Expertenkommentar von Alhard von Nordenskjöld, Leiter der Abteilung Innovation und Technologie bei Green City Energy, zum Thema „EEG-Novelle“

Alhard von Nordenskjöld, Leiter Innovation und Technologie - Green City Energy

„Zwar ist das seit 1.August geltende EEG 2014 nicht den Namen EEG 2.0 wert, denn es steht zunächst genauso in der Tradition wie vorhergehende Novellen“, so Alhard von Nordenskjöld, Leiter der Abteilung Innovation und Technologie bei Green City Energy. „Dennoch stellen sich gerade Energiewende-Bewegte ein paar sorgenvolle Fragen über die Zukunft: Werden die vorgesehenen Ausschreibungen am Ende zu einer Abwendung vom Prinzip der festen Einspeisevergütungen führen, das neben dem Einspeisevorrang der Garant für den Erfolg des EEG war und daher weltweit zahlreich kopiert wurde und wird?“

„Warum betreibt ein SPD-Minister weiter die umfangreiche Befreiung der Industrie von der EEG-Umlage, obwohl er das vor der Wahl noch umgekehrt ankündigte und obwohl die Industrie nachweislich bereits von Preissenkungen profitiert?“, fährt von Nordenskjöld fort. „Warum wird auf einmal versucht, EEG-Eigenstromnutzung als unsolidarisch zu stigmatisieren und darauf eine Umlage erhoben? Warum finden sich nicht stattdessen im EEG Anreize, die Anlagen netzdienlich zu integrieren? Wo bleibt die Markteinführung der Speicher? Warum wird nicht der Umstieg der Biogasanlagen auf Erzeugung von Biomethan angereizt, der bisher einzigen marktreifen saisonal speicherbaren EE? War es wirklich nötig Horst Seehofer bei seinem Unsinn freien Lauf zu lassen, freihändig Abstände für Windkraftanlagen festzulegen, unabhängig vom Bundesimmissionsschutzgesetz? Wann und wer organisiert den Kohleausstieg? Und vor allem: Glaubt diese Regierung wirklich an 100 Prozent EE?“

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