Repowering ist der Schlüssel für die beschleunigte Energiewende made in NRW

Der Wind spielt bei der beschleunigten Energiewende „Made in NRW“ eine wichtige Rolle: Von den 2007 weltweit errichteten Windenergieanlagen kam jedes zweite eingebaute Getriebe aus Nordrhein-Westfalen. „NRW ist nicht nur Produktionsstandort, sondern profitiert auch ökologisch vom Nutzen der Windkraft. Auch durch Repowering, also den Ersatz bereits bestehender Windenergieanlagen, kommen wir unserem Ausbauziel näher: Bis 2020 soll der Anteil der Windenergienutzung an der Stromerzeugung in NRW von aktuell rund vier auf 15 Prozent angehoben werden“, sagte Udo Paschedag, Staatssekretär im NRW-Klimaschutzministerium, bei der Tagung „Windenergie und Repowering in Nordrhein-Westfalen“ am 3. Juli 2012 in Wuppertal. Nach Berechnungen der Deutschen WindGuard ist das Ausbauziel durch den Einsatz moderner Großanlagen – unter Berücksichtigung des Repowerings – ohne wesentliche Steigerung der Anlagenanzahl von derzeit rund 2.820 zu schaffen. Mit dem Windenergieerlass 2011 hat das Land die Aufholjagd bei der Nutzung der Windenergie gestartet und Planungshürden abgebaut. Der Erlass hat pauschale Abstandsregelungen abgeschafft und rät von starren Vorschriften ab, wie zum Beispiel Höhenbeschränkungen.

Beim Repowering werden kleine Windräder durch größere ersetzt. Hierin liegt nach Expertenansicht ein Schlüssel zum Gelingen der beschleunigten Energiewende. Staatssekretär Paschedag: „Es ist energetisch und ökonomisch äußerst effektiv, die leistungsschwachen Alt-Anlagen zu ersetzen.“ Im vergangenen Jahr wurden 37 Windenergieanlagen im Zuge des Repowerings abgebaut, gleichzeitig wuchs die Leistung durch Repowering um fast 41 Megawatt.

Die Kommunen haben beim Repowering und bei der Ausweisung von Flächen für die Windenergie die Chance, erhöhte Wertschöpfung zu erzielen. Vielerorts entstehen Bürgerwindparks, die vor Ort betrieben werden und den Bürgern finanzielle Teilhabe erlauben. „Die Kommunen können durch frühzeitige Planung und Gespräche mit Eigentümern dazu beitragen, dass Bürgerwindparks entstehen und Gewinne so vor Ort bleiben. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Akzeptanz der Anlagen“, erklärt Marcel Raschke von der Repowering-Infobörse. Die Repowering-InfoBörse berät bundesweit Kommunen bei Fragen der Windenergie und wird vom Bundesumweltministerium gefördert.

Als bisher von der Schwerindustrie geprägte Region hat sich das Ruhrgebiet inzwischen zu einer innovativen Industrieregion entwickelt, die neue Märkte insbesondere auch im Bereich der Windenergie bedient. Hier werden die Zuliefererindustrie, die Forschung und Lehre rund um den Maschinenbau, Wertstoffe, Elektrotechnik und Energiewirtschaft gebündelt. Nach Schätzung des Bundesverbandes WindEnergie verdienen allein an Rhein und Ruhr rund 10.000 Menschen ihr Geld mit dem Bau von Komponenten für Windenergieanlagen. Zudem bietet die Nutzung der Windenergie für Kommunen eine lukrative Perspektive. „Die Windenergie setzt Impulse für die kommunale Wertschöpfung. In jeder Wertschöpfungsstufe werden Gewinne, Einkommen und Steuern generiert, die Einnahmen für die jeweilige Kommune bedeuten“, so Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Der Beitrag der erneuerbaren Energien zur kommunalen Wertschöpfung wurde 2010 deutschlandweit auf 10,5 Milliarden Euro geschätzt, 2020 soll er über 13 Milliarden Euro betragen. Schneider rechnet vor: „Die Installation einer 2-MW-Windenergieanlage ergibt eine kommunale Wertschöpfung von 2,2 Millionen Euro über 20 Jahre – einschließlich des Einkommens durch Beschäftigung in der Kommune und von Gewinnen.“

Weitere Informationen: www.energieagentur.nrw.de

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