Stromkosten steigen!

Wechselrichterstation in einem netzstabilisierenden Freiflächen-Solarkraftwerk

In der Debatte über die Strompreisentwicklung wird immer wieder die Solarenergie als Hauptursache für die steigenden Verbraucherpreise im Strombereich herangezogen. Tatsächlich sinken die Kosten des Solarstroms, insbesondere im großen Anlagensegment. Für steigende Strompreise sorgen vielmehr der teure Wind-Offshore Ausbau, die ineffiziente Nutzung von Flächen für die Energieproduktion in Deutschland und die stetig wachsenden Ausnahmeregelungen für die Industrie bei der EEG-Umlage.

1. Die Photovoltaik und allen voran das Freiflächensegment mit Solarkraftwerken leisten einen wachsenden Beitrag zur Energieversorgung. Das Freiflächensegment ist die kostengünstigste Form der Photovoltaik, hat einen hohen Anteil an lokaler Wertschöpfung und leistet mittels fortschrittlicher Technologie einen Beitrag zur Netzstabilisierung. Moderne Solarkraftwerke mit optimierter Blindleistungsregelung können die Kosten des prognostizierten Netzausbaus auf Verteilnetzebene stark reduzieren und so die Verbraucher entlasten. Wurden 2004 Freiflächen-Solarkraftwerke noch mit über 45 cent/kWh vergütet, so produzieren sie heute bereits für 12,5 cent/kWh und sind damit weit günstiger als viele andere erneuerbare Energien.

2. Zunehmend als Kostenfalle stellt sich der Ausbau der Offshore Windenergie heraus. So hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in dieser Woche in einem neuen Gutachten festgestellt, dass bei der Fortschreibung des heutigen EEGs bis 2020 der Ausbau der Offshore Windenergie kumuliert zehn Milliarden Euro mehr als der Ausbau der Photovoltaik kosten wird. Jede Kilowattstunde Strom aus einer Offshore Windkraftanlage ist rund 25 Prozent teurer als aus einer PV-Anlage – obwohl in der Rechnung die teuren Dachanlagen mit eingeschlossen sind. Der Kostenvergleich würde noch eindeutiger ausfallen, wenn nur große Freiflächen-Solarkraftwerke herangezogen würden.

3. Die effizientere Nutzung von Flächen zur Energieerzeugung könnte ebenso die Energiewende günstiger gestalten. Die Stromproduktion aus Solarkraftwerken der neuesten Generation ist rund 50-fach flächeneffizienter pro Hektar als aus Biogas – bei gleichzeitiger Aufwertung des Bodens. Heute werden pro Jahr auf rund einer Million Hektar Energiepflanzen für Biogas angebaut. Der Flächenbedarf für Solarkraftwerke ist mit 15.000 Hektar bis 2020 ein Vielfaches geringer. Freiflächen-Solarkraftwerke schaffen einen biotopähnlichen Rückzugsraum in der ansonsten durch landwirtschaftliche Monokulturen geprägten Kulturlandschaft. Vögel, Tiere und Wildgräser, sehr viele davon aus der Roten Liste der gefährdeten Arten, siedeln sich dort an und bereichern die Natur.

4. Bereits im Januar 2012 hat das Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) berechnet, dass die EEG-Umlage ohne die umfangreichen Ausnahmeregelungen für energieintensive und im internationalen Wettbewerb befindliche Betriebe, sogar gesunken wäre. Die Bundesregierung hat weite Teile der Industrie von der Kostenumlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien ausgenommen und somit maßgeblich zur jetzigen Debatte beigetragen. Selbst die Bundesnetzagentur beobachtet diese Entwicklung mit Sorge und hat ausgerechnet, dass die größten Stromverbraucher des Landes zirka 18 Prozent der Elektrizität verbrauchen, aber nur 0,3 Prozent der EEG-Umlagekosten übernehmen.

Es ist daher rational unergründlich, warum der Gesetzgeber in der jüngsten EEG Novellierung die Vergütung für das Freiflächensegment über 10 MWp gestrichen hat. Es wurde eine Chance vertan den Übergangszeitraum bis zur preislich marktgerechten Produktion von Solarstrom verbindlich und vertretbar zu gestalten. Die geplante Verordnung für Anlagen über 10 MWp sollte schnellstens umgesetzt werden.

Weitere Informationen: www.belectric.com

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