Kaminöfen – die gemütlichen Alleskönner

Autor/Redakteur: Frank Urbansky/gg

Die offene Flamme im Kamin kann mehr als nur für Behaglichkeit im Wohnzimmer sorgen. Mittels einer Wasserführung kann sie mehrere Räume im Haus mit Wärme versorgen. Quelle: Lausitzer Rekord

Die Minusgrade halten dauerhaft Einzug in Deutschland. Besitzer eines Kaminofens können sich mit knisternder Gemütlichkeit darüber hinwegtrösten. Holz rein, anzünden, Braunkohlebriketts drauf, Klappe zu − und dann entspannt zurücklehnen. Im Wohnzimmer wird es sehr schnell warm. Wer die schnelle Strahlungswärme mag, liegt mit dem einfachen Kamin oder Kaminofen goldrichtig.

Soll indes ein Teil der Energie nicht nur der Behaglichkeit, sondern auch der Wassererwärmung dienen, steht zwar weniger direkte Strahlungswärme für den Raum zur Verfügung. Dafür ist das Heizsystem effizienter. Kaminöfen können also mehr sein als nur der romantische Einheizer der guten Stube. Im Idealfall eignen sie sich ebenso fürs Kochen und Backen sowie als Unterstützung zur Beheizung des gesamten Hauses. „Für letzteres braucht man eine Spezialausführung mit einer sogenannten Wassertasche – oder rüstet diese nach“, empfiehlt Bruno Bosy. Der Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister aus Schleswig-Holstein ist ein Kenner der Nachrüst-Möglichkeiten. Verglichen mit einem einfachen Kaminofen, der mehr als 70 Prozent der verheizten Energie nutzt, kommen Öfen mit Wassertasche auf gut 90 Prozent – vergleichbar mit moderner Brennwerttechnik bei Öl, Gas oder Pellets.

Massiv Heizkosten spart man also in jedem Fall. Verglichen mit allen anderen Brennstoffen in Deutschland sind Holz und Braunkohlen-Briketts die preisgünstigste Wärmequelle. Das weist einmal mehr der gerade veröffentlichte monatliche Energiemarkttrend des Fachmagazins Brennstoffspiegel aus. Der Jahresverbrauch einer vierköpfigen Familie von 3.000 Liter Heizöl kostete im November 2012 rund 2.775 Euro. Für die energiegleiche Menge Braunkohlenbriketts mussten nur durchschnittlich 1.408 Euro bezahlt werden.

Allerdings: Soll der Kamin dazu beitragen, mehrere Zimmer zu wärmen, ist es günstig, nicht nur Holz zu verwenden – sowohl aus Kosten, wie aus Komfortgründen. „Wegen ihrer hohen Energiedichte eignen sich besonders Briketts, wie die Lausitzer Rekord“, empfiehlt Hendrik Möller vom Brennstoffhandel Arnstadt-Ilmenau in Thüringen. Diese halten lange die Wärme vor. Und entgegen landläufiger Meinung verbrennen sie mit wenig Rauchentwicklung – vorausgesetzt, man bedient seinen Ofen richtig.

Wer schon beim Um- oder Neubau seines Hauses die so genannte Einzelfeuerstätte als Teil der Heizanlage auslegen ließ, ist erst mal fein raus. Wer nachrüsten will, muss einige Dinge beachten. Generell sind drei Varianten einer Wasserführung vorstellbar, und zwar als Stand-, Aufsteckregister oder als Anhängewassertasche. „Aufsteckregister sind einfacher zu installieren und besser zugänglich“, weiß Bosy. Doch nur mit einer Änderung am Kamin ist es nicht getan. „Durch die zu erwartende hohe Heizleistung sollte grundsätzlich hydraulisch ein Pufferspeicher angeschlossen werden“, so der Ofen-Experte. Wasserführungen mit geringen Heizleistungen könnte man auch in den Heizungsrücklauf zum Kessel einbinden. Generell sei aber der Anschluss an einen Speicher sinnvoller.

Ganz wichtig: Bevor mit dem Bau begonnen wird, sollte man den zuständigen Schornsteinfeger konsultieren. Denn der muss das Ganze nach Fertigstellung abnehmen. So umgeht man unangenehme Überraschungen. Ebenso sollte ein Fachhandwerker das Wasser anschließen.

Weitere Informationen: www.brennstoffspiegel.de