{"id":10042,"date":"2019-03-30T11:56:58","date_gmt":"2019-03-30T10:56:58","guid":{"rendered":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=10042"},"modified":"2019-03-27T11:25:08","modified_gmt":"2019-03-27T10:25:08","slug":"wie-gebaeudeeigentuemer-auf-co2-neutrale-heizungen-umsteigen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deinenergieportal.de\/?p=10042","title":{"rendered":"Wie Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer auf CO2-neutrale Heizungen umsteigen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund 40 Prozent der Energie verbrauchen die Deutschen in Geb\u00e4uden. Ein Gro\u00dfteil davon entf\u00e4llt heute noch auf fossile Heizungen. Dabei soll der Geb\u00e4udebestand nach dem Willen der Bundesregierung bis 2050 klimaneutral werden. Wie Geb\u00e4udeeigent\u00fcmern die Umstellung auf eine kohlendioxidfreie W\u00e4rmeversorgung gelingen kann, zeigt nun ein Positionspapier von Experten der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-W\u00fcrttemberg sowie sieben Forschungsinstituten und Hochschulen. In dem Papier geben die unabh\u00e4ngigen Fachleute grundlegende Empfehlungen f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Heizungsanlagen. Das 18-seitige Positionspapier ist im M\u00e4rz 2019 erschienen und richtet sich sowohl an Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer als auch an Investoren, Installateure und Energieberater. Es steht unter <a href=\"http:\/\/www.kea-bw.de\">www.kea-bw.de<\/a> kostenlos zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"450\" src=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Pelletheizung2-FotoZukunftAltbau-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10043\" srcset=\"https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Pelletheizung2-FotoZukunftAltbau-1.jpg 750w, https:\/\/deinenergieportal.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Pelletheizung2-FotoZukunftAltbau-1-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Eine klimafreundliche Heiztechnik sind Holzheizungen, hier ein Pelletkessel (Foto: Zukunft Altbau)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heizungen\nwerden im Schnitt alle 20 bis 30 Jahre ausgetauscht. Steht eine Erneuerung an,\nsind Hauseigent\u00fcmer oft ratlos, welche Technik sie w\u00e4hlen sollen. \u201eIn\nBeratungsgespr\u00e4chen ist eine zunehmende Unsicherheit zu sp\u00fcren\u201c, sagt Frank\nHettler von Zukunft Altbau, dem vom Umweltministerium Baden-W\u00fcrttemberg\ngef\u00f6rderten Informationsprogramm. Doch auch unter Heizungsinstallateuren und\nEnergieberatern bestehen teils unterschiedliche Auffassungen, welche Heizung\ndie beste, g\u00fcnstigste und umweltfreundlichste ist. Hettler begr\u00fc\u00dft das Papier\ndaher ausdr\u00fccklich: \u201eDas Papier bietet f\u00fcr Laien und Fachleute einen \u00dcberblick\n\u00fcber die Vielzahl an M\u00f6glichkeiten und gibt eine Orientierung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\nacht Autoren des Positionspapiers betonen zu Beginn, dass eine Heizungsanlage\nmehr ist als nur ein Heizkessel. Die Effizienz der Gesamtanlage h\u00e4ngt auch von\nder Art und Betriebsweise des Heizungssystems sowie der Trinkwassererw\u00e4rmung\nab. Hauseigent\u00fcmer sollten deshalb bei einer energetischen Sanierung auf einen\nhydraulischen Abgleich, die Anlagenregelung, effiziente Heizungspumpen und\npassende Heizfl\u00e4chen achten. Auch eine D\u00e4mmung von Armaturen und Rohrleitungen\nist wichtig. Das bringt wesentliche Effizienzverbesserungen, die h\u00f6her sein\nk\u00f6nnen als die eines neuen W\u00e4rmeerzeugers. Umgekehrt gilt dies auch: \u201eFehler\nbei der Heizungsregelung k\u00f6nnen den Energieverbrauch und die Klimabelastung der\nHeizung im Extremfall verdoppeln\u201c, sagt Dr. Volker Kienzlen, der Initiator des\nPapiers. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine\nzentrale Herausforderung ist das Ziel, die W\u00e4rmeversorgung bis zum Jahr 2050 zu\ndekarbonisieren. Die Autoren zeigen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der einzelnen\nHeizungstechniken auf. Der derzeitige Standard der Heiztechnik, fossil\nbetriebene Brennwertkessel, erh\u00e4lt im Blick auf die Zukunft schlechte Noten.\nDie Experten weisen darauf hin, dass mit der Nutzung von \u00d6l oder Erdgas eine\nDekarbonisierung der W\u00e4rmeversorgung kaum erreichbar ist. \u201eFossil betriebene\nHeizkessel sollten nach 2025, sp\u00e4testens nach 2030 nicht mehr eingebaut werden\nund stellen somit maximal noch eine Br\u00fcckentechnologie dar\u201c, so Kienzlen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine\nHeiztechnik mit einer besseren Klimabilanz sind W\u00e4rmenetze. Sie sind offen f\u00fcr\ndie Nutzung erneuerbarer Energien und Abw\u00e4rme und k\u00f6nnen mit\nBlockheizkraftwerken die fossilen Energietr\u00e4ger besonders effizient nutzen.