Kaminpflege – leicht gemacht

Autor/Redakteur: Frank Urbansky/gg

Qualmfrei, gemütlich, warm: ein Kaminfeuer richtig entfacht macht einfach nur Freude. (Foto: Lausitzer Rekord)

Bei Bodentemperaturen nahe der Frostgrenze ist die Zeit für ein knackiges Kaminfeuer gekommen. Jeder Besitzer eines schicken Kamin- oder Kachelofens kann mit wenigen Tricks für eine quasi problemfreie Verbrennung sorgen. Das Wichtigste sind der richtige Brennstoff und die richtige Bedienung. Ordentlich abgelagertes Holz und, wenn die Öfen dafür zugelassen sind, heimische Braunkohlebriketts eignen sich bestens und verbrennen emissionsarm.

Wer sich daran halte, mache schon fast alles richtig. Zieht der Ofen nach seiner Sommerpause dennoch nicht richtig, können ein paar einfache Handgriffe helfen. Für das Verbindungsstück zwischen Feuerstätte und Schornstein ist der Eigentümer ja jetzt schon zuständig. Bei falschen Brennstoffen kann es hier zu Ablagerungen von sogenanntem Glanzruß kommen. Hier hilft nur Reinigen. Hat das Rohr eine Revisionsöffnung, kann man das mit einer Haspel oder Rohrhexe einfach und selbst bewerkstelligen. Ist diese nicht vorhanden, hilft nur ein Abbau des Ofenrohres. Dabei sollte man aber vorher in der Wohnung alles abdecken. Denn der Ruß findet immer einen Weg. Deswegen lassen viele diese Arbeiten vom Fachmann, sprich dem Schornsteinfeger, gleich mit verrichten.

Bisher kam der ein bis zwei Mal im Jahr. Dabei muss es sich nach dem neuen Schornsteinfeger-Gesetz, das ab 1. Januar 2013 gilt, nicht mehr um den Mann in Schwarz handeln. Ein Handwerker mit entsprechender Ausbildung kann das ebenfalls tun. Die Schornsteinfeger kommen dann nur noch zwei Mal in sieben Jahren. Denn die Feuerstättenschau bleibt wie die Abnahme neuer Heizungen in ihrem Verantwortungsbereich. Für einen regelmäßigen Ofencheck ist das aber zu lang. Deswegen noch einige Hinweise:

Verschmutzte Scheiben: Wichtig ist die richtige Startwärme. Deshalb ausreichend Anzünder und Anfeuerholz benutzen. Brennholz muss unbedingt trocken sein und sollte längs zur Scheibe aufgeschichtet werden. Briketts verbrennen raucharm und zünden am besten auf einem vorhandenen Glutbett. Wichtig ist auch die richtige Luftzufuhr. Falls die Scheiben dennoch verrußt sind, hilft bei leichterer Verschmutzung normales Reinigungsmittel oder Ceranfeldreiniger.

Kaputte Schamotte: Kleinere Risse sind normal. Erst wenn sich die Ofenauskleidung löst, wird es kritisch. Hier hilft nur eines: ein Ofenbauer!

Ofen wird zu heiß: Ganz einfach weniger Brennstoff auflegen. Hilft das nichts, ist der Ofen mit Sicherheit undicht. Dann bleibt nur ein Check vom Fachmann.

Wenn der Herbststurm pfeift: Einige Kamine ziehen dann nicht richtig ab, in der Wohnung kann es dadurch nach Qualm riechen. Hier hilft nur: lüften oder nachbessern, etwa mit speziell dafür angefertigten Kaminhauben auf dem Schornstein. Die gibt es statisch oder als drehende “Windräder”.

Rauchentwicklung: Eventuell vorhandene Drosselklappe in richtige Position bringen, Tür beim Nachlegen zuerst nur einen Spalt weit öffnen. Erst dann ganz öffnen und Holz nach hinten aufschichten. Hilft auch das nichts – siehe oben Ofenrohrreinigung.

Wenn all diese Tipps versagen, muss wohl oder übel ein neuer Kaminofen her. Der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik rechnet mit einer bis zu 85-prozentigen Reduzierung der Abgase, wenn man eine Feuerstätte aus dem Jahre 1975 gegen eine moderne austauscht. Denn die neuen Geräte sind deutlich sparsamer, effizienter und emissionsärmer als ihre Vorgänger. Und sie erfüllen die Anforderungen der entsprechenden Verordnung, dürfen also auch nach 2015 zeitlich unbeschränkt weiterbetrieben werden.

Weitere Informationen: www.brennstoffspiegel.de