{"id":10181,"date":"2019-05-01T11:05:37","date_gmt":"2019-05-01T09:05:37","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=10181"},"modified":"2019-04-29T12:08:52","modified_gmt":"2019-04-29T10:08:52","slug":"wasserstoff-aus-oekostrom-guenstiger-erzeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=10181","title":{"rendered":"Wasserstoff aus \u00d6kostrom g\u00fcnstiger erzeugen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wasserstoff aus \u00d6kostrom kann den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor erh\u00f6hen sowie den Feinstaub- und Stickstoffoxidaussto\u00df reduzieren. Die Erzeugung des gr\u00fcnen Gases ist jedoch noch zu teuer. Das Zentrum f\u00fcr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-W\u00fcrttemberg (ZSW) hat nun zusammen mit Partnern in einer Forschungsplattform erfolgreich einen Beitrag zur Kostensenkung erprobt: Mit einem Anfang 2019 in Testbetrieb gegangenen Forschungselektrolyseur an einer kommerziellen Power-to-Gasanlage im s\u00fcddeutschen Grenzach-Wyhlen erreichten die Wissenschaftler aufgrund neuer Elektrodenbeschichtungen 20 Prozent mehr Leistungsdichte als der industrielle Anlagenteil. Der Elektrolyseur besteht au\u00dferdem aus weniger Einzelteilen und ist besser f\u00fcr die Serienfertigung geeignet. Die erreichten Fortschritte k\u00f6nnten k\u00fcnftig die Kosten von Elektrolyseuren senken. Die Dauerhaltbarkeit der verbesserten Elektrodenbeschichtung untersuchen die Forscher derzeit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DSC_6210-e1556520403669.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10182\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DSC_6210-e1556520403669.jpg 750w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DSC_6210-e1556520403669-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption> <br>Die ZSW-Forschungs-Elektrolyseanlage (Foto: Energiedienst \/ Juri Junkov) <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Erneuerbare\nEnergien m\u00fcssen fossile Energietr\u00e4ger nicht nur im Stromsektor nach und nach\nersetzen, sondern auch in der Mobilit\u00e4t und im Geb\u00e4udebereich. Wasserstoff ist\nhierf\u00fcr ein hervorragendes Mittel: Der gasf\u00f6rmige Energietr\u00e4ger kann\n\u00d6kostrom\u00fcbersch\u00fcsse aufnehmen und den anderen Sektoren zur Verf\u00fcgung stellen.\nDas k\u00f6nnte die auf der Stelle tretende Verkehrs- und W\u00e4rmewende voranbringen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elektrolyseur mit mehr Leistung bei\ngleichem Bauvolumen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erzeugt\nwird Wasserstoff in Elektrolyseanlagen: Dort wird mit Hilfe von Strom Wasser in\nWasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Noch ist der Herstellungsprozess aber zu\nteuer f\u00fcr einen konkurrenzf\u00e4higen Preis des gr\u00fcnen Gases. Um die Kosten zu\nsenken, haben die ZSW-Forscher mit ihren Partnern aus Wissenschaft und\nWirtschaft k\u00fcrzlich eine Forschungsplattform an der industriellen Ein-Megawatt-Anlage\nam Hochrhein errichtet. Der Fokus liegt auf der klimafreundlichen Mobilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie\nbeteiligten Unternehmen und Institute k\u00f6nnen in der Forschungsanlage\nKomponenten in einer Realumgebung testen und optimieren\u201c, sagt Dr. Michael\nSpecht, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energietr\u00e4ger und Verfahren.\n\u201eSeit Januar erproben wir beispielsweise eine optimierte alkalische\nDruck-Elektrolyseanlage mit maximal 300 Kilowatt Leistung unter realen\nBedingungen. Sie verf\u00fcgt \u00fcber neu entwickelte g\u00fcnstigere Elektroden und ist\neinfacher konstruiert.