11. Journalistenreise der EnergieAgentur.NRW: Nachhaltige Forschung

Nordrhein-Westfalen hat exzellente Ressourcen, um zum führenden Forschungsland für Energie- und Klimaschutz in Europa zu werden. „Energie und Nachhaltigkeit sind zentrale Wissenschafts- und Wirtschaftsfaktoren in unserem Land. Nordrhein-Westfalen ist ein Musterland für die Energiewende in Deutschland. Wissenschaft und Forschung zeigen hier Wege auf, wie die Menschen in Wohn- und Arbeitsgebäuden besonders sparsam mit Energie umgehen können. Denn das ist entscheidend, wenn die Energiewende deutschlandweit gelingen und in der Welt zum Vorbild werden soll“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zur Begrüßung der rund 15 Medienvertreter und Medienvertreterinnen, die an der 11. Journalistenreise der EnergieAgentur.NRW, zusammen mit dem Cluster EnergieForschung.NRW, teilnahmen. Die Reise widmete sich der Fragestellung „Wie kann durch die Integration der Nutzerinnen und Nutzer die Energieeffizienz im Gebäude gesteigert werden?“, die im europaweiten Forschungsprojekt SusLabNWE (www.suslab.eu) aufgegriffen wird.

Frau Prof. Christa Liedtke vom Wuppertal Institut erläuterte: „SusLabNWE ist ein Wissensnetzwerk von Nachhaltigkeits-Laboren, die in Nordwest-Europa (NWE) zusammen arbeiten, um im realen Lebensumfeld zu erforschen, wie die Nutzung von neuen Produkten, Dienstleistungen oder Technologien nachhaltiger gestaltet werden kann. Beim Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen (SusLabNRW) geht es darum, das System ‚Heizung/Raumwärme‘ auf Basis von niedriginvestiven Maßnahmen zu optimieren.“

Zielgebiet des deutschen SusLab-Konsortiums (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Hochschule Ruhr West, InnovationCity Management GmbH, Folkwang Universität der Künste) ist Nordrhein-Westfalen mit dem Standort der InnovationCity Ruhr Modellstadt Bottrop, dem ersten Ziel der Tagestour. Im Rahmen von SusLabNWE wurden in Bottrop von der Hochschule Ruhr West in über 80 Haushalten Daten zum Raumklima erhoben. Dabei zeigte sich, dass das Heiz- und Lüftungsverhalten einen maßgeblichen Einfluss auf den Energieverbrauch hat. In der letzten Heizperiode erhielten mehr als 30 Haushalte Unterstützung durch technische Assistenten, die selbstständig zu den gewünschten Zeiten die Raumtemperatur einstellten, die Heizkörper während der Lüftungsvorgänge abschalteten oder auch nur die Raumluftqualität anzeigten, um ein bedarfsgerechtes Lüften zu unterstützen. Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent konnten so nach ersten Auswertungen erreicht werden.

Bei der zweiten Tour-Station wurde eines von drei Zukunftshäusern der Innovation City besichtigt, die als wegweisend für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden gelten. Aber es müssen sich nicht nur Häuser, sondern auch ihre Bewohner und deren tägliche Praktiken ändern. Die Folkwang Universität der Künste, Fachbereich Industrial Design, demonstrierte hier ihre interaktiven Produkte, die Anstöße geben sollen, über Verhaltensweisen nachzudenken und sie zu verändern.

Die dritte Station war das SmartHome Lab der Hochschule Ruhr West in Bottrop: Ein Mikrohaus, das für die Entwicklung von Mess- und Regelungsverfahren und Assistenzfunktionen zur Unterstützung von energiesparendem Verhalten genutzt wird. Hier werden neue Funktionen in der Anwendungsumgebung entwickelt. Komplexe Zusammenhänge werden „begreifbar“.

Im Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg, der vierten Station, bündelt die Fraunhofer-Gesellschaft Potenziale von sechs Fraunhofer-Instituten und Wirtschaftspartnern, um neue Lösungen für Gebäude zu entwickeln, zu testen und in den Markt zu bringen.

Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW und Manager des Clusters EnergieForschung.NRW (CEF.NRW), erläuterte abschließend: „Der Cluster EnergieForschung.NRW arbeitet im Auftrag des NRW-Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung an der Umsetzung der energiewirtschaftlichen und klimapolitischen Zielvorgaben der Landesregierung im Bereich der Energieforschung. Der Cluster zielt darauf ab, dass technologische und sozioökonomische Erkenntnisfortschritte schneller als bisher ihren Weg in die konkrete und nutzerorientierte Anwendung finden.“

Weitere Informationen: www.wissenschaft.nrw.de, www.inhaus.fraunhofer.de und www.cef.nrw.de

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