Im Fokus der Intersolar Europe 2013: Wärmespeicher und solare Prozesswärme

Einer der vielversprechendsten Zukunftsmärkte der Solarthermie ist die solare Prozesswärme, also die Nutzung von Solarwärme für industrielle Fertigungsprozesse. Die verbesserten Förderbedingungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten seit dem vergangenen Jahr vor allem für Gewerbe- und Industriebetriebe finanzielle Anreize für den Einsatz thermischer Solaranlagen. Ein weiterer Trend der Solarthermie sind Systemlösungen, die effiziente Wärmespeicher als Multifunktionsspeicher integrieren. Diese dienen nicht nur als Wärmespeicher für die Solaranlage, sondern können von mehreren Wärmeerzeugern gespeist und beispielsweise mit Gasthermen und Wärmepumpen kombiniert werden. Die Chancen und Potenziale des regenerativen Heizens sind auch eines der Schwerpunktthemen der Intersolar Europe 2013, die vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München stattfindet. Schon im vergangenen Jahr stellten über 500 Aussteller ihre neuesten Produkte und aktuellen Entwicklungen im Bereich Solarthermie und Regenerative Heizsysteme aus. Die begleitende Intersolar Europe Conference vom 17. bis 20. Juni 2013 vertieft das Thema zusätzlich und verschafft Einblicke in die wichtigsten Technologien und Trends weltweit.

Einer der größten Wachstumsmärkte im Bereich der Solarthermie ist die solare Prozesswärme. Mit dem Inkrafttreten des neuen Marktanreizprogramms des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im August vergangenen Jahres, können solarthermische Anlagen nicht nur kostengünstig zur Beheizung von Wohnanlagen eingesetzt werden, sondern lassen sich auch wirtschaftlich für industrielle Fertigungsprozesse nutzen. Das Potenzial in diesem Bereich ist groß, da zwei Drittel der gesamten industriell genutzten Energie für die Bereitstellung von Wärme benötigt werden – größtenteils in vergleichsweise niedrigen Temperaturbereichen. Besonders Unternehmen, die in ihren Prozessen eine Temperatur unterhalb von 100 Grad Celsius benötigen, können von thermischen Solaranlagen profitieren. Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für die industrielle Nutzung von Solarthermie bieten sich beispielsweise in der Lebensmittelindustrie, der Chemieindustrie und dem Textilgewerbe. Attraktiv ist die solare Prozesswärme besonders bei der Bierherstellung in Brauereien, welche die Prozesswärme für einen Großteil ihrer Produktionsenergie einsetzen können. Der BAFA bezuschusst Anlagen mit einer Bruttokollektorfläche von bis zu 1.000 Quadratmetern mit bis zu 50 Prozent der Investitionskosten. Angesichts steigender Strompreise und gesetzlicher Auflagen zur CO2-Reduktion haben Unternehmen mit dem Umstieg auf solare Prozesswärme nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag für die Energiewende.

Um die Einsatzfelder der Solarthermie zu erweitern, werden effizientere Wärmespeicher immer wichtiger. „Der Speicher wird immer mehr zu einem Multifunktionsspeicher“, sagt Dr. Harald Drück, Leiter des Forschungs- und Testzentrums für Solaranlagen (TZS) an der Universität Stuttgart. „Er dient nicht mehr nur als reiner Wärmespeicher für die Solaranlage. Stattdessen wird er von mehreren Wärmerzeugern gespeist und versorgt unterschiedliche Wärmeverbraucher.“ Um die Leistungsfähigkeit der Speicher zu erhöhen, haben die Hersteller vor allem in die Verbesserung der Dämmung investiert. Bei kleinen Speichern bis zu 1.000 Litern werden heute häufig Polyesterfliese statt Polyurethan-Schäumen als Dämmstoffe eingesetzt. Bei größeren Speichern im Bereich von 10 bis 100 Kubikmeter Speichervolumen lässt sich momentan ein Trend zum Einsatz von Vakuumdämmung feststellen, um die Wärmeverluste zu reduzieren.

Die Intersolar Europe 2013 greift die aktuellen Trends und Entwicklungen des regenerativen Heizens auf. In der Halle B1 der Messe München präsentieren internationale Unternehmen technische Lösungen und Systemkonzepte zur solaren Prozesswärme und zu innovativen Speicherlösungen sowie zu weiteren solarthermischen und heizungstechnischen Lösungen. Die Besucher können sich dabei in verschiedenen praxisnahen Workshops oder im Austausch mit den Herstellern über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von regenerativen Heizsystemen und den neuesten Stand der Entwicklungen informieren.

Vom 17. bis 20. Juni 2013 werden mehr als 400 Referenten und 2.000 Teilnehmer aus über 50 Ländern zur Intersolar Europe Conference und den Side-Events im ICM Internationales Congress Center München erwartet. Die Konferenz vertieft die Themen der Messe und stellt Märkte und Technologien, Industrie und Wissenschaft in einen internationalen Zusammenhang. Neben vielen weiteren Inhalten rund um Photovoltaik und PV Produktionstechnik widmet sich die Konferenz in diesem Jahr auch gezielt dem Thema „regenerative Heizsysteme“. Im Zentrum der Sessions stehen die internationale Marktentwicklung der Solarthermie, die neuesten Trends und Entwicklungen bei Wärmespeichern, industrielle Prozesswärme und solarthermische Großanlagen. Die Intersolar Europe 2013 findet vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München statt.

Weitere Informationen: www.intersolar.de

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