\u201c K\u00fcnftig wollen die Beteiligten unter anderem auch\nVerdichter, Gleichrichter und Druckbeh\u00e4lter hinsichtlich ihrer Kosten- und\nEffizienzpotentialen analysieren. Das Ziel ist dabei, aus erfolgversprechenden\nIdeen Produkte zu machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das\nErgebnis der ersten Probel\u00e4ufe des Forschungselektrolyseurs ist erfreulich: Die\nProjektpartner ZSW und DLR erreichten durch neue Elektrodenbeschichtungen eine\nSteigerung der Leistungsdichte um 20 Prozent. Das bedeutet: Die Anlage erzeugt\nbei gleichem Bauvolumen und Energieverbrauch ein F\u00fcnftel mehr Wasserstoff als\ndie Industrieanlage. F\u00fcr die gleiche Leistung sind also weniger Rauminhalt und\nMaterial erforderlich. Die Dauerhaltbarkeit der weiterentwickelten\nElektrodenbeschichtung m\u00fcssen die Forscher jedoch noch nachweisen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wasserstoffanlagen schneller in den\nMarkt bringen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da\nsich die Investitionskosten von Elektrolyseuren auch am Bauvolumen orientieren\nund sie mit rund 40 Prozent den gr\u00f6\u00dften Kostenanteil bei der Umwandlung des\nerneuerbaren Stroms ausmachen, schlagen sich Fortschritte auf diesem Gebiet\nautomatisch auf den Wasserstoffpreis nieder. F\u00fcr Hersteller von\nElektrolyseanlagen ist die Entwicklung ein wichtiger Faktor zur weiteren\nKostensenkung. Das wiederum k\u00f6nnte die Etablierung der Technologie\nbeschleunigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nForschungsvorhaben l\u00e4uft im Rahmen des Leuchtturmprojekts Power-to-Gas\nBaden-W\u00fcrttemberg, das im November 2018 eingeweiht wurde. Im s\u00fcdbadischen\nWyhlen will der Energieversorger Energiedienst AG eine Elektrolyseanlage zur\nErzeugung von Wasserstoff im Industriema\u00dfstab betreiben. Der Testbetrieb der\nkommerziellen Anlage l\u00e4uft bereits seit November 2018. Pro Tag kann die Anlage\nrund eine halbe Tonne Wasserstoff erzeugen \u2013 genug f\u00fcr eine durchschnittliche\nTagesfahrleistung von mehr als 1.000 Brennstoffzellen-Pkw. Daran angeschlossen\nist die Forschungsanlage der ZSW-Wissenschaftler. Der Einsatz erfolgt unter\nrealen Bedingungen: Der Strom f\u00fcr beide Anlagen kommt aus dem benachbarten\nWasserkraftwerk am Rhein. Nach der Umwandlung wird der Wasserstoff aus den\ngetrennten Elektrolyse-Einheiten zusammengef\u00fchrt und per Lkw an den Nutzungsort\ntransportiert. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Monitoring erfolgreich gestartet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das\nvom ZSW koordinierte Gesamtvorhaben umfasst auch ein Monitoring beider Anlagen\ninklusive Livedaten-\u00dcberwachung. Im Januar ist es gestartet: Bis Ende des\nJahres werden die Forscher die Daten von rund 4.000 Betriebsstunden untersucht\nhaben. An dem Projekt zur Zukunft der Mobilit\u00e4t beteiligen sich auch Wirtschaft\nund Forschung; elf Partner sind mit an Bord, drei davon aus der Wissenschaft.\nDas Land Baden-W\u00fcrttemberg f\u00f6rdert das Vorhaben mit 4,5 Millionen Euro. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere\nInformationen: <a href=\"http:\/\/www.zsw-bw.de\">www.zsw-bw.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasserstoff aus \u00d6kostrom kann den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor erh\u00f6hen sowie den Feinstaub- und Stickstoffoxidaussto\u00df reduzieren. Die Erzeugung des gr\u00fcnen Gases ist jedoch noch zu teuer. 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