Wärmepumpen im Faktencheck: Die Rechnung geht auf

Autor/Redakteur: Karl Dienst, Gründer der Wegatech Greenergy GmbH/gg

Seit Beginn des Jahres wird für Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel eine CO2-Abgabe erhoben. Wer auf fossile Brennstoffe setzt, zahlt entsprechend den CO2-Preis. Dieser steigt jährlich bis 2026 an. Heizen wird für den Verbraucher also zunehmend und spürbar teurer, vorausgesetzt Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer nutzen nach wie vor fossile Brennstoffe. Dabei gibt es mit Wärmepumpen längst eine Alternative, die nicht von der Abgabe auf Kohlendioxid-Emissionen betroffen ist. Das Problem: Sie sind zu teuer, zu laut, lohnen sich nur im Neubau und eigentlich sind sie auch gar nicht so klima- und umweltfreundlich. Das sind zumindest gängige Vorurteile gegenüber Wärmepumpen, die sich hartnäckig halten und Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer teuer zu stehen kommen. Denn viele schrecken aufgrund der Gerüchte vor der Anschaffung einer Wärmepumpe zurück. Dabei sind die Sorgen unbegründet, wie der Faktencheck zeigt.

Bild: Wegatech

Mythos 1: Wärmepumpen sind laut

Für den Betrieb einer Wärmepumpe werden unter anderem ein Ventilator und ein Kompressor benötigt. Ganz geräuschlos arbeiten diese nicht. Viele Menschen sorgen sich deshalb, dass die Wärmepumpe mit ihren Betriebsgeräuschen die friedliche Idylle im heimischen Garten oder der Wohnsiedlung zerstört. Diese Angst ist weit verbreitet, aber unbegründet. Denn moderne Wärmepumpen erreichen lediglich Lautstärken von 50 Dezibel (dB), oft sogar weniger. Zum Vergleich: Der Lautstärkepegel eines Kühlschranks liegt bei 40-50 dB, und dieser steht direkt in den eigenen Wohnräumen. Zudem lässt sich über die Wahl des richtigen Standortes die Geräuschkulisse weiter senken. Am besten ist die Aufstellung auf dem Rasen und in Richtung Straße. Wer ein älteres Wärmepumpen-Modell mit höherer Lautstärke hat, kann zusätzlich eine Schallschutzhaube installieren.

Mythos 2: Wärmepumpen lohnen sich nur im Neubau

Es lässt sich nicht leugnen: In der Regel sind Altbauten meist schlechter gedämmt als Neubauten und benötigen daher mehr Heizenergie. Da Wärme hier schneller entweicht, können Wärmepumpen nicht so effizient arbeiten wie in gut gedämmten Neubauten. Das ist heute aber kein Problem mehr, denn mittlerweile ist die Effizienz der Wärmepumpen weiter gestiegen. Moderne Modelle können heute mehr Energie aus der Umgebung gewinnen und dadurch eine höhere Leistung entwickeln. Sofern die Vorlauftemperatur im Haus nicht 55 Grad Celsius übersteigt, kann die Wärmepumpe effizient betrieben werden. Bei Vorlauftemperaturen von über 55 Grad benötigt eine Wärmepumpe in der Regel jedoch so viel Energie, dass diese nicht nur ineffektiv, sondern aufgrund des höheren Strombedarfs auch relativ teuer wird. Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe sollte daher immer individuell von einem Experten geprüft werden. Anhand von Heizlastberechnungen kann dieser kompetent und unkompliziert Auskunft geben, ob der eigene Altbau problemlos mit einer Wärmepumpe beheizt werden kann.

Mythos 3: Heizen mit einer Wärmepumpe ist teuer

Die Anschaffung einer Wärmepumpe schlägt mit zirka 15.000 bis 30.000 Euro zu Buche und ist damit teurer als der Kauf einer Gasheizung. Allerdings: Während der Betrieb einer Gasheizung durch die CO2-Bepreisung staatlich sanktioniert wird, erstattet der Staat bis zu 45 Prozent der Kosten einer Wärmepumpe und fördert so aktiv deren Anschaffung. Ein weiterer Vorteil: Das Heizsystem kann kostengünstig betrieben werden. Denn für den Betrieb einer Wärmepumpe wird Strom benötigt. Eine Kilowattstunde (kWh) Strom ist mit zirka 32 Cent zwar deutlich teurer als Gas, das 2021 nur etwa sechs Cent kostet, trotzdem schießen die Heizkosten nicht in die Höhe – ganz im Gegenteil.