Interview mit Andreas Siegemund, Geschäftsführender Gesellschafter Marketing und Vertrieb bei der Consolar Solare Energiesysteme GmbH

Wir haben ein Interview mit Andreas Siegemund, Geschäftsführender Gesellschafter Marketing und Vertrieb bei der Consolar Solare Energiesysteme GmbH, zum Thema “Energieeffizientes Bauen” geführt.

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DeinEnergieportal: “Energieeffizientes Bauen nimmt einen immer größeren Stellenwert bei der Erstellung eines Neubaus ein. Welche Maßnahmen sollten Bauherrn beim Planen ihres Hauses vorsehen?”

Siegemund: “Die Heizlast lässt sich neben der gut gedämmten Außenhülle in einigen Fällen durch Ausrichtung des Hauses zur Sonne und entsprechende Glasflächen deutlich reduzieren. Als Heizungen kommen eine Reihe von Alternativen in Frage. Biomasse-Heizungen sind im Hinblick auf den CO2- Ausstoß günstig, wegen der nachhaltigen Gewinnung der Brennstoffe aber begrenzt und teilweise wegen Feinstaub auch nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Fossile Energieträger sind zwar noch kostengünstig, belasten die Umwelt aber stark und sollten daher nicht mehr eingesetzt werden. In Dänemark, einem in der Energiewende führenden Land sind zum Beispiel seit Anfang 2013 Öl- und Gaskessel verboten. Für die Mehrzahl an Gebäuden – sofern nicht gleich im Passivhausstandard gebaut wird – sollte daher künftig an einer Wärmepumpe als Wärmeversorgung kein Weg vorbei führen.”

DeinEnergieportal: “Was kann ein Bauherr tun, um sicher zu stellen, dass die beteiligten Bauunternehmen in Bezug auf energieeffizientes Bauen auf der Höhe der Zeit sind?”

Siegemund: “Der Bauherr kann sich über Projekte bei anderen Kunden des Bauunternehmers informieren und kann einen kompetenten und auch in energetischer Sicht erfahrenen Architekten oder einen Energieberater hinzuzuziehen.”

DeinEnergieportal: “Welche Art von Heizung verspricht die höchste Energieeffizienz?”

Siegemund: “Mit Luft-Wärmepumpen wird über den aktuellen Standard auf dem Markt oft noch keine ausreichende Effizienz erzielt, um einen ausreichenden Klimaschutz-Beitrag zu liefern. Systemjahresarbeitszahlen – also das Verhältnis von erzeugter Nutzwärme zu eingesetztem Strom – von 4,5 oder mehr sind für eine auf maximal zwei Grad begrenzte Erderwärmung nötig. Die Praxis zeigt, dass dies meist noch nicht erreicht wird. Als Lösung bietet sich die Kombination der Wärmepumpe mit einer Solarwärme-Anlage an. Mittlerweile gibt es aber auch Wärmepumpen, zum Beispiel Erdsonden- oder Solare Wärmepumpen, mit denen diese Effizienz bei günstigeren Gesamtkosten (Investition und Verbrauchskosten) über die Lebensdauer erreicht wird. Anders als im Bereich der Photovoltaik wurde in der Solarthermie die Fördersituation in Deutschland in den letzten Jahren verbessert, so dass auch diese Technologie (beziehungsweise auch die Kombination aus Solarstrom und Solarwärme) sich für die Umwelt und den Hausbesitzer rechnet.

Bei der Wärmeverteilung sollte ein Niedertemperatur-Heizsystem zum Beispiel als Fußboden- oder Wandheizung mit maximal 30 Grad Vorlauftemperatur vorgesehen werden. Weiterhin ist es ratsam, Stellfläche für einen Pufferspeicher von 1000 – 2000 Litern vorzusehen, um für die Wärmepumpe erneuerbaren Strom gleich wenn er anfällt in Form von Wärme zu speichern. Damit lässt sich viel kostengünstiger als mit Batteriespeichern rund um die Uhr erneuerbar erzeugter Strom (beispielsweise mit Photovoltaik-Eigennutzung und in Zukunft über Smart Grid auch mit Windstrom) intelligent nutzen, ohne dass viele neue Kraftwerke und Stromtrassen gebaut werden müssen.”

DeinEnergieportal: “Welche weiteren Konsequenzen ergeben sich Ihrer Meinung nach aus energieeffizientem Bauen und was müssen die Bauherrn deswegen berücksichtigen?”

Siegemund: “Das Verhalten der Nutzer ist einer der größten Faktoren, den realen Verbrauch zu reduzieren. Ein bewusster Umgang mit Energie und die Möglichkeit, den Betrieb der Anlage zum Beispiel über das Internet kontinuierlich zu überwachen, spielen daher eine zunehmend wichtige Rolle.”

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