Klimaschutz in Clubs und Diskotheken

“Groove to save the world?” fragten die Green Music Initiative  (GMI) und die Energieagentur NRW vor einem Jahr und riefen das Pilotprojekt “Green Club Index.NRW“ ins Leben. Gemeinsam mit sechs Clubs aus NRW nahmen die Projektpartner dabei den Energieverbrauch in Diskotheken und bei Musikevents ins Visier. Die Pilotphase verlief rasant: Am 20. März wurde das Projekt in Frankfurt mit dem Jury-Preis des bundesweiten Live Entertainment Awards (LEA) ausgezeichnet. Jetzt zogen die Projektpartner im Kölner Gloria Theater Bilanz.

Beteiligt waren das Gloria Theater und der Club Bahnhof Ehrenfeld aus Köln, das Ufer 8 aus Düsseldorf, der Club Butan aus Wuppertal, der Bahnhof Langendreer aus Bochum und das Stereo aus Bielefeld.  Sie ermittelten zunächst mit Unterstützung der Energieagentur NRW  und der GMI ihren jeweiligen Green Club Index, der den Energieverbrauch pro Besucher beziffert. Der Index liefert einen ersten Benchmark für die Clubbetreiber, wo sie in Sachen Klimaschutz  stehen. Anhand von individuell zugeschnittenen Maßnahmepaketen konnten die Clubs dann ihre “Klima-Performance” verbessern. Bei Vor-Ort-Begehungen erfassten die Berater der Energieagentur NRW zu Projektbeginn Stromverbräuche zwischen 47.000  und 180.000 KWh pro Jahr, das entspricht jeweils etwa Kosten von 10.000 bis 40.000 Euro oder bis zu 90 Tonnen CO2. Durch die Beratung konnten Maßnahmen angestoßen werden, die in der Summe (bei allen Clubs) knapp 80.000 kWh Strom, sowie 19.000 kWh Wärme einsparen und dem Klima somit rund 60 Tonnen CO2 ersparen. Das führte zu Kostenreduktionen von etwa 24.000 Euro. Zudem haben zwei Clubs inzwischen zu Grünstromangeboten gewechselt und dabei teils sogar günstigere Tarife realisiert.

Kühlhäuser und -schränke erwiesen sich bei den Messungen als größtes Energie-Leck. Bis zu 40 Prozent des verbrauchten Stroms wird im Schnitt benötigt, um Getränke und Speisen kalt zu servieren. Mit energieeffizienten Geräten (sogenannten Top-Runnern) lässt sich der Bedarf um mehr als 50 Prozent senken. Ebenfalls energieintensiv ist die Lüftung und Beheizung der Räumlichkeiten. Über optimierte Betriebsabläufe, regelmäßige Filterwechsel und smarte Programmierung konnten die Clubs hier Boden gut machen. Innovative technische Möglichkeiten bietet vor allem der Bereich Beleuchtung. Effiziente LED-Modelle werden inzwischen auch den Ansprüchen der Veranstaltungsbranche gerecht. Bezieht man neben den Investitionskosten auch die Lebensdauer und die Kosten für Stromverbrauch und Reparaturen ein, so erweisen sich LED-Lösungen als konkurrenzfähige Alternative zu traditionellen Beleuchtungssystemen. Positiv wirkte hier ein Zusammenschluss der Green Club-Partner zur klimaorientierten Einkaufsgemeinschaft.

Vergleichsweise wenig Energie braucht ein satter Sound. Mit weniger als fünf Prozent des Stromverbrauchs stehen Tonanlagen im Clubbereich nur für geringe Klimawirkungen. Das technische und operative Know-how soll nach Abschluss der Pilotphase auch weiteren Clubs zur Verfügung gestellt und die Kooperation fortgesetzt werden. Jüngst startete ein erstes Folgeprojekt im Rhein-Main-Gebiet. Die Clubszene ist zudem auch international gut vernetzt. Festivalveranstalter in Norwegen und Österreich haben bereits die Erfahrungen der Green Clubber angefragt.

Weitere Informationen: www.energieagentur.nrw.de

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