Interview mit Sascha Beverungen, Leiter Produktmanagement und Technik Solarsysteme bei Schüco

Wir haben ein Interview mit Sascha Beverungen, Leiter Produktmanagement und Technik Solarsysteme bei Schüco, zum Thema „Eigenverbrauchs- und Speicherlösungen für Solaranalagen“ geführt.

SaschaBeverungen

DeinEnergieportal: „Zur Zeit sind Eigenverbrauchs- und Speicherlösungen für Solaranalagen in aller Munde. Der Trend scheint also dahin zu gehen, dass in Zukunft immer mehr Solarstrom dort zum Einsatz kommt, wo er erzeugt wurde und dass immer weniger Strom in die Netze eingespeist wird. Glauben Sie, dass sich dieser Trend verstärken wird, oder handelt es sich dabei um ein kurzfristiges Phänomen?“

Beverungen: „Dieser Trend wird sich noch verstärken und bildet die Grundlage für den zukünftigen PV- und Speichermarkt. Selbst erzeugte Energie ist umweltfreundlich, günstig und unabhängig. Sie muss nicht transportiert, vermarktet oder abgerechnet werden. Allerdings ist bereits bei der Planung darauf zu achten, dass die Erzeugung gut zum Verbrauchsprofil passt. Danach richtet sich Leistung, Ausrichtung und gegebenenfalls der Speicherbedarf der Anlage. Die Aussage ‚je größer desto besser‘ ist jedenfalls Geschichte.“

DeinEnergieportal: „Was denken Sie, wie sich die staatliche Förderung für Speicherlösungen in Zukunft entwickeln wird? Ist dort ein ähnlicher Trend wie bei Solarstrom zu erwarten, also eine starke Reduzierung der Förderung in der Zukunft?“

Beverungen: „Die Bundesregierung ging das Thema bisher eher zurückhaltend an. Ein Grund dafür ist sicher die stark gestiegene EEG Umlage. Eine Erweiterung des EEG für Speicher wird es daher kaum geben. Das aktuelle Förderprogramm ist ein gutes Werkzeug, den noch sehr kleinen Markt zu stimulieren. Erst mit Stückzahlen werden die Preise sinken und den Angeboten eine breitere Nachfrage gegenüberstehen. Auch wenn die von einer PV-Anlage mit Speicher erzeugte kWh heute in der Regel schon günstiger ist als Haushaltsstrom vom Energieversorger.“

DeinEnergieportal: „Würden Sie einem Hausbesitzer, der seit einigen Jahren eine Photovoltaikanalage hat empfehlen, jetzt einen Solarspeicher nachzurüsten? Und wie sieht es bei Neuanlagen aus: sollten diese von vornherein mit einem Speicher geplant werden?“

Beverungen: „Das hängt von der genauen Konstellation ab. Mit einer Speicherlösung erhöht sich der Eigenverbrauch von typisch zirka 30 Prozent auf 50 bis 60 Prozent. Für diese Energiemenge spart der Hausbesitzer den Haushaltsstrom und erhält gegebenenfalls eine Eigenverbrauchsvergütung. Ist die Ersparnis abzüglich der Speicherkosten höher als die Einspeisevergütung, so lohnt es sich. Für viele Kunden steht jedoch die Unabhängigkeit und Sicherheit vor steigenden Strompreisen im Vordergrund. Es ist zu beachten, dass ein Hausbesitzer mit der Investition in eine Speicherlösung heute bereits den Strompreis für zirka 60 Prozent seines Strombedarfs einfrieren kann.“

DeinEnergieportal: „Welche Konsequenzen werden sich Ihrer Meinung nach aus dem stärkeren Eigenverbrauch ergeben?“

Beverungen: „Durch Eigenverbrauchslösungen kann ein Hausbesitzer heute seine Stromrechnung um etwa 60 Prozent reduzieren. Dadurch entgeht den Energieversogern viel Umsatz und die Netzinfrastruktur muss weiter bereitgestellt werden. Hier wird es bei steigendem Anteil an Speicherlösungen neue Ansätze geben müssen.“

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