\nLiegt ein W\u00e4rmenetz bereits in der Stra\u00dfe, so ist der Anschluss daran oft die\nwirtschaftlichste Option. Besonders f\u00fcr verdichtete, innerst\u00e4dtische Quartiere\nsind W\u00e4rmenetze ein wichtiges Infrastrukturelement, das die Dekarbonisierung\nerleichtert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine\nweitere Option sind Holzpellets-, Holzhackschnitzel- und Scheitholzkessel: Die\nVerbrennung von Holz ist bei nachhaltiger und regionaler Holzwirtschaft nahezu\nCO2-neutral. Holz ist damit ein Bestandteil der Dekarbonisierung der\nW\u00e4rmeerzeugung. Zu betonen sei jedoch, so die Autoren, dass die verf\u00fcgbaren\nPotenziale fester Biomasse nicht ausreichen, um den W\u00e4rmebedarf des gesamten\nGeb\u00e4udebestandes in Deutschland zu decken. Auch der Anbau oder der Import von\nBiomasse zur ausschlie\u00dflichen Verbrennung sei kritisch zu bewerten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besser\nsieht es bei der Solarthermie aus: Sie ist neben Umweltw\u00e4rme f\u00fcr W\u00e4rmepumpen\nund Photovoltaik die einzige erneuerbare Energieform, die unmittelbar auf dem\njeweiligen Grundst\u00fcck in sinnvoller Menge genutzt werden kann. Grunds\u00e4tzlich\nsollte bei Geb\u00e4uden jede energetisch sinnvoll nutzbare Dachfl\u00e4che zur Energieerzeugung\nvor Ort herangezogen werden. Eine solarthermische Anlage als erg\u00e4nzendes System\nist vor allem bei einem gr\u00f6\u00dferen Warmwasserbedarf sinnvoll. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im\nZuge des \u00d6kostromausbaus erwarten die Autoren eine wachsende Bedeutung von\nElektro-W\u00e4rmepumpen. Wind- und Solaranlagen f\u00fchren dazu, dass die\nTreibhausgas-Emissionen pro Kilowattstunde erzeugtem Strom immer weiter sinken,\nwas f\u00fcr einen verst\u00e4rkten Einsatz zu Heizzwecken spricht. Inzwischen erlaubt\ndie technische Entwicklung auch den Einbau in ordentlich sanierten\nBestandsgeb\u00e4uden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\nAutoren des Papiers weisen auch auf die zunehmende Bedeutung erneuerbar\nhergestellter Gase aus Power-to-Gas-Verfahren hin. Sie sollten aber bevorzugt\nin Kraft-W\u00e4rme-Kopplungsanlagen verwendet werden. Zwar ist der Wirkungsgrad von\n50 bis 70 Prozent nur m\u00e4\u00dfig, das Verfahren kann jedoch sonst nicht nutzbaren\n\u00d6kostrommengen verwerten. Ob und wann derartige Sekund\u00e4renergietr\u00e4ger in gro\u00dfem\nUmfang zu vertretbaren Preisen verf\u00fcgbar sein werden, ist derzeit jedoch noch\nnicht absehbar. Biomethan betrachten die Autoren skeptisch: Es weist immer noch\nrund die H\u00e4lfte der Emissionen von fossilem Erdgas auf. Ein Aussto\u00df, der mit\ndem Dekarbonisierungsziel der Bundesregierung kaum vereinbar ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das\nFazit der Autoren: F\u00fcr die Erneuerung oder Sanierung einer Heizungsanlage im\nGeb\u00e4udebestand l\u00e4sst sich keine einfache und f\u00fcr alle F\u00e4lle passende Antwort\ngeben. Es sollte stets im Spannungsfeld zwischen technischen und baulichen\nM\u00f6glichkeiten, wirtschaftlicher Machbarkeit sowie den Erfordernissen des\nKlimaschutzes entschieden werden. Ist eine Gesamtl\u00f6sung in einem Schritt nicht\nm\u00f6glich, k\u00f6nnen Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer mit Energieberatern einen Sanierungsfahrplan\nerstellen, der dann mittel- und langfristig umgesetzt wird. Diesen Rat\nunterst\u00fctzt auch Frank Hettler von Zukunft Altbau. \u201eEin Sanierungsfahrplan umfasst\n\u00fcbersichtlich gestaltete Vorschl\u00e4ge, wie Einzelma\u00dfnahmen planvoll miteinander\nverkn\u00fcpft und welche Vorhaben in welcher zeitlichen Reihenfolge umgesetzt\nwerden k\u00f6nnen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber\ndie Kostenentwicklung der unterschiedlichen Heizsysteme haben die Experten\nkeine Angaben gemacht. Zu unabsehbar seien die Entwicklung der Energiepreise\nund diverser Randbedingungen. Nicht vergessen werden sollte laut\nPositionspapier auch die Grundbedingung f\u00fcr einen niedrigen und klimafreundlichen\nEnergieverbrauch: Die energetische Sanierung der Geb\u00e4udeh\u00fclle. Neutrale\nInformationen gibt es auch kostenfrei \u00fcber das Beratungstelefon von Zukunft\nAltbau 08000 12 33 33 oder per E-Mail an beratungstelefon [at] zukunftaltbau.de.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere\nInformationen: <a href=\"http:\/\/www.zukunftaltbau.de\">www.zukunftaltbau.de<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 40 Prozent der Energie verbrauchen die Deutschen in Geb\u00e4uden. Ein Gro\u00dfteil davon entf\u00e4llt heute noch auf fossile Heizungen. Dabei soll der Geb\u00e4udebestand nach dem Willen der Bundesregierung bis 2050 klimaneutral werden. Wie Geb\u00e4udeeigent\u00fcmern die Umstellung auf eine kohlendioxidfreie W\u00e4rmeversorgung gelingen kann, zeigt nun ein Positionspapier von Experten der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-W\u00fcrttemberg sowie sieben Forschungsinstituten und Hochschulen. In dem Papier geben die unabh\u00e4ngigen Fachleute grundlegende Empfehlungen f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Heizungsanlagen. 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