Energieinfrastrukturen und Investitionen in die Zukunft, auch wenn deren Rentabilit\u00e4t kurzfristig nicht immer gegeben ist. Dabei k\u00f6nnen F\u00f6rdermittel helfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es empfiehlt sich zudem, neben der Erfahrung von entsprechenden Energiedienstleistern und wissenschaftlichen Instituten insbesondere lokale Know-how-Tr\u00e4ger und Installationsbetriebe miteinzubeziehen. Denn ein kontinuierliches Monitoring hilft, den korrekten und nachhaltigen Betrieb der Installationen \u00fcber viele Jahre zu gew\u00e4hrleisten. Wissenschaftliche Begleitforschung kann die Erkenntnisse f\u00fcr weitere Anwender nutzbar machen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wichtig sind Solaranlagen, W\u00e4rmepumpen und Biomasse-BHKW<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als industrienahes Institut mit Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Energiesystemen hat das ZSW im Projekt \u201eReFlex\u201c die eingesetzten Technologien verglichen. Photovoltaikanlagen wurden bei allen betrachteten Pilotprojekten genutzt und bilden somit das R\u00fcckgrat der dezentralen Stromerzeugung. Ebenfalls weit verbreitet ist Biomasse. Laut den Forschern ist gerade das Zusammenspiel verschiedener regenerativer Energien ideal f\u00fcr Smart-Grid-L\u00f6sungen: \u201eDas Monitoring etwa im Pilotprojekt W\u00fcstenrot zeigt, dass Solarenergie und Windkraft sich gut erg\u00e4nzen, um gemeinsam den t\u00e4glichen Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu decken\u201c, so Simon Hummel. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei der W\u00e4rmeerzeugung setzen alle Pilotprojekte auf elektrische W\u00e4rmepumpen. Grund hierf\u00fcr ist die einfache und effiziente Kopplung vom Strom- zum W\u00e4rmesystem. Solarthermie, oberfl\u00e4chennahe Geothermie oder Biomasse-BHKW in Verbindung mit W\u00e4rmenetzen werden ebenfalls h\u00e4ufig eingesetzt. Bei kommunalen Energieprojekten bilden Biomasse-Blockheizkraftwerke, die an ein W\u00e4rmenetz angeschlossen sind, die Schl\u00fcsseltechnologie f\u00fcr die W\u00e4rmeversorgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die weitere Bewertung des ZSW ergab: Ein optimiertes Gesamtenergiesystem koppelt nicht nur die Sektoren Elektrizit\u00e4t und W\u00e4rme, sondern auch Elektrizit\u00e4t und Mobilit\u00e4t, um die Gesamteffizienz, Nachhaltigkeit und Integration erneuerbarer Energiequellen zu steigern. F\u00fcr den nachhaltigen Betrieb von smarten Energiesystemen ist die Einbindung von Messsystemen und das Monitoring der verschiedenen Technologien eine wesentliche Voraussetzung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Simulationstool und Leitfaden f\u00fcr smarte Energienetze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse des ReFlex-Projekts finden sich in einem Leitfaden wieder, der einige wesentliche SmartGrid-L\u00f6sungen und die verwendeten Technologien hinsichtlich ihrer \u00dcbertragbarkeit und Skalierbarkeit bewertet. Der Leitfaden ist als Hilfestellung f\u00fcr kommunale Entscheidungstr\u00e4ger ausgelegt. Im ersten Teil werden sozio\u00f6konomisch relevante und technisch \u00fcbertragbare Anwendungsf\u00e4lle, basierend auf Beispielen aus den in ReFlex betrachteten Smart-Grid Regionen, beschrieben. Der zweite Teil enth\u00e4lt eine Checkliste und eine Werkzeugbox, die Interessenten bei Planung und Entscheidung unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beteiligten haben au\u00dferdem ein Simulationswerkzeug entwickelt: \u201eReflexBox\u201c sch\u00e4tzt das Energiebedarfsprofil f\u00fcr Strom und W\u00e4rme von Haushalten und Wohngebieten ab und gibt Auskunft dar\u00fcber, wie zeitlich flexibel der Energiebezug je nach eingesetzter Technologie sein kann. ReflexBox soll Kommunen sowie Verteilnetzbetreiber bei der Planung ihres lokalen Smart-Grid-W\u00e4rme-Projektes unterst\u00fctzen. Das Modell informiert Entscheidungstr\u00e4ger \u00fcber den Nutzen von intelligenten Energiesystemen f\u00fcr Haushalte, insbesondere das Flexibilit\u00e4tspotenzial und die Verschiebepotenziale von Last und Erzeugungen \u2013 und all dies unter der Ber\u00fccksichtigung der klimatischen Bedingungen vor Ort. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Ergebnis des Projekts: Die in ReFlex untersuchten Smart-Grid-Regionen zeigen, dass durch geeignete Informationen B\u00fcrger auf lokaler Ebene bereit sind, sich an Infrastruktur zu beteiligen, die einen hohen Anteil an regenerativer Energie lokal erzeugt und nutzt. F\u00fcr eine umfassende Energiewende m\u00fcssen jedoch zus\u00e4tzlich regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, so dass sich unter anderem auch Gesch\u00e4ftsfelder f\u00fcr die saisonale Speicherung von Energie und f\u00fcr die Erzeugung von erneuerbaren Kraftstoffen f\u00fcr Teile des Mobilit\u00e4tssektors, etwa \u00fcber Power-to-Gas, entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.zsw-bw.de\">www.zsw-bw.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dezentralen, dekarbonisierten und intelligent gesteuerten Energiesystemen geh\u00f6rt die Zukunft. Was Regionen, St\u00e4dte und Gemeinden von bereits existierenden Pilotprojekten lernen k\u00f6nnen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vergangenen drei Jahren in einem europ\u00e4ischen Forschungsprojekt untersucht. Das Ergebnis des Mitte 2019 abgeschlossenen Vorhabens liegt nun in Form eines kostenfrei erh\u00e4ltlichen Leitfadens vor. Die Beteiligten haben au\u00dferdem ein Simulationswerkzeug entwickelt. An der Studie beteiligt waren von deutscher Seite das Zentrum f\u00fcr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-W\u00fcrttemberg (ZSW) und das Europ\u00e4ische Institut f\u00fcr Energieforschung EIFER sowie 13 weitere Partner aus Europa. Koordiniert hat die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit das Austrian Institute of Technology (AIT). Die Europ\u00e4ische Union f\u00f6rderte das Projekt im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. 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