Schneelasten als langfristige Gefahr für Solarertrag

Vielfach legt sich bereits der Nachtfrost auf die Solaranlagen, bis zu länger anhaltenden Schneefällen ist es nicht mehr weit. Anlagenbesitzer sollten sich jedoch weniger um die kurzfristigen Ertragseinbrüche durch Schneebedeckung sorgen, sondern vielmehr um mögliche Folgeschäden: Schneelasten und Kälte können leicht Module, Halterung, Elektronik oder Verkabelung beschädigen – die Folge sind häufig unbemerkte Ertragsausfälle in den Sommermonaten. Monitoring und Vergleich mit historischen Daten spielen hier eine Schlüsselrolle.

Der erste Schein trügt: Nicht die verschneiten Solarmodule sind es, die den Stromertrag signifikant beeinflussen, sondern die häufig unentdeckten Folgeschäden. Obwohl sich Photovoltaik grundsätzlich auch zur Winterzeit lohnt, produzieren die Anlagen das Gros des Stroms doch von Frühling bis Herbst; neben der Sonnenscheindauer ist der flachere Einstrahlwinkel im Winter hierfür hauptverantwortlich. Verschneite Anlagen sind daher weniger ein Hemmnis – vor allem bei Montagewinkeln größer als 30 Grad rutscht der Schnee schnell wieder ab.

Als problematisch können sich jedoch die Lasten erweisen, die durch die Schneedecke auftreten: Gerade bei nassem Schnee liegen schnell 80 Kilogramm und mehr pro Quadratmeter an, in Bergregionen kann dieser Wert leicht doppelt so hoch sein. Friert der Schnee fest, können Module auf Dauer beschädigt werden. Relativ schnell kann es außerdem passieren, dass Halterungen und damit auch die Verkabelung in Mitleidenschaft gezogen werden. Prekär: Da Module meist per Reihenschaltung in Strings miteinander verbunden sind, reicht bereits eine Schadstelle, um die Leistung eines ganzen Strings dauerhaft negativ zu beeinträchtigen. Räumversuche bergen jedoch die Gefahr zusätzlicher Schäden sowie Unfälle und sollten daher unterlassen werden.

Photovoltaikkraftwerke sind von kalter Witterung durchaus betroffen, häufig langfristig. Deswegen ist es sinnvoll, die Anlagen nach Möglichkeit im Frühjahr einer erweiterten Sichtprüfung zu unterziehen. Zumindest teilweise können so Defekte erkannt oder vermieden werden, etwa bei sich lösenden Steckverbindungen oder brüchigen Kabeln. Grundsätzlich bieten jedoch nur moderne Monitoring-Lösungen die nötige Gewissheit und Sicherheit, dass eine Solaranlage in den auf den Winter folgenden Monaten den bestmöglichen Ertrag liefert. Ohne Überwachung besteht die Gefahr, dass Anlagen dauerhaft unerkannt unter Plan laufen – mit beträchtlichen Auswirkungen auf Rendite oder den produzierten Strom.

Entsprechende Überwachungslösungen sollten neben einem Benchmarking auch Langzeitdaten berücksichtigen. Besonders wichtig für die kalte Jahreszeit ist eine detaillierte Analyse der Daten – gerade bei Schneefall liefern viele Monitoring-Lösungen Fehlermeldungen und Wartungstechniker werden in der Folge unnötig zu Anlagen geschickt. Eine intelligente Datenanalyse hingegen erkennt, wenn Schnee liegt, etwa indem sie die Daten von Wettersatelliten berücksichtigt. Auf diese Weise können Anlagenbetreiber im Frühjahr zuverlässig erkennen, ob die Leistungswerte noch stimmen.

Auch Anlagenbesitzer, die über ein Photovoltaik-Monitoring verfügen, müssen einige Aspekte beachten. Insbesondere gilt, Fehlermeldungen zu dokumentieren. Auch sollten die festgestellten Schäden nach Möglichkeit festgehalten werden – wenn etwa Schneelasten einen Defekt verursacht haben, können Fotos bei der späteren Regulierung des Schadens durch eine Versicherung hilfreich sein. Auch Schäden an Modulen sollten wenn möglich als Bild festgehalten werden. Gemeinsam mit der Datenauswertung einer Überwachungslösung für die Solaranlage können sich Defekte so einfach zuordnen lassen, so dass Hersteller den nötigen Nachweis für Garantieleistungen vorliegen haben.

Weitere Informationen: www.smartblue.de

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