Heizen mit Holz und Kohle: Guter Mix für Sparfüchse

Quelle: Ceto
Quelle: Ceto

„Das ist ’ne ganze Menge Holz!“ Wem eine Statistik zum heimischen Baumbestand in die Hände fällt, der wird staunen. Und auch Satellitenbilder zeigen: Deutschland ist Waldland. 31 Prozent der Bundesrepublik sind mit Wald bedeckt. Und alljährlich stellt das Statistische Bundesamt eine Zunahme dieses Flächenanteils fest. Interessant könnte das vor allem für wärmebedürftige Hausbewohner sein: Wo die Strom- und Energiekosten durch die Decke schießen, spielt Holz als günstiger und regenerativer Energieträger bei der Wärmeversorgung eine immer wichtigere Rolle. Auch die Kombination mit heimischen Braunkohlenbriketts liegt im Trend. Denn die heizstarken Dauerbrenner sind ebenfalls preiswert und können problemlos in den meisten Kaminöfen eingesetzt werden.

„Mit 3,5 Milliarden Kubikmetern verfügt Deutschland über die größten Holzvorräte in Mitteleuropa“, sagt Martin Bentele, Geschäftsführer vom Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV). Dies sei die logische Folge aus 300-jähriger nachhaltiger Forstwirtschaft. „Der Begriff Nachhaltigkeit wurde im deutschen Wald erfunden“, sagt der Forstwirt. Das Prinzip sei gesetzlich vorgeschrieben und verhindere eine Übernutzung des deutschen Waldes. Mittlerweile nutzen rund 15 Millionen deutsche Haushalte Holz als Energieträger. Etwa jeder dritte Feuerstättenbesitzer setzt ergänzend zum Brennholz Braunkohlenbriketts ein. Die halten besonders lange die Glut und müssen nicht so oft nachgelegt werden.

Die Nutzung unterschiedlicher Energieträger zur Deckung des Wärmebedarfs wird künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Der Begriff „Hybridheizung“ ist häufig anzutreffen und bezieht sich oft auf die Einkopplung erneuerbarer Energien in die häusliche Wärmeversorgung. Vielfach gehen die Gedanken dabei an Sonne, Luft und Erdwärme. Doch Statistiken zeigen: Holz ist unter den Regenerativen die Nummer 1. „Der klassische Heizölhandel stellt sich deshalb wieder breiter auf“, sagt Matthias Borgmann vom Brikettproduzenten Lausitzer Rekord, „Holz und Braunkohlenbriketts werden hier wieder verstärkt angeboten. Und die Nachfrage steigt.“

Zwei Gründe sprechen besonders für das Energie-Doppel: Zum einen wird lediglich ein Heizgerät gebraucht – ein für beide Brennstoffe zugelassener Kaminofen. Das Hauptargument für Sparfüchse dürfte allerdings der Preis der beiden Brennstoffe sein. Braunkohlenbriketts sind dauerhaft günstig – verglichen mit dem Brennwert sind dafür etwa 50 Prozent weniger zu zahlen als für Heizöl und 40 Prozent weniger als für Gas. Und auch beim Holz bleibt der Preis trotz stärkerer Nutzung vergleichsweise niedrig. Mit Blick auf den aktuellen Markt sagt Klaus Egly, Vorsitzender des Bundesverbands Brennholzhandel Brennholzproduktion (BuVBB) und selbst Energieholz-Produzent: „Wir glauben, dass die Preise über die nächsten drei bis vier Jahre stabil sind und treten mit diesem Argument auch unseren Kunden gegenüber.“

Am preiswertesten ist Holz natürlich dann, wenn der Interessent selbst Hand anlegt. In speziellen Waldstücken ist das nach individueller Zuweisung erlaubt. Natürlich gilt es, eine Vielzahl an Regeln zu beachten – besonders für die eigene Sicherheit ist das wichtig. Wo das geht und wie das geht, ist unter dem Stichwirt „Selbstwerber“ im Internet leicht zu finden. Während die Briketts im heimischen Keller gut aufgehoben sind, bedarf es bei Holzscheiten einer Trocknung, die am besten ganz natürlich geschieht – draußen und gestapelt.

Hier die wichtigsten Tipps in Kürze:

Brennholz richtig lagern

•          Vor der Lagerung spalten (bis 30 Zentimetern Durchmesser halbieren, ab 30 Zentimetern vierteln)

•          2 Jahre überdacht im Freien lassen (bei Eiche mindestens drei Jahre)

•          Abstand vom Boden: etwa 20 bis 40 Zentimeter

•          Wenn an der Hauswand aufgestapelt wird: mindestens fünf Zentimeter Abstand

•          Nicht länger als vier Jahre lagern, weil dann der Heizwert leidet

Kohle richtig lagern

•          Bei Lagerung im Freien stets vor Witterung und direkter Sonneneinstrahlung schützen

•          Günstiger: Lagerung im Keller oder Schuppen

•          Raum sollte trocken und dunkel sein

•          Briketts nicht mit anderen Brennstoffen zusammen lagern

•          Briketts entfernt von Heizquellen lagern

Weitere Informationen: www.bundesverband-brennholz.de und www.kaminholzratgeber.de.

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