Interview mit Matthias Grütz, Key Account Manager bei GP Joule

Wir haben ein Interview mit Matthias Grütz, Key Account Manager bei GP Joule, zum Thema „Eigenverbrauchs- und Speicherlösungen für Solaranalagen“ geführt.

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DeinEnergieportal: „Zur Zeit sind Eigenverbrauchs- und Speicherlösungen für Solaranalagen in aller Munde. Der Trend scheint also dahin zu gehen, dass in Zukunft immer mehr Solarstrom dort zum Einsatz kommt, wo er erzeugt wurde und dass immer weniger Strom in die Netze eingespeist wird. Glauben Sie, dass sich dieser Trend verstärken wird, oder handelt es sich dabei um ein kurzfristiges Phänomen?“

Grütz: „Wenn wir den Trend ‚Eigenverbrauch‘ von 2011 bis heute betrachten, können wir von miniJOULE definitiv von einer starken Steigerung sprechen. Die Änderung des EEG Anfang 2012 gab dem Thema zusätzlichen Aufwind. In unseren täglichen Telefonaten hören wir bei vielen unserer Bestands- und Neukunden eine ‚Jetzt erst recht‘- oder ’nicht mit mir‘-Stimmung heraus. Wir sind ganz klar der Meinung, dass die Tendenz weiter steigend ist!“

DeinEnergieportal: „Was denken Sie, wie sich die staatliche Förderung für Speicherlösungen in Zukunft entwickeln wird? Ist dort ein ähnlicher Trend wie bei Solarstrom zu erwarten, also eine starke Reduzierung der Förderung in der Zukunft?“

Grütz: „Eigenverbrauch benötigt keine staatliche Förderung. Jeder Stromkonzern trägt mit ständigen Preiserhöhungen zu einer steigenden Nachfrage nach Möglichkeiten zum Eigenverbrauch bei. Wäre es nicht eine gute Idee alle Nutzer zu unterstützen, die durch Eigenverbrauch zur Netzentlastung in Deutschland beitragen, statt finanzielle Mittel in den Netzausbau zu stecken?“

DeinEnergieportal: „Würden Sie einem Hausbesitzer, der seit einigen Jahren eine Photovoltaikanalage hat empfehlen, jetzt einen Solarspeicher nachzurüsten? Und wie sieht es bei Neuanlagen aus: sollten diese von vornherein mit einem Speicher geplant werden?“

Grütz: „miniJOULE verfolgt vorwiegend das Thema Eigenverbrauch, also den Strom der produziert wird, direkt zu nutzen. Zusätzliche Speicherlösungen sind sinnvoll, allerdings sollte darauf geachtet werden welche Speichereinheit wann eingesetzt wird. Rechnet es sich eine Akku-Einheit, die den Endkunden beispielsweise 5.000 Euro kostet, einzusetzen, wenn diese laut Hersteller nach zehn bis zwölf Jahren getauscht werden sollte? Die Speichertechnik ist in der Zukunft sicher nicht mehr wegzudenken, allerdings muss diese wirtschaftlich genutzt werden können.“

DeinEnergieportal: „Welche Konsequenzen werden sich Ihrer Meinung nach aus dem stärkeren Eigenverbrauch ergeben?“

Grütz: „Netzbetreiber werden in naher Zukunft enger am Kunden, also kundenorientierter in ihrem Wirkungsbereich handeln müssen, ansonsten verpassen sie die Revolution in ihren eigenen Netzen…“

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