Interview mit Dr. Michael Göde, Geschäftsführer der Antaris Solar GmbH & Co. KG

Wir haben ein Interview mit Dr. Michael Göde, Geschäftsführer der Antaris Solar GmbH & Co. KG, zum Thema „Solarspeicher“ geführt.

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DeinEnergieportal: „Zur Zeit sind Eigenverbrauchs- und Speicherlösungen für Solaranalagen in aller Munde. Der Trend scheint also dahin zu gehen, dass in Zukunft immer mehr Solarstrom dort zum Einsatz kommt, wo er erzeugt wurde und dass immer weniger Strom in die Netze eingespeist wird. Glauben Sie, dass sich dieser Trend verstärken wird, oder handelt es sich dabei um ein kurzfristiges Phänomen?“

Göde: „Angesichts kontinuierlich steigender Strompreise wird sich der Trend zur eigenen Solarstromproduktion und zum Eigenverbrauch noch verstärken. Privatkunden zahlen heute zwischen 22 und 27 Cent pro Kilowattstunde Strom. Die Kosten für die Eigenproduktion von Solarstrom liegen aktuell bei nur rund 16 Cent pro Kilowattstunde. Schon heute können private Haushalte also bis zu 11 Cent pro Kilowattstunde durch Selbstversorgung einsparen und dieser Spareffekt wird sich in den kommenden Jahren durch sinkende Anlagenpreise und steigende Strompreise noch deutlich erhöhen. Energetische Selbstversorgung ist also ein Trend mit Zukunft, auch für Unternehmen.“

DeinEnergieportal: „Was denken Sie, wie sich die staatliche Förderung für Speicherlösungen in Zukunft entwickeln wird? Ist dort ein ähnlicher Trend wie bei Solarstrom zu erwarten, also eine starke Reduzierung der Förderung in der Zukunft?“

Göde: „Die Förderung für Speichertechnik ist – wie die Einspeisevergütung – eine Anschubfinanzierung, die mit weiter sinkenden Preisen für Speichersysteme und einer größeren Verbreitung dieser Technik reduziert werden wird.“

DeinEnergieportal: „Würden Sie einem Hausbesitzer, der seit einigen Jahren eine Photovoltaikanlage hat, empfehlen, jetzt einen Solarspeicher nachzurüsten? Und wie sieht es bei Neuanlagen aus: sollten diese von vornherein mit einem Speicher geplant werden?“

Göde: „Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Anlagengröße und – leistung und abhängig vom Stromverbrauchsverhalten der Hausbewohner kann auch eine Anlage ohne Speicher relativ effizient für den Eigenverbrauch genutzt werden. Ist beispielsweise tagsüber jemand zu Hause, dann können stromintensive Verbraucher zu den Zeiten der höchsten PV-Anlagenleistung, also zur Tagesmitte, eingeschaltet werden. In typischen Privathaushalten liegen die Zeiten des höchsten Energiebedarfs jedoch in den Morgen- und Abendstunden. Um Strom aus der eigenen Anlage dann für den Betrieb elektrischer Geräte zu nutzen, ist ein Speicher unumgänglich.

Wir haben bei der Einführung unseres Speichersystems EnergieFuchs eine Beispielrechnung dazu erstellt. Ein typischer Vier-Personen-Haushalt mit einem  jährlichen Haushalts-Stromverbrauch von 4.750 Kilowattstunden spart mit einer PV-Anlage mit 5 Kilowatt Peak Leistung und einem Speichersystem in 20 Jahren über 30 Prozent Kosten gegenüber reinem Netzstrombezug. Mit einer PV-Anlage ohne Speicher bleibt immer noch eine Kostenersparnis von rund 20 Prozent gegenüber reinem Netzstrombezug.“

DeinEnergieportal: „Welche Konsequenzen werden sich Ihrer Meinung nach aus dem stärkeren Eigenverbrauch ergeben?“

Göde: „Der stärkere Eigenverbrauch erlaubt eine zunehmende umweltfreundliche Energieversorgung, die aufgrund ihrer Dezentralität das Stromnetz entlastet und Kosten für den Netzausbau reduziert. Zudem verschafft die Selbstversorgung dem Verbraucher ein wichtiges Stück Unabhängigkeit von den Stromkonzernen und ihrer Preispolitik. Der Eigenverbrauch von Solarstrom ist daher ein wichtiges Element für die erfolgreiche Energiewende.“


 

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