Fachtagung „150 Solar- und Klimaschutzsiedlungen in NRW“

Das energieeffiziente und solare Bauen und die energetische Sanierung von Gebäuden nimmt bei Klimaschutz-Aktivitäten eine zentrale Rolle ein. Denn etwa ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland wird für die Raumwärme und Warmwassererzeugung in Gebäuden benötigt. In Nordrhein-Westfalen sind durch die Projekte „50 Solarsiedlungen in NRW“ und „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW““ bereits fast 100 Siedlungsvorhaben initiiert worden, die das Ziel der Energieeffizienz mit unterschiedlichen Lösungen verfolgen. Die EnergieAgentur.NRW veranstaltete zu diesem Thema im Dezember eine Fachtagung, an der rund 280 Experten teilnahmen.

Sowohl im Neubau als auch im Bestand demonstrieren die Solar- und Klimaschutzsiedlungen, welche hohe Wohn- und Lebensqualität durch solares Planen und Bauen realisiert werden kann. Über die energetischen Anforderungen hinaus wurde bei den Siedlungen aber auch auf weitere Belange der Nachhaltigkeit geachtet. Die Standorte müssen beispielsweise alle mit nahen Versorgungsangeboten eingebunden sein und über einen guten Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr verfügen.

Energetische Sanierungsmaßnahmen und die barrierearme Anpassung des Wohnungsbestandes an eine alternde Gesellschaft müssen zusammen angegangen werden, damit die Quartiere, Siedlungen und Städte zukunftsfest sind. Diese Ziele stellen große gesellschaftliche Aufgaben dar, für die enorme Anstrengungen unternommen werden müssen. Darin liegen aber nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen. Die Menschen werden sich ihrer Energieverschwendung zunehmend bewusst und wollen das ändern. Sie möchten energieeffizient leben und wohnen, und das mit gutem Gewissen und mit gutem Stil. Deshalb können Energieeffizienz und zukunftsweisendes Bauen besondere Anreize, also auch verkaufsfördernde Argumente bilden.

Beim energetischen Bauen darf die baukünstlerische Qualität zudem nicht zu kurz kommen. Das muss aber auch gar nicht sein. Architektur wird generell durch gute Proportionen und Raumvolumen bestimmt. Dass die Gestaltungsmöglichkeiten somit auch beim Passivhaus vielfältig sind, zeigen Beispiele, wie etwa die Klimaschutzsiedlung Dilldorfer Höhe in Essen, die Solarsiedlung Düsseldorf-Garath sowie die Rennerstraße in Duisburg-Hamborn. Die beiden letztgenannten Projekte wurden mit dem Landespreis für Architektur, Wohnungs- und Städtebau 2012 NRW ausgezeichnet.

In einem der drei parallelen Workshops am Nachmittag ging es schwerpunktmäßig um das Thema Baugruppen und Genossenschaften. Gerade Baugruppen wollen innovative Projekte vorantreiben. Es sind meistens integrative Ansätze, die die Quartiere beleben und stabilisieren. Diese neuen Bauherren sind längst aus der Nische heraus und inspirieren den Mainstream.

Weitere Informationen: www.50-solarsiedlungen.de und www.100-klimaschutzsiedlungen.de


 